19. August 2016, 12:17
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Noch sind die klassischen Makler vor den Fintechs

Doch selbst wenn Knip hier die Nase vorn hat, so müssen Einnahmen auch Ausgaben gegenübergestellt werden, wenn man Erfolg messbar machen will. Den Unterschied machen hier die Akquisitionskosten. Hier kommt ein Fintech, welches mit Fernsehwerbespots und Ads arbeitet, schnell auf viele hundert Euro je Kunde. Da liegt der Return of Investment manchmal Jahrzehnte in der Zukunft und es muss noch eine Menge Wagniskapital eingesetzt werden, um diese Zeiträume zu überbrücken.

Entscheidend wird sein, ob es Knip gelingt die Akquisitionskosten zu senken, indem man Empfehlungskaskaden auslöst, Skalierbarkeit in der Kundenbetreuung erreicht und wertschöpfend zu arbeiten. Es ist eine große Herausforderung, genügend Venture-Kapital einsammeln zu können, um diesen Zeitraum zu überbrücken. Gelingt dies nicht sind Knip & Co. Geschichte: Von Downloads lassen sich keine Gehälter zahlen.

Klassischer Makler muss sich bewegen

Trotzdem legt der Hinweis von Dennis den Finger in die Wunde. Noch gelingt es dem klassischen Makler nicht, sich zu bewegen. Wenn gerade mal 12.000 Kunden zur aktiven Nutzung von simplr motiviert werden konnten, obwohl Millionen von Kunden sich bereitwillig entsprechende Apps downloaden, gibt es offenkundig ein Problem auf Seiten des Maklers.

Er scheint mental tatsächlich noch keinen Anschluss an die digitale Welt gefunden zu haben, verhält sich abwartend. Das ist sehr gefährlich: Denn wenn der Kunde sich nicht simplr – die App seines Maklers – herunterlädt, dann lädt dieser eben Knip. Im Verwaltungssystem von simplr verbergen sich 950.000 bereits aktive Kunden. Finden wir einen Weg diese für die App zu aktivieren – und das werden wir – drehen sich die Verhältnisse schnell. Die Schlacht um den digitalen Kunden hat gerade erst begonnen.

Autor Oliver Pradetto ist Kommanditist und Mitbegründer des Maklerpools Blau direkt.

Foto: Anne-Lena Cordts

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2 Kommentare

  1. In ein paar Jahren werden diese Apps zum Alltag bei Kunden und Maklern gehören.

    Kommentar von Honoro — 21. August 2016 @ 12:31

  2. Und dann gibt es sicher viele Kunden die schnell bemerken, dass bei den Fintecs Fachleute nur in Spurenelementen vorhanden sind.
    Echte Beratung-auch im Schadensfall und bei komplizierten Steuerfragen……

    Kommentar von Wilfried Strassnig — 19. August 2016 @ 17:41

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