Anzeige
Anzeige
20. März 2014, 08:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Selbstbehalt bedeutet Beitragsrückerstattung”

Für die PKV stand das vergangene Jahr ganz im Zeichen der Einführung der Unisex-Tarife und des Ausgangs der Bundestagswahl. Cash. sprach mit drei PKV-Managern über die künftige Ausrichtung einer Branche, die sich stets neu behaupten muss.

Pkv-round-table in Selbstbehalt bedeutet Beitragsrückerstattung

Teilnehmer an der PKV-Diskussionsrunde (von links): Udo Drexler, CMS; Alexander Brams, Nürnberger; Michael Albrecht, Barmenia.

Cash.: Welche Herausforderungen haben Sie 2013 besonders beschäftigt?

Brams: Ganz klar die Einführung von Unisex-Tarifen, die bekanntlich zur Verteuerung von Produkten, insbesondere bei den Männern, geführt haben. Man darf nicht vergessen, dass die Männer zwischen 60 und 70 Prozent der jeweiligen Bestände ausmachen. Darüber hinaus mussten sich natürlich auch die Vertriebe an das Thema Unisex gewöhnen – auch die Softwareanbieter haben bis ins Frühjahr hinein gearbeitet, bis sie die neuen Tarife integriert haben. Das sind die wesentlichen Ursachen und ich sehe hier keine Gezeitenwende, sondern wir gelangen in normales Fahrwasser zurück.

Albrecht: Ich stimme Herrn Brams zu. Mit der Unisex-Einführung haben sich die Prämien generell verteuert, sodass sich viele Verbraucher noch die Bisex-Konditionen gesichert haben. Dieser Sondereffekt wirkte sich 2013 aus, aber im Zuge der Leistungsverbesserungen in der PKV werden wir perspektivisch wieder eine stabile Wanderungsbewegung sehen.

Drexler: Aus meiner Sicht wäre es ein Wunder gewesen, wenn die Öffentlichkeitsarbeit rund um die Bürgerversicherung nicht ihre Wirkung gezeigt hätte, insofern war die Entwicklung vorhersehbar. Die PKV muss sich nun wieder stärker auf Qualität besinnen und verstärkt neue Zielgruppen jenseits der Beamten überzeugen. Dazu gehören neben Angestellten auch Selbstständige und Freiberufler. Die Branche ist nun aufgefordert, zu handeln und einer Gezeitenwende entgegenzuwirken.

Stichwort Qualität: Tragen die vom PKV-Verband empfohlenen Mindestkriterien bei Hilfsmitteln, Psychotherapie und Suchtentwöhnung zu einer Imageverbesserung bei oder kommt beim Verbraucher nur an, dass die Unisex-Tarife teurer geworden sind, nicht aber auch qualitativ besser?

Drexler: Wenn es um das Tarifwechselrecht nach Paragraf 204 VVG geht, dann merken wir in der Beratung, dass die Kunden oft gar nicht wissen, welche Leistungsmerkmale sie bisher genutzt haben und welche ihnen nach einem Tarifwechsel fehlen würden. Daraus kann man schließen, dass der Kunde auch im Neugeschäft weniger sensibel ist für einzelne Argumente.

Es geht nun darum, dem Versicherten noch stärker deutlich zu machen, welche Vorteile das System auch im Alter bringt. Denn es ist ja nicht so, dass der scheinbar jetzt fehlende Zufluss von jungen neuen Risiken im Alter ein Problem darstellt. Dafür sorgt die sehr gewissenhafte Anpassung des Rechnungszinses. Durch ein transparentes Leistungsmanagement wird sich auch das Image wieder verbessern.

Brams: Die private Krankenversicherung hat unstreitig ihre Vorteile gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung. In der Medikamentenversorgung und im Diagnostikbereich steht die PKV beispielsweise deutlich vor der GKV. Das sollte man auf gar keinen Fall vergessen – und das sollte man auch den Kunden vermitteln.

Seite zwei: Fehlverhalten der PKV bei Mindestleistungen

 

Weiter lesen: 1 2 3

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Verdi will Warnstreiks

Vor der dritten Tarifrunde für die private Versicherungsbranche hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten auch in Niedersachsen und Bremen zu Warnstreiks aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft am Dienstag den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

mehr ...

Immobilien

Risikomanagement bei Immobilienprojekten: Verband fordert einheitliche Standards

Der Bau-Monitoring-Verband (BMeV) fordert einheitliche nationale Standards beim Risikomanagement in der Projektfinanzierung. Dies könne einem deutlichen Anstieg der Kosten für Immobilienprojekte entgegen wirken.

mehr ...

Investmentfonds

Weitere Kürzung der Ölfördermengen spielt Putin in die Karten

Die Opec hat entschieden, ihre Kürzungen bei den Ölförderungen auszuweiten. David Donora, Leiter des Rohstoffbereiches bei Columbia Threadneedle Investments, sieht darin unter anderem einen Vorteil für das Nicht-Mitglied Russland.

mehr ...

Berater

Mehr Durchblick bei vermögensverwaltenden Fonds

Die MMD Multi Manager GmbH hat sich seit Jahren den Themen Transparenz und Vergleichbarkeit für Vermögensverwaltende (VV) Produkte verschrieben. Die MMD-Indexfamilie wird mit Hilfe des IT-Dienstleisters Cleversoft erweitert und vertieft.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Kfz-Schadenregulierung: Vorsicht bei Verjährung

Wer Leistungen gegen einen Kfz-Haftpflichtversicherer geltend macht, sollte berücksichtigen, dass eine Verjährungsfrist von drei Jahren gilt. In einem aktuellen Urteil verlor ein Kläger vor dem Bundesgerichtshof, der sich mit der Verjährung verkalkuliert hatte.

mehr ...