Anzeige
28. Juli 2017, 06:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Online-BU – der nächste Schwall heißer Luft aus dem Internet?

In letzter Zeit häufen sich die Ankündigungen neuer Start-ups im Versicherungsgeschäft. Das betrifft nicht nur technische Lösungen sondern vor allem vertriebliche Ansätze. Ich habe mir das neue Tool von Getsurance angesehen. Mit wenigen Klicks zur Berufsunfähigkeits-versicherung (BU) – das hört sich zunächst gut an.

Kommentar von Peter Przybilla, Hengstenberg & Partner

Online-BU – der nächste Schwall heißer Luft aus dem Internet?

“Derzeit scheint mir das Getsurance-Angebot ungeeignet. Mich würde aber interessieren, was die etablierten Versicherer dazu sagen und freue mich auf deren Kommentare.”

Was arrivierten Risikoprüfern und Versicherungsmathematikern graue Haare wachsen lassen würde, könnte in den Augen vieler Kunden von Vorteil sein. Mit unglaublich wenigen Angaben zu schnellem Schutz. Was toll klingt, könnte aber zum Bumerang werden.

Eine BU fast ohne Gesundheitsprüfung

Unstrittig ist die Tatsache, dass wir neue Verkaufsanreize für die BU benötigen und Versicherer umdenken müssen. Aber wenn der neue Ansatz lediglich darauf beruht, Risikofragen zu minimieren und den Deckungsumfang zu senken, kann ich kein zielgerichtetes Handeln entdecken. Lediglich ein kurzes Abernten des Startup-Hypes.

Es könnte natürlich sein, dass uns die Gesellschaften jahrzehntelang belogen haben und man eigentlich keine genaue Risikoprüfung benötigt. Für mich kaum vorstellbar.

Was spricht gegen die Getsurance-BU?

1. Im Angebot von Getsurance gibt es keine Prämiengarantie. Wenn die Schadenquoten aufgrund nachlässiger Risikoselektion und Risikoprüfung explodieren, explodieren auch die Prämien.

Schlecht für die, die dann nicht mehr wechseln können und eine Gesundheitsprüfung nicht mehr bestehen würden. Ein Selbstversuch hat gezeigt, dass ich mich noch bei Getsurance versichern hätte können, ohne Gefahr einer vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung. Sehr erstaunlich.

2. Die Schadenquoten bewegen sich nach Angaben kundenfreundlicher Gesellschaften schon jetzt bei ca. 90 Prozent der Prämieneinnahmen und es wird für die Versicherer immer schwerer die Risiken zu decken. Wie kann man entgegen guter kaufmännischer Kalkulation die Risikoprüfung absenken und sich viele ungünstige Risiken einkaufen?

3. Es steht derzeit nur Squarelife, ein Liechtensteiner Versicherer am Start, der 2013 gegründet wurde und eher als Run-Off Plattform diente. Schnell würde bei negativer Entwicklung durch nachlässige Risikoselektion ein Rückzug des Versicherers wahrscheinlich. Ein Kandidat mehr der kurz auf den deutschen Markt strömt und sich wieder zurückzieht.

Doch bis dahin ist das Start-up längst gewinnbringend verkauft und nur wenige haben sich bereichert. Gerade eben ist der medial durchaus gehypte Dennis Just, CEO von Knip, nicht mehr dort tätig und das Unternehmen verkauft. Hier wurden vollmundige Versprechungen getätigt, am Ende Millionen mit Werbung verbrannt.

Seite zwei: In der BU benötigt man Spitzen-Know-how

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

1 Kommentar

  1. Es ist richtig, Fachwissen existiert nicht, meines Erachtens auch nicht beim Kooperationspartner. Betrachtet man die Angaben seiner Software, so werden unterschiedliche Dinge sehr gleichgemacht. Für mich ist dieses Projekt ein sogenanntes totes Pferd. https://www.frank-dietrich-fachmakler.de/reiten-sie-noch-immer-ein-totes-pferd

    Kommentar von Frank Dietrich — 28. Juli 2017 @ 08:19

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Neuer Finanzvorstand: Jens Warkentin wechselt von Axa zu Talanx

Jens Warkentin, derzeit Chief Operating Officer bei der Axa Konzern AG in Deutschland, tritt vorbehaltlich der Zustimmung des Aufsichtsrats zum 1. Oktober 2018 in den Vorstand der Talanx Deutschland AG ein. Der 51-Jährige wird zum 31. März 2019 das Ressort von Barbara Riebeling übernehmen, die derzeit als Finanzvorstand und Arbeitsdirektorin der Talanx Deutschland AG tätig ist.

mehr ...

Immobilien

Diese Filialbanken bieten die besten Baufinanzierungskonditionen

Dank des Niedrigzinses sind die Finanzierungsbedingungen für den Immobilienkauf noch günstig, jedoch nicht bei allen Filialbanken. Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat untersucht, welche Banken die besten Kreditkonditionen gewähren.

mehr ...

Investmentfonds

Argentinien: Probleme trotz IWF-Kredit

Der IWF-Kredit hat die argentinischen Märkte stabilisiert, aber die Probleme des Landes bleiben bestehen. Welche Herausforderungen die Wirtschaft in den nächsten Monaten überwinden muss und was das für Anleger bedeutet: Gastbeitrag von Rob Drijkoningen, Neuberger Berman

mehr ...

Berater

Sparkassen: Echtzeitüberweisungen in der Regel nicht kostenlos

Seit wenigen Tagen können Kunden bei zahlreichen Sparkassen ihre Überweisung in Echtzeit vornehmen – dies allerdings in der Regel nicht kostenlos. Die Kosten liegen zwischen null und zwölf Euro, wie eine Erhebung von Konto.org ergab. Das Fachportal hat die Preise für Echtzeitüberweisungen aller 385 Sparkassen online abgefragt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Neuer Head of Research and Strategy bei Thomas Lloyd

Die ThomasLloyd Group hat ihr Management-Team erweitert: Nick Parsons ist seit Juni am Hauptsitz in London als Head of Research and Strategy tätig und in dieser Rolle auch Chefvolkswirt der Investment- und Beratungsgesellschaft.

mehr ...

Recht

Erbbaurecht: Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks

Kommunen, Kirchen und Stiftungen vergeben häufig Erbbaurechte. Als “Eigentum auf Zeit” können diese gerade für junge Familien mit wenig Eigenkapital eine Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks darstellen. Die Hamburgische Notarkammer erklärt.

mehr ...