Unfallpolicen: Umsatz hält sich hartnäckig oben

Generell passt für die Invaliditätsvorsorge eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) besser. Eine private Unfallversicherung dagegen eignet sich gut für vier Kundengruppen: Kinder, Hausfrauen, junge Freizeitsportler sowie Berufstätige, die eine BU nicht zu einem bezahlbaren Preis abschließen könnten.

Daraus leiten Fachleute den Trend ab, dass die Unfallversicherung an Bedeutung verlieren müsste. Gemessen an der aktuellen Stimmung und Nachfrage im Vertrieb im Verhältnis zu den Erwartungen der Vermittler in der Zukunft ist das auch der Fall.

Negativer Trend für Unfallsparte

Der sogenannte Produkt-Trend-Indikator sieht die Unfallsparte eindeutig in einem negativen Trend. Die Quartalsstudie „Asscompact- Trends III/2015“ der BBG Betriebsberatungsgesellschaft und des Institut für Versicherungsvertrieb, an der rund 500 Maklern und Mehrfachvertreter mitwirkten, weist jedoch für das zweite Quartal 2015 gegenläufige, also hohe Nachfrage aus.

In der Produkthitparade der Makler schaffte es die Unfallversicherung unverändert auf Platz 7 unter 29 Sparten. Fast 45 Prozent der Befragten gaben an, in dieser Sparte besonders gute Umsätze gemacht zu haben.

In den nächsten ein bis fünf Jahren trauen die Makler der Unfallsparte zwar nur noch Platz 14 zu, doch dürfte die Produktlinie weiter davon profitieren, dass Unfallfolgen wie Invalidität zu den biometrischen Risiken neben Berufsunfähigkeit, langwieriger Krankheit, Pflegefall, Langlebigkeit und Tod zählen, die derzeit als „Absicherung persönlicher Risiken“ am kräftigsten den Nerv der Kunden treffen, sagen 74 Prozent der Befragten.

Bröckelnde Umsätze im Lebensbereich 

Als zusätzlicher Katalysator für das Unfallgeschäft, in dem Makler derzeit Interrisk, VHV und Haftpflichtkasse Darmstadt die besten Noten geben, wirken bröckelnde Umsätze im Lebensbereich durch Kürzung der Vergütungen.

Für Großmakler Aon geht die Entwicklung bei den privaten Unfallversicherern weiter in Richtung Kombiprodukte, die eine Erweiterung des Unfallbegriffes sowie zusätzliche Versicherungsbausteine beinhalten. Dies sind zum Beispiel Leistungen bei Krebserkrankung (Dread Disease), diverse Krankenversicherungsbausteine, Auslandsreisekrankenversicherung sowie eine Fülle von Assistance-Leistungen.

Seite drei: Konkurrenz durch Existenzschutz-Policen

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