25. Juli 2017, 16:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BVZL: Widerruf ohne rechtlichen Beistand kaum durchführbar

Der Widerruf einer Lebensversicherung ist nach Einschätzung des Bundesverbands Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL) keinesfalls immer die beste Lösung für Versicherte, die ihren Vertrag vorzeitig auflösen wollen oder müssen.

Presse Wichelhaus in BVZL: Widerruf ohne rechtlichen Beistand kaum durchführbar

Ingo Wichelhaus, Vorstand National beim BVZL International

“Es fängt schon damit an, dass sich die Möglichkeit auf Rückabwicklung nur auf solche Policen beschränkt, die zwischen 1994 und 2007 abgeschlossen wurden und bei denen der Versicherte nachweislich nicht richtig über sein Widerspruchsrecht aufgeklärt wurde, was es zu beweisen gilt”, sagt Ingo Wichelhaus, Vorstand National beim BVZL International.

Daher sei ein Widerruf ohne rechtlichen Beistand kaum durchführbar und damit kostenintensiv und zeitaufwendig. In einigen Fällen könne der Prozess recht lange dauern, da es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Versicherern kommen könne.

Alternative Policenverkauf

Hinzu komme, dass Auszahlungen aus der Rückabwicklung gegebenenfalls steuerschädlich seien und Verbraucher in diesem Punkt ebenfalls Beratung benötigten. Wer seine Lebensversicherung vorzeitig auflöse, brauche in der Regel das Geld relativ schnell.

Ein Policenverkauf sei daher eine gute Alternative, da dem Versicherten keine zusätzlichen Kosten entstehen und der Kaufpreis innerhalb weniger Wochen ausgezahlt werde, so Wichelhaus. (kb)

Foto: BVZL

 

Mehr Beiträge zum Thema:

LV-Rückabwicklung: Chance für Vermittler

Lebensversicherung widerrufen: So gehen Sie vor

LV-Widerrufsrecht: Wann der Versicherungsnehmer leer ausgeht

Unseriöser LV-Aufkauf: Versicherungsschein schützt Versicherer

1 Kommentar

  1. Dazu kommt, dass der Anwalt – wenn man ihn nach dem Widerruf fragt – wahrscheinlich auch nicht die anderen Möglichkeiten erwähnt, die man hat. Neben Verkauf z.B. auch Beitragsfreistellung und Beleihung, die je nach Situation auch angemessen sein können.
    Und: Viele verlieren mit dem Widerruf auch eine wichtige Absicherung, z.B. BU oder Risiko-Lebensversicherung, die sie so nicht mehr bekommen.

    Kommentar von Christian — 27. Juli 2017 @ 09:30

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Pensionskassen: Mit Volldampf in den Untergang?

Der Niedrigzins beschäftigt Pensionskassen seit 10 Jahren. Diese Entwicklung nimmt durch die Corona-Krise weiter an Fahrt auf. Arbeitgeber sollten jetzt Risiken evaluieren und Handlungsoptionen prüfen, meint das Beratungshaus auxilion.

mehr ...

Immobilien

Miete oft höher als 30 Prozent des Einkommens

Zwei Drittel der Wohnungssuchenden bereit, mehr für Miete zu zahlen als empfohlen Eine Faustregel lautet: Die Kaltmiete einer Wohnung sollte nicht höher als 30 Prozent des Nettoeinkommens des Mieters sein.

mehr ...

Investmentfonds

Wasserstoff-Durchbruch in Sicht?

Wie aus einer neuen Infografik von Block-Builders.de hervorgeht, zeichneten sich im Bereich der Wasserstoff-Technologie zuletzt zahlreiche Fortschritte ab. Wird Wasserstoff jetzt auch für PKWs nutzbar?

mehr ...

Berater

Die unbequeme Wahrheit über Erfolg in der Selbstständigkeit

Wenn Sie als selbstständiger Finanzdienstleister sich wirklich von der Konkurrenz abheben und zu den besten gehören möchten, dann geht das nur außerhalb der Komfortzone. Gastbeitrag von Trainer und Berater Dieter Kiwus

mehr ...

Sachwertanlagen

Finexity bringt dritten digitalen “Club-Deal”

Das Fintech Finexity AG erweitert sein “Club-Deal”-Angebot um ein Neubauprojekt in Hamburg. Das Projekt ist mit einem Volumen von über acht Millionen Euro das bisher größte im Portfolio des Hamburger Unternehmens und steht Investoren mit Anlagesummen ab 100.000 Euro offen.

mehr ...

Recht

Hälfte der Steuerzahler will Soli-Ersparnis zurücklegen

Mehr als die Hälfte der Steuerzahler, die im kommenden Jahr durch den Wegfall des Solidaritätszuschlags mit einer Entlastung rechnen, will das zusätzliche Nettoeinkommen zurücklegen. Das ergab die jüngste Umfrage im Deutschland-Trend des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA), die von INSA Consulere im Auftrag des DIA durchgeführt worden ist.

mehr ...