19. April 2018, 12:47
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Google: “Nicht der Kern unserer DNA“

Eine Studie der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners hat im letzten Jahr ergeben, dass rund 80 Prozent der Versicherer mit ihren Digitalisierungsmaßnahmen keinen messbaren Einfluss auf ihren Umsatz verbuchen können. Die aktuellen Initiativen seien schlecht durchdacht und oft nicht gut umgesetzt. Können Sie das bestätigen?

Meessen: Wir sehen ein sehr großes Potenzial für Versicherungsunternehmen bezüglich der Digitalisierung. Im letzten Jahr haben wir gemeinsam mit der Unternehmensberatung Bain eine Studie veröffentlicht, für die wir untersucht haben, inwieweit die Top-Technologien zur Optimierung von Kostenstruktur und Umsatz bei den Versicherungen beitragen können und viele relevante Anwendungsfälle identifiziert.

Die Digitalisierung wurde auch bereits von den Versicherern als bedeutendes Thema erkannt und in ihre Strategien integriert. Es gibt schon einige greifbare Erfolgsgeschichten, zum Beispiel hat eine Versicherung Machine Learning genutzt, um die digitale Neukundenakquise zu optimieren.

Die Kosten pro Neuabschluss konnten so um 25 Prozent reduziert werden. Andere Beispiele zeigen, dass auch Prozess- und Claimsmanagement durch Machine Learning optimiert werden können.

Aufgaben, für die manuell eine Stunde aufgewendet werden muss, können so in fünf Sekunden umgesetzt werden. Man darf aber nicht vergessen, dass die Umsetzung der Digitalisierung nicht trivial ist, schließlich ist sie mit großen IT-Projekten verbunden und ein großer kultureller Wandel geht damit einher.

Das lässt sich nicht innerhalb von drei Monaten machen, sondern erfordert eine mittel- bis langfristige Strategie.

In einem Vortrag in der Hamburger Handelskammer haben Sie im vergangenen Jahr gefordert, Versicherer sollten ihre Websites omnikanalfähig machen und besonders den zunehmenden Trend zur Internetnutzung auf mobilen Geräten beachten. Das gehöre zu ihrer Basisarbeit. Wie gut sind die Versicherer darin bereits?

Meessen: Alle Versicherer haben dieses Thema auf der Agenda. Der nächste Schritt muss jetzt die Optimierung der mobilen Assets hinsichtlich Nutzerfreundlichkeit und Geschwindigkeit sein.

In Zeiten der Digitalisierung werden die User immer ungeduldiger und erwarten, dass mobile Webseiten innerhalb von drei Sekunden geladen sind – sonst springt über die Hälfte der User wieder ab.

Hier kann die Versicherungsbranche noch viel vom Retailbereich lernen – dort ist man bereits schneller, mobiler und nutzerfreundlicher.

Ist es aus Ihrer Sicht ein Trugschluss, dass viele Versicherer die Insurtechs mittlerweile eher als willkommene Partner denn als Gegner ansehen? Immerhin treten immer mehr Start-ups auch als digitale Versicherer auf.

Meessen: Anders als im Retailbereich sind die Markteintrittsbarrieren in der Versicherungsbranche sehr hoch. Aufgrund von regulatorischen Anforderungen und Eigenkapitalquoten gibt es weniger Start-ups als in anderen Branchen.

Deshalb brauchen die Insurtechs oft die klassischen Versicherungsunternehmen, um überhaupt an den Markt kommen zu können. Die traditionellen Player wiederum arbeiten gern mit Insurtechs zusammen, um neue Trends und Technologien nutzen zu können, ohne sich gleich transformieren zu müssen. Aktuell ist es also eine “win-win“-Situation.

Seite drei: Beratung für “Digital Natives”

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Streit um die Grundrente geht in die nächste Runde

Im Streit um die Grundrente unterstützt Thüringens CDU-Vorsitzender Mike Mohring einen Vorschlag von Christdemokraten für eine nur teilweise Bedürftigkeitsprüfung.

mehr ...

Immobilien

Vorsicht beim Kauf zwangsversteigerter Häuser

Im angespannten Immobilienmarkt bieten Zwangsversteigerungen die Möglichkeit, ein Haus unterhalb des Marktwertes zu erwerben. Die besonderen rechtlichen Rahmenbedingungen bergen jedoch erhebliche Risiken.

mehr ...

Investmentfonds

E-Autos: Neue Hürden verhindern Verbreitung

Die Deutschen sind in Sachen Elektromobilität sehr optimistisch. Warum es nach wie vor ein Nischenthema ist, hängt an vielen Detailfragen. Die oft noch geringe Reichweite ist nur ein Aspekt. Woran es besonders hakt, ist bislang kaum in der öffentlichen Diskussion kaum aufgetaucht.

mehr ...

Berater

Gehalt: So viel verdient Deutschland

Mit welchem Beruf zählen Fach- und Führungskräfte in Deutschland zu den Top-Verdienern und wie groß sind die regionalen Unterschiede beim Lohnniveau? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert der Step Stone Gehaltsreport 2019 mit einem Überblick über die durchschnittlichen Bruttojahresgehälter.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lars Schnidrig rückt zum CEO von Corestate auf

Der Aufsichtsrat der Corestate Capital Holding S.A., zu der unter anderem der Asset Manager Hannover Leasing gehört, hat Lars Schnidrig für vier Jahre zum neuen Chief Executive Officer (CEO) und Vorsitzenden des Vorstands berufen. Er hat ein ambitioniertes Ziel.

mehