9. April 2015, 12:04
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Provisionsverbot für Vermittler – hilft der Blick ins Ausland?

Deshalb ist ein striktes und vollumfängliches Provisionsverbot unwahrscheinlich, denn neben einer drohenden Unterversorgung wäre somit auch die von plötzlicher Arbeitslosigkeit bedrohte Berufsgruppe der Vermittler zu groß.

So wird Raum für verschiedene Geschäftsmodelle bleiben, die Vermittlern zwischen Provisions- und Honorarberatung auch in Zukunft ein entsprechendes Auskommen ermöglichen.

Dass die Vermittlerdichte in Deutschland langfristig um ein vielfaches höher bleiben wird als im europäischen Ausland, ist aber ebenso unwahrscheinlich. Dafür sind die Überkapazitäten und Einsparpotenziale zu offensichtlich, Berufsstands- und Kundeninteresse hin oder her. Viele Vermittler werden somit perspektivisch aus dem Markt ausscheiden.

Ernsthafte und konsequente Umsetzung des LVRG

Wie ist zu reagieren? Schuldzuweisungen und Verschwörungstheorien helfen der Branche und insbesondere den Vermittlern nicht weiter. Vielmehr muss zunächst mit dem LVRG konsequent und ernsthaft umgegangen werden. Denn sonst drohen weitere Einschnitte.

Zudem sind die Versicherer gut beraten, ihre Vertriebspartner auf die “neuen Zeiten” vorzubereiten. Und dazu gehört nicht nur der Trend zu Transparenz, Nettotarifen und Honoraren, sondern auch das grundsätzlich veränderte Kundenverhalten im Zuge der zunehmenden Digitalisierung.

Ein Investment in die Unterstützung, technische Ausstattung und letztlich Qualität der Vertriebspartner ist dringend angeraten.

Der Autor Christian Mylius ist Managing Partner und Leiter der Insurance Practice bei der strategischen Managementberatung für die Finanzdienstleistungsindustrie Innovalue.

Foto: Innovalue

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2 Kommentare

  1. Was immer gerne verschwiegen wird, ist, dass für biometrische Risiken in “Vorzeigeländern” wie Großbritanien sehr wohl weiterhin Abschlußcourtage bezahlt wird.

    Kommentar von steven — 10. April 2015 @ 12:03

  2. Das einzige, was heute schon 100 % ab 3.1.17 gilt ist, dass bei Geldanlagen geprüft werden muss, ob diese im Zusammenhang mit der Altersvorsorge verkraftbar sind, auch bei hälftigem oder Totalausfall!

    Das bedeutet also immer diie „ganzheitliche Beratung“ im Vorfeld der Vermittlung. Kommt es dann nicht zur Vermittlung (egal mit welcher Vergütungsform) ist der ganze Zeitaufwand umsonst gewesen!

    Anmerkung: Wird das nicht dokumentiert, wird man „die ein oder andere vermittelte Anlage“ irgendwann immer in den eigenen Bestand zurücknehmen dürfen … vor jedem Amtsgericht!
    (Product Governance + BGH Urteil vom 11.12.2014 (III ZR 365/13))

    Das Beratungskonzept der Zukunft: „Vom Verkäufer zum Berater“ , wie Dr. Peter Schmidt es vor kurzem beschrieb, ist damit vorgezeichnet. Welche positiven „Erfahrungsberichte“ es bereits heute dazu gibt, ist bei mwsbraun.de zu lesen.

    Kommentar von Frank L. Braun — 10. April 2015 @ 10:36

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