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31. März 2016, 15:15
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“Eine ganze Menge heiße Luft”

Dr. Klaus Möller, geschäftsführender Gesellschafter der Defino Institut für Finanznorm GmbH, mahnt die Versicherungsbranche zu mehr Gelassenheit im Umgang mit Fintechs. “Fintechs sind nicht weiter als viele konventionelle Beratungsinstitute”, so Möller gegenüber Cash. Künftige Kooperationen mit den digitalen Startups will der Defino-Chef nicht ausschließen – vorausgesetzt die Bedingungen stimmen.

Fintechs: Eine ganze Menge heiße Luft

Klaus Möller, Defino: “Sobald die Fintechs nicht mehr nur digital akquirieren und Policen ablegen, sondern den Verbrauchern im Netz auch ganzheitliche Orientierungshilfe geben wollen, können und werden sie sich unserer einfachen Logik bedienen.”

“Fintechs stellen meistens nicht mehr als elektronische ‘Appetizer’ nach vorne, um den Maklern und Vertrieben mit dem Anschein des Neuen, Zeitgemäßen, Digitalen, die Kunden zu entziehen und diese dann auf ganz herkömmliche Weise, überwiegend durch telefonische Beratung zu betreuen”, so Möller, “wie man mit dem Telefon im 21. Jahrhundert die Branche aufmischen will, erschließt sich mir nicht.”

“Eine ganze Menge heiße Luft”

Da sei “eine ganze Menge heiße Luft”, sagt Möller. Ihn verwundere es daher nicht, so der Defino-Gesellschafter, dass eine Umfrage des Beratungsunternehmens Innovalue festgestellt habe, dass 74 Prozent der Nutzer von Fintech-Angeboten diese nicht weiterempfehlen würden.

“Möglichkeiten der Digitalisierung in anderer Weise stellen”

Möller sagt, sein Haus wolle sich den Möglichkeiten der Digitalisierung in anderer Weise stellen. “Wir bemühen uns, die durch den Abgrenzungswahn der Marktteilnehmer hervorgerufene, überflüssige Komplexität zu reduzieren und eine einfache, in der digitalen Welt abbildbare Analyselogik zu etablieren.”

Diese Logik gebe den Verbrauchern “echte Orientierungshilfe” bei der Selbstanalyse ihrer finanziellen Situation. Alternativ könne die hauseigene Finanzsoftware von Beratern “im Sinne echter Partizipation des Kunden” in der Vorbereitung individueller Analyse und Beratung eingesetzt werden, so Möller. Die Selbstständigkeit der Verbraucher werde damit gestärkt, betont der Defino-Geschäftsführer.

Mögliche Fintech-Partner sollten beraterfreundlich sein

“Sobald die Fintechs nicht mehr nur digital akquirieren und Policen ablegen, sondern den Verbrauchern im Netz auch ganzheitliche Orientierungshilfe geben wollen, können und werden sie sich unserer einfachen Logik bedienen”, gibt sich Möller optimistisch – und für die Zukunft schließt der Fintech-Kritiker mögliche Kooperationen mit den Marktneulingen nicht aus. Er halte dies für denkbar, so Möller, “allerdings eher mit solchen, die den Beratern und Vertrieben digitale Hilfsmittel zur Arbeitsteilung mit dem Kunden anbieten, als solchen, die sich in den Wettbewerb zu Beratern stellen”. (lk)

Foto: Defino

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