Assekuranz: Clever durch die Zinskrise

Die Niedrigzinsphase bereitet den Investment-Experten der Assekuranz immer größeres Kopfzerbrechen. In ihrer Not tüfteln die Gesellschaften an neuen Strategien – die sind jedoch nicht ohne Risiko.

Harald Epple, Gothaer, folgt in der Kapitalmarktanlage der Maxime „Evolution statt Revolution“.

Die deutschen Lebensversicherer sitzen auf einem gigantischen Geldberg: Anlagewerte von rund 900 Milliarden Euro stehen aktuell in den Büchern der Gesellschaften. Könnte man dieses Vermögen tatsächlich zu einem Berg aus 5-Euro-Scheinen zusammenstapeln, würde dieser fast bis zu den höchsten Reihen eines Fußballstadions von der Größe der Arenen in Hamburg oder Frankfurt reichen.

Anlageberg wird immer größer

Und könnten die Lebensversicherer ihre Kapitalanlagen von heute auf morgen einfach auflösen und unter das autoverliebte deutsche Volk streuen, könnten alle 53 Millionen in Deutschland zugelassenen Kraftfahrzeuge durch einen Neuwagen zu je 17.000 Euro ersetzt werden – das reicht zumindest für den einfachsten VW-Golf mit einem 80 PS starkem Benzinmotor.

Schon bald dürfte es wohl zu einer höherwertigen Golf-Variante reichen, denn zuletzt ist der Anlageberg immer größer geworden. Allein im vergangenen Jahr wuchs der Kapitalanlagebestand, den die Lebensversicherer und Pensionskassen direkt verwalten, um 32 Milliarden Euro auf 824 Milliarden Euro. Das entspricht einer Zunahme von 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rechnet man die knapp 78 Milliarden Euro an Kapitalanlagen für fondsgebundene Policen hinzu, ergeben sich eben jene 902 Milliarden Euro.

Niedrigzins
Ertragspuffer der Versicherer liegt bei unter 0,9 Prozentpunkten: Sondereffekte aus Veräußerungsgewinnen verzerren die nominale Nettoverzinsung nach
oben. Die laufende Durchschnittsverzinsung offenbart den rückläufigen Ertrag im Bestand.

Seite zwei: Lage zunehmend schwieriger

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