9. April 2015, 12:04
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Provisionsverbot für Vermittler – hilft der Blick ins Ausland?

Neben der staatlichen Rente spielt in beiden Ländern das Firmen- und Belegschaftsgeschäft eine sehr wichtige Rolle. In Finnland ist der Markt auf wenige Anbieter mit starken Ausschließlichkeitsorganisationen konzentriert, was die Auswirkungen neuer Regelungen für Vermittler auf die Versorgung der Bevölkerung deutlich einschränkt.

Die positive Umsatzentwicklung zeigt: Transparenz und flexible Geschäftsmodelle können auch geschäftsfördernd sein.

Die gezeigte Kompromissbereitschaft zwischen Gesetzgeber und der Versicherungsbranche ist aber auch Ausdruck des skandinavischen, konsensorientierten Politikmodells und in dieser Form in anderen Ländern nicht zu erwarten.

Europäischer Vergleich schwierig

Die Beispiele deuten an: Schon die unterschiedlichen Ausgangslagen machen den Vergleich mit dem europäischen Ausland bezüglich der Auswirkungen eines Provisionsverbotes schwierig.

Die Erfahrung zeigt aber, dass der Weg der staatlichen Regulierung nicht mehr umkehrbar ist, wenn er einmal eingeschlagen wurde. Wenn der Gesetzgeber dann mit einem großen Wurf übers Ziel hinaus schießt, sind die Auswirkungen massiv – auch auf die Kunden. Hier sollten die Diskussionen in Deutschland ansetzen.

Provisionsverbot in Deutschland unwahrscheinlich

In Deutschland ist es für vorauseilenden Gehorsam der rund 240.000 Vermittler zu spät, der Gesetzgeber ist bereits aktiv. Allerdings bietet die hohe Vermittlerdichte sowohl einen Anlass für, als auch Schutz vor einem disruptiven Markteingriff durch die Politik.

Seite vier: Ernsthafte und konsequente Umsetzung des LVRG

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2 Kommentare

  1. Was immer gerne verschwiegen wird, ist, dass für biometrische Risiken in “Vorzeigeländern” wie Großbritanien sehr wohl weiterhin Abschlußcourtage bezahlt wird.

    Kommentar von steven — 10. April 2015 @ 12:03

  2. Das einzige, was heute schon 100 % ab 3.1.17 gilt ist, dass bei Geldanlagen geprüft werden muss, ob diese im Zusammenhang mit der Altersvorsorge verkraftbar sind, auch bei hälftigem oder Totalausfall!

    Das bedeutet also immer diie „ganzheitliche Beratung“ im Vorfeld der Vermittlung. Kommt es dann nicht zur Vermittlung (egal mit welcher Vergütungsform) ist der ganze Zeitaufwand umsonst gewesen!

    Anmerkung: Wird das nicht dokumentiert, wird man „die ein oder andere vermittelte Anlage“ irgendwann immer in den eigenen Bestand zurücknehmen dürfen … vor jedem Amtsgericht!
    (Product Governance + BGH Urteil vom 11.12.2014 (III ZR 365/13))

    Das Beratungskonzept der Zukunft: „Vom Verkäufer zum Berater“ , wie Dr. Peter Schmidt es vor kurzem beschrieb, ist damit vorgezeichnet. Welche positiven „Erfahrungsberichte“ es bereits heute dazu gibt, ist bei mwsbraun.de zu lesen.

    Kommentar von Frank L. Braun — 10. April 2015 @ 10:36

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