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6. September 2017, 06:00
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“Das ist schlichtweg Unsinn”

Die SPD will im Falle eines Wahlsieges eine gesetzliche Krankenversicherung für alle einführen. Cash. sprach mit Dr. Karl-Josef Bierth, für Krankenversicherungen verantwortlicher Vorstand der Signal Iduna Gruppe, über die Pläne für eine Bürgerversicherung und mögliche Folgen.

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Karl-Josef Bierth: “In Großbritannien kann man sehen, wie ein Einheitssystem zu Leistungsrestriktionen führt und am Ende de facto zu einem Zwei-Klassen-System im Gesundheitswesen.”

Cash.: Herr Dr. Bierth, was halten Sie von der Forderung von SPD, Grünen und Linken nach einem Systemwechsel in der Krankenversicherung, also die Einführung einer sogenannten Bürgerversicherung?

Bierth: Wir haben in Deutschland eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Dieses System soll mutwillig zerstört werden – aus rein ideologischen Gründen. Sachliche Argumente gibt es keine.

Dabei gäbe es ausreichend Spielraum für sinnvolle politische Projekte, die den Menschen wirklich helfen, beispielsweise eine generationengerechte Rentenpolitik. Die Einführung der Bürgerversicherung ist die Einführung einer echten Zwei-Klassen-Medizin. Das duale Gesundheitssystem hat sich bewährt und sollte weiterentwickelt werden.

Kaum irgendwo sonst lasse sich das Gefühl von Ungerechtigkeit so hautnah erleben wie bei der Besserbehandlung der Besserverdienenden in den Arztpraxen, argumentieren Befürworter der Bürgerversicherung. Ein nachvollziehbares Argument?

Bierth: Das ist schlichtweg Unsinn. Der Wettbewerb zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung in Deutschland bewirkt, dass gerade auch den gesetzlich Versicherten ein umfangreicher Leistungskatalog zur Verfügung steht, ihnen medizinische Innovationen nicht vorenthalten bleiben, der Zugang zu Vertragsärzten frei ist, Wartezeiten und Zuzahlungen sich im Rahmen halten.

In Großbritannien kann man sehen, wie ein Einheitssystem zu Leistungsrestriktionen führt und am Ende de facto zu einem Zwei-Klassen-System im Gesundheitswesen. Es gibt dort ein staatliches Gesundheitswesen, doch wer es sich leisten kann, entzieht sich komplett und zahlt alles privat.

Stellen Sie sich auf die mögliche Einführung einer Bürgerversicherung ein?

Bierth: Die rechtlichen Hürden dafür sind sehr hoch – wirtschaftlich ist die Einführung zudem völlig unsinnig. Praxen müssten schließen, Arbeitsplätze gingen verloren, die Versorgung für alle würde deutlich schlechter. Das werden die Menschen nicht akzeptieren. Warum also sollten wir uns mit einem Szenario intensiv auseinandersetzen, das außer ein paar Ideologen niemand möchte?

Interview: Kim Brodtmann

Foto: Signal Iduna

 

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5 Kommentare

  1. Lasse Kacken: Klar , nur Sie liegen richtig. Einige Fakten als Erklärung würden viele Leser sicher fortbilden. Man will ja nict eweig “Dumm” bleiben.

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 7. September 2017 @ 14:44

  2. Beitrag und Kommentare sind absolut unsinnig. Der Beitrag wird am Ende widerrufen, die Kommentare , vor allem Frankreich?, sind total daneben. Alles Unsinn!

    Kommentar von Lasse Knacken — 7. September 2017 @ 09:30

  3. Die blödsinnige Bürgerversicherung kommt von den Roten und die haben bekanntermaßen keine Ahnung von Wirtschaft. Die 75% Einkommenssteuer in Frankreich war ein tolles Beispiel dafür.

    Kommentar von Jan Lanc — 6. September 2017 @ 10:34

  4. Wenn die Beamten in die Gesetzliche Krankenkasse einzahlen sollten, müsste der Staat als Dienstherr im Gegenzug auch die Arbeitgeberanteile bezahlen. Die GKV-Beiträge müssten somit den Bruttobezügen der Beamten hinzugerechnet werden. Der Dienstherr behält die Anteile für die Krankenversorgung bereits von den Bezügen der Beamten ein.

    Nur, der Staat kontiert nicht die einbehaltenen Beiträge für die Krankenversorgung seiner Beamten in einem eigenen Haushaltstitel, sondern verwendet diese Gelder nach Gutdünken.

    Kommentar von Paul Beutner — 6. September 2017 @ 08:51

  5. Einerseits ist es an der Zeit, Beamte in die gesetzliche Krankenversicherung zu integrieren, oder die Beihilfe in der Privatversicherung abzuschaffen. Weshalb sollte ein Selbständiger für alle Familienmitglieder den vollen Beitrag bezahlen und Beamte zum Beispiel für Ihre Kinder nur 20%.Die Beamtenvorsorge kann, schon heute bei mehr als 1 Billion Euro Finanzierungsrückstand, der Staat schlicht nicht mehr finanzieren. Andererseits werden Beamte schlicht älter als der Durchschnitt, was einen gewaltigen Anstieg der Kosten, auch in der GKV und der Pflegeversicherung, erwarten lässt. Wie immer das gleiche Spiel: Alles muss bis zum Ende, ungeschönt. berechnet werden.

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 6. September 2017 @ 07:24

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