7. Dezember 2016, 13:41
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DVAG: “Niemand wird zum Abschluss einer Lebensversicherung gezwungen”

“Lebensversicherung ist so ungerecht wie nie”, schreibt die Zeitung “Die Welt” in ihrer heutigen Ausgabe. Auf dem Unternehmensblog des Allfinanzvertriebs Deutsche Vermögensberatung (DVAG) nimmt Vorstandsmitglied Dr. Helge Lach zum Artikel Stellung.

DVAG: Niemand wird zum Abschluss einer privaten Lebensversicherung gezwungen

Helge Lach, DVAG: “Niemand wird zum Abschluss eines privaten Lebens- oder Rentenversicherungsvertrages gezwungen.”

Zahlreiche Versicherer haben in den vergangenen Tagen angekündigt, die laufende Verzinsung für klassische Lebensversicherungen im Jahr 2017 weiter senken zu wollen. Laut Die Welt sinkt die Verzinsung im Schnitt (von bisher zehn Versicherern) auf 2,6 Prozent und damit unterhalb des Garantiezinses von Verträgen, die zwischen Januar 2004 und Dezember 2006 geschlossen wurden.

Dass diese Garantiezusagen, sowie ältere noch höhere, eingehalten werden müssten, gehe vor allem zulasten jüngerer Kunden, die erst jetzt Lebensversicherungsverträge abschließen. “Diese Kunden müssen auf immer mehr Rendite verzichten, damit allen anderen Versicherten der versprochene Zins bis Vertragsende sicher ist”, heißt es im Artikel. Die Lebensversicherung sei damit nie ungerechter gewesen als heute.

Lach: Ungerechtigkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung

Helge Lach, Vorstandsmitglied des Frankfurter Allfinanzvertriebs DVAG sieht das etwas anders. “Das ist nicht falsch, aber ist es ‘ungerecht’ zu Lasten der Jüngeren und zu Gunsten der Älteren?”, fragt er in seinem aktuellen Beitrag auf dem DVAG-Blog. Zum einen gebe es durchaus sehr viele Ältere jenseits der 60 Jahre, die aktuell private Rentenversicherungen abschließen, zum anderen werde niemand “zum Abschluss eines privaten Lebens- oder Rentenversicherungsvertrages gezwungen”.

Ganz anders sei das in der gesetzlichen Rentenversicherung: Hier entstehe durch die aktuellen Rentenerhöhungen viel eher eine Ungerechtigkeit für die Jüngeren. Immerhin erhielten diejenigen, die sich in diesem Jahr noch für eine Lebensversicherung entscheiden noch einen Garantiezins in Höhe von 1,25 Prozent, so Lach. Dieser wird zum 1. Januar 2017 auf 0,9 Prozent gesenkt.

DVAG: Hauptmotiv für Lebensversicherung wird vergessen

Lach argumentiert, dass auch die Möglichkeit bestehe, fondsbasierte Verträge abzuschließen, um sich aus der “ungünstigen Zinssituation zu befreien”. Die Lebensversicherer seien nicht verantwortlich für das Niedrigzinsumfeld.

Der DVAG-Vorstand moniert zudem, dass das wichtigste Motiv für den Abschluss einer privaten Lebens- oder Rentenversicherung oftmals und auch in der aktuellen Berichterstattung vernachlässigt werde. “Nämlich die Absicherung des Todesfallrisikos bei Lebensversicherungen und des Langlebigkeitsrisikos bei Rentenversicherungen”, so Lach. (jb)

Foto: DVAG

7 Kommentare

  1. Natürlich wird kein Kunde gezwungen eine klassische Lebensversicherung abzuschließen. Der Kunde vertraud jedoch wohl seinem Berater wohl auch wenn er von der DVAG kommt.Der Kunde verlässt sich darauf gut beraten zu werden. Doch ein seriöser Berater rät schon längst nicht mehr zu einer Kapital LV da bei diesem Produkt nur die Gesellschaften und die DVAG mit Ihren Beratern verdient! Kapital LV sind schon längst per Gerichtsurteil als legaler Betrug am Kunden entlarft worden. Wer heute noch eine klassische Kapital LV vermittelt sollte sofort seine Zulassung verlieren,da es Betrug am Kunden ist!

