Anzeige
8. September 2017, 07:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Altersarmut: DGB fordert Stabilisierung des Rentenniveaus

Angesichts der steigenden Zahl von Teilzeitjobs und prekären Beschäftigungsverhältnissen hat der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB vor Altersarmut in großem Ausmaß gewarnt. Er spricht sich unter anderem dafür aus, das Rentenniveau bei mindestens 48 Prozent zu halten.

Altersarmut: DGB fordert Stabilisierung des Rentenniveaus

Aus Sicht des DGB bedeutet die Einführung der Rente mit 67 für viele eine Rentenkürzung, wenn sie früher aus dem Berufsleben ausscheiden.

Vor allem Frauen seien betroffen, sagte Hamburgs DGB-Vorsitzende Katja Karger am Donnerstag bei der Präsentation des Rentenreports für die Hansestadt. Allein in Hamburg arbeiteten schon jetzt 70 bis 75 Prozent der Frauen in Teilzeit oder hätten Minijobs. Entsprechend niedrig seien dann die Renten.

“Wer (…) bei einem Arbeitgeber ausschließlich in Form von Minijobs arbeitet, der hat doch sage und schreibe nach 45 Jahren einen Rentenanspruch von 164 Euro”, warnte der Vorsitzende des DGB Nord, Uwe Polkaehn. Bereits 2015 seien 7,5 Prozent oder 23 894 der 316 754 Hamburger Rentner auf Grundsicherungsleistungen angewiesen gewesen.

DGB: Erhebliche Schwierigkeiten auch für “normale” Rentner

Doch auch auf den ganz “normalen” Rentner sieht der DGB erhebliche Schwierigkeiten zukommen. So lag die Durchschnittsrente für Männer in Hamburg im Jahr 2015 bei monatlich 1118 Euro, Frauen bekamen 710 Euro. Tendenz fallend. Denn jene, die zu diesem Zeitpunkt erstmals Rentenzahlungen erhielten, bekamen den Angaben zufolge im Schnitt bereits nur noch 985 beziehungsweise 700 Euro ausbezahlt.

Gleiches galt für die Erwerbsminderungsrente. Lag sie in Hamburg 2015 im Schnitt bei 660 Euro für Männer und 701 Euro für Frauen, sank sie für Erstbezieher auf 598 beziehungsweise 628 Euro. Nach DGB-Angaben wurden bei den Berechnungen Daten der Deutschen Rentenversicherung Nord und der Bundesagentur für Arbeit herangezogen.

“Wir stellen fest, dass das Renteneintrittsalter in Hamburg 2015 bei 64,9 Jahren bei Frauen liegt, bei Männern bei 64,2”, sagte Polkaehn. Im Vergleich zum Jahr 2000 arbeiteten die Menschen damit im Schnitt bereits rund vier Jahre länger.

DGB: Rente mit 67 bedeutet für viele eine Rentenkürzung

Aus Sicht des DGB bedeutet die Einführung der Rente mit 67 für viele eine Rentenkürzung, wenn sie früher aus dem Berufsleben ausscheiden, zumal parallel dazu bis 2030 das Rentenniveau von derzeit 48 auf 43 Prozent sinke. Für Polkaehn steht bereits jetzt fest: Sollte das so bleiben, “wird es immer mehr Ältere geben, die in Alterarmut landen”.

Nach Überzeugung des DGB soll das Rentenniveau deshalb bei mindestens 48 Prozent gehalten werden – 1980 lag es noch bei 57,6 Prozent – und die Mütterrente nicht aus der Rentenkasse, sondern aus Steuermitteln finanziert werden. Zudem sollen mittelfristig auch Selbstständige und Beamte als Beitragszahler einbezogen und die Beitragssätze zur Rentenversicherung selbst “überschaubar” erhöht werden.

Arbeitgeber sollten darüber hinaus über den Gesundheitsschutz dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter im Job überhaupt an das gesetzliche Rentenalter herankommen können. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema:

Altersarmut: Diese Gruppen haben das größte Risiko

“50 Prozent vom Netto muss das Ziel sein”

Altersvorsorge: Bildung erhöht Vorsorgebereitschaft

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Insurtech Hepster bietet situative Versicherungen für Generation-Smartphone

Die Digitalisierung nimmt Einfluss auf immer mehr Lebensbereiche und Dienstleistungen. Mobile Endgeräte sind aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken.

mehr ...

Immobilien

Raus aus der Stadt: Immobilienkäufer suchen verstärkt im Umland

In den deutschen Metropolen ist bezahlbarer Wohnraum immer schwieriger zu finden. Immer mehr Immobilienkäufer weichen daher nach einer Analyse von Immowelt in die Speckgürtel aus, da dort die Preise noch niedriger sind. Am stärksten zeige sich diese Entwicklung in Berlin, Stuttgart und Frankfurt.

mehr ...

Investmentfonds

Deutlicher Konjunkturabschwung in 2019

Spätestens ab der zweiten Jahreshälfte 2018 wird die Weltwirtschaft langsamer wachsen, davon ist das Feri Institut überzeugt. Obwohl Deutschland eine Sonderstellung habe, komme es auch hier zum Abschwung. Warum sich die Konjunktur abkühlen wird:

mehr ...

Berater

EZB gewährt Deutscher Bank bei Postbank-Einlagen mehr Spielraum

Die Deutsche Bank hat bei der Integration ihrer Tochter Postbank in das Privat- und Firmenkundengeschäft des Konzerns ein Problem weniger. Die Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) gewährten Deutschlands größtem Geldhaus mehr Spielraum bei der Verwendung von Einlagen und Liquidität.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R-Insolvenzen: Fragen an die Bundesregierung

Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat eine kleine Anfrage zu Container- und Schiffsfinanzierungen an die Bundesregierung gestellt. Ein Teil der Fragen entfällt auf die Causa P&R.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...