13. Juli 2016, 14:25
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Eine zu geringe BU abzuschließen, hilft dem Kunden nicht weiter”

Die Arbeitskraftabsicherung und der Aufbau der Altersvorsorge sind für Bernhard Rapp zwei Seiten einer Medaille. Im Interview erklärt der stellvertretende Niederlassungsleiter von Canada Life Deutschland, warum sein Unternehmen keine Sorgen vor Beitragserhöhungen in der BU-Versicherung hat.

Eine zu geringe BU abzuschließen, hilft dem Kunden nicht weiter

“Kunden wollen eine gute für sie passende Absicherung. Aber nicht jeder möchte oder kann sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung leisten.”

Die Ratingagentur Assekurata warnte im Februar, dass für Kunden mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) das Risiko bestehe, zur Verlustdeckung bei nicht ausreichenden Kapitalanlageerträgen des Lebensversicherers implizit herangezogen zu werden. Inwieweit sehen Sie diesen Zusammenhang als Vorteil für Ihr Unternehmen, welches kein Garantie- und Überschusssystem nach konventioneller deutscher Machart aufweist?

Rapp: Ja, das ist ein großer Vorteil für uns, denn unsere Kunden erhalten über die gesamte Vertragslaufzeit ein garantiertes Preis-Leistungs-Verhältnis. So geben wir ihnen die Planungssicherheit, dass ihr Beitrag nicht steigen kann – außer der Kunde möchte die versicherte BU-Rente erhöhen. Beim Brutto-Netto-Spread tragen die Kunden das Risiko, dass sich der Beitrag in Richtung des höheren Brutto-Beitrags entwickelt. Nicht nur das Niedrigzinsumfeld kann dazu beitragen, auch im Zuge des LVRG ist es in der deutschen Kalkulation möglich, Quersubventionierungen zu betreiben, die zu steigenden Beiträgen führen können.

Alternativprodukte zur BU haben nach wie vor keinen leichten Stand bei Maklern. Wie gehen Sie vor, um im Vertrieb argumentativ zu überzeugen? 

Das wichtigste Argument ist der Kundenbedarf. Kunden wollen eine gute für sie passende Absicherung. Aber nicht jeder möchte oder kann sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung leisten. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Mit dem Budget des Kunden eine zu geringe BU abschließen – diese hilft dem Kunden im Ernstfall aber nicht weiter. Oder eine alternative Absicherung anbieten, die den Kunden zu einem guten Preis vernünftig absichert. Das halte ich für den sinnvolleren Weg. Dies ist zum Beispiel mit unseren Grundfähigkeitsprodukten möglich, aber auch mit der Schweren-Krankheiten-Vorsorge.

Welche Trends und Entwicklungen sehen Sie aktuell im Bereich der Arbeitskraftabsicherung? 

Die Bedeutung der Absicherung biometrischer Risiken ist deutlich gestiegen. Es gibt in den letzten Jahren immer mehr Versicherer, die auf die Arbeitskraftabsicherung setzen. Für unsere deutschen Mitbewerber ist das sicherlich auch ein strategischer Faktor. Mit steigender Anbieterzahl setzen sich nun auch alternative Formen der Arbeitskraftabsicherung weiter durch. Außerdem muss noch mehr ins Bewusstsein gebracht werden, dass die Absicherung der Arbeitskraft Teil des Aufbaus der Altersvorsorge ist. Wenn dies nicht vernünftig gemacht wird, geht die Altersvorsorge auch dahin.

Interview: Lorenz Klein

Foto: Canada Life

2 Kommentare

  1. Sehr schöner Beitrag, keine wirklichen neuen Erkenntnisse, aber, steter Tropfen höhlt den Stein, oder erleuchtet manches finstere Hirn.

    Kommentar von Nils Fischer — 14. Juli 2016 @ 12:04

  2. Dumm halt nur wenn ein Versicherungsfall eintritt der nicht in der biometrischen Absicherung gedeckt wird. Mit Glaskugel aber sehr o.K…….

    Kommentar von Wilfried Strassnig — 14. Juli 2016 @ 08:54

Ihre Meinung



 

Versicherungen

OVB will Expansion und Wachstum vorantreiben

Die OVB Holding AG präsentierte ihren Aktionären auf der Hauptversammlung eine gute vertriebliche Entwicklung und einen planmäßigen Ergebnisverlauf. »Bei der Strategieumsetzung erreichten wir im Jahr 2018 wichtige strategische Fortschritte. Unser Ziel ist es, neue Ertragschancen zu erschließen und unsere Marktposition in Europa weiter auszubauen«, sagt Mario Freis, Vorstandsvorsitzender der OVB Holding AG.

mehr ...

Immobilien

Grundsteuer: Nicht alle freuen sich über die Reform

Laut aktuellen Medienberichten steht die Große Koalition vor einer Einigung bei der Reform der Grundsteuer. Der Kompromiss sieht vor, dass die Länder die bundeseinheitliche Grundsteuer mit eigenen Regelungen ergänzen dürfen. Der ZIA sieht dies nur beschränkt positiv. Über die Gründe.

mehr ...

Investmentfonds

DWS: Berichte über eine Schwäche des US-Arbeitsmarkts sind stark übertrieben

Zurzeit richten sich wieder einmal alle Augen auf die amerikanische Zentralbank. Deren Ankündigung, drei Jahre nach Beginn der Zinserhöhungen eine Pause einzulegen, trug im Januar 2019 maßgeblich zur Trendwende an den Märkten bei. Als Anfang Mai die erwartete Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China ausblieb und die Märkte daraufhin mit erneuten Kursverlusten reagierten, waren es wieder die Worte von Zentralbankern, die für Beruhigung sorgten.

mehr ...

Berater

Urlaub: So kommen Sie sicher ans Ziel

Wenn die Deutschen verreisen, ist das Auto ihr liebstes Verkehrsmittel. 2018 fuhren 41,7 Prozent damit in den Urlaub. Wenn das Urlaubsziel nicht gerade um die Ecke liegt und Kinder an Bord sind, kann die Anfahrt schnell zur Nervenprobe werden. Wie Sie sicher ankommen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lloyd Fonds-HV: Aktionäre stimmen für weiteren Wachstumsschub

Mit einer Präsenz von rund 78 Prozent des Grundkapitals wurden auf der Hauptversammlung der Lloyd Fonds AG alle Beschlüsse zu den 12 Tagesordnungspunkten mit Zustimmungsquoten über 98 Prozent gefasst.

mehr ...

Recht

BFW: Enteignete Unternehmen bauen nicht

Berlin hatte vor einigen Tagen, wie von uns berichtet, als erstes Bundesland die Enteignung von Wohneigentum angekündigt. Aufgrund akuten Wohnungsmangels ist das Thema in den letzten Wochen ganz oben auf der Agenda. Nun meldet sich der auch BFW Landeverband Berlin/Brandenburg dazu und warnt davor, große private Wohnungsunternehmen zu enteignen.

mehr ...