„Gelassenheit bei der Geldanlage vermitteln“

Cash. sprach mit Dr. Sebastian Klein, Vorstandsvorsitzender der Fürstlich Castell’schen Bank in Würzburg, über zwei neu gestartete vermögensverwaltende Fonds und grundsätzliche Wahrheiten bei der Geldanlage.

Sebastian Klein: „Uns ist es wichtig, dass der Kunde unseren Vermögensverwaltungsansatz versteht und teilt.“

Cash.: Sie haben zwei vermögensverwaltende Fonds aufgelegt. Wodurch zeichnen sich die Fonds aus?

Klein: Zunächst einmal dadurch, dass wir bewusst auf eine Mindestanlage verzichtet haben. Die „Demokratisierung“ der Vermögensverwaltung verlangt, dass es auch möglich sein muss, einen Sparplan für die Kinder abzuschließen, in den monatlich das Kindergeld investiert wird.

Welche Eigenschaften weisen die beiden Fonds auf, sodass sie den Namen vermögensverwaltend verdienen?

Für das Management des Risikobudgets ist es wichtig, dass wir jederzeit jede Position verkaufen können. Also im Extremfall, wie zuletzt in der Griechenlandkrise, hat man große Teile in Cash. Das setzt voraus, dass der Markt, in dem man sich bewegt, ausreichend liquide ist, um vernünftige Preise zu erzielen. Dazu zählen natürlich Aktien, Renten und Cash. Aber auch in alternative Investments kann angelegt werden, wenn sie liquide sind.

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Was ausdrücklich nicht geht, sind alle Konstruktionen, die nicht liquide oder intransparent sind. Wir würden nie einen geschlossenen Fonds oder einen Hedgefonds auf den Markt bringen. Und zwar aus zwei Gründen. Die Geldanlage ist sehr viel emotionaler, als gemeinhin vermutet wird. Das wird besonders im Hinblick auf die historisch ziemlich einmaligen drei starken Einschläge innerhalb einer Dekade deutlich. Dabei ist es wichtig, ganz triviale Zusammenhänge zu begreifen, beispielsweise, dass ein zehnprozentiger Verlust mehr schmerzt als ein zehnprozentiger Gewinn erfreut, wenn mehr möglich gewesen wäre. Oder wenn es mal 20 Prozent nach unten ging, muss es um 25 Prozent wieder nach oben gehen, um überhaupt zum Ausgangswert zurückzukehren. Das sind alles so ganz einfache Wahrheiten. Uns ist es wichtig zu erkennen, wie sich der Kunde dabei fühlt, um entsprechend handeln zu können. Dahinter steht die Idee, dem Kunden eine gewisse Gelassenheit bei der Geldanlage zu vermitteln und ihm zu sagen, wenn das Risiko definiert ist, dann kann er sich auch darauf verlassen, dass wir uns um die Einhaltung kümmern, auch wenn wir aus Kostengründen keine harte Garantie geben können.

Seite zwei: „Wir sind bei den Versicherern gelistet“

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