    Kommentar von H. Pirchmoser — 16. Dezember 2016 @ 13:14

  2. gezwungen wird sich keiner, nur überredet den Müll zu unterschreiben

    Kommentar von Jan Lanc — 8. Dezember 2016 @ 12:43

  3. …Ja, das Gejammers ist groß…selbst die größten Vertriebe, glauben so das Versichertenvolk beruhigen zu können.
    In den guten alten Zeiten haben sie das Erwirtschaftete…verwirtschaftet…! Dicke und aufgeblasene Verwaltung, zu hohe Gehälter…unverantwortlich Vertriebsstrukturen, schlechtes Vermögens- Management, keine Beratung, nur Verkauf und das alles auf dem Rücken der Versichertengemeinschaft. Der Nachbar, die Bank/Versicherung…wie haben die es gemacht…?
    Es liegt an dem verloren gegangenen Vertrauen der Kunden.
    Und zu Allem soll jetzt DER BERATER, dem sie alles kürzen, es wieder regeln.

    Kommentar von Edgar Bukovsky — 8. Dezember 2016 @ 11:06

  4. Als Vertreter eines Strukkivertriebes muss er das sagen, schließlich können DVAG-Strukkis finanziell nur überleben, wenn Sie weiterhin überteuerte Kapital/Fondgebundene Lebensversicherung der AchenMünchener LV verkaufen. Im übrigen schließt man für den Todesfallschutz keine Kapitallebensversicherung sondern besser eine Risikolebensversicherung ab, Herr Lach, aber das sollten Sie eigentlich wissen

    Kommentar von helmut ostermann — 8. Dezember 2016 @ 11:04

  5. Nun das Herr Lach für die DVAG die Fahne hoch halten muß ist selbstverständlich. Aber wie kann ein Vorstand die private Vorsorge mit der gesetzlichen in Vergleich bringen. Die Aussage der Welt ist voll zutreffend. Jung bezahlt Alt.
    Das Todesfallrisiko kann man günstig absichern. Dazu benötigt man keinen “Sparvertrag LV” und das angesprochene Langlebigkeitsrisiko hat der Versicherer bereits mehr als gut für sich in den Rentenleistungen abgesichert. Da passiert dem Versicherer nichts. Die Branche ist schwer erkältet

    Kommentar von H. Kehmer — 8. Dezember 2016 @ 08:50

  6. Vorsicht bei freiwilligen Einzahlungen in die DRV
    Solange man nicht selbst rentennah ist, muss damit gerechnet werden, dass die “erworbenen Rechte” nur auf dem Papier stehen. Bis Renteneintritt gilt generell nur ein vermuteter Wert. So kann der Rentenwert bei bei Eintritt ins Rentenalter deutlich niedriger ausfallen.

    Dieses ist in den nächsten Jahren durchaus denkbar. Dann erhält man unabhängig von den geleiteten Beiträgen nur die Grundsicherung oder ein bisschen mehr aber nicht mehr die “versprochene” Rendite

    Kommentar von cW — 8. Dezember 2016 @ 08:41

  7. Freiwillige Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung, sei es als Einmalzahlung oder als regelmäßiger Betrag, können sich im aktuellen Zinsumfeld stark lohnen. Das zeigen zwei aktuelle Studien des Finanzmathematikers und Fachbuchautors Werner Siepe im Auftrag der VERS Versicherungsberater GmbH aus Berlin, die unabhängige Versicherungsberatung gegen Honorar anbietet. “Die gesetzliche Rente schlägt zum Beispiel die Rürup-Rente in vielen Fällen”, sagt Studienautor Siepe.

    So könnte ein Selbstständiger, der privat krankenversichert ist und dem noch zehn Jahre bis zum Erreichen des Rentenalters bleiben, jährlich 3000 Euro für die Altersvorsorge investieren. Aus einer neu abgeschlossenen Rürup-Rente würde er dann später garantiert 1270 Euro im Jahr an Rente kassieren. Zahlt er das Geld hingegen freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung ein, läge die garantierte Rente nach Siepes Berechnungen bei 1614 Euro im Jahr, also 344 Euro mehr.

    Kommentar von Ralf-Rüdiger Engelhardt — 8. Dezember 2016 @ 07:49

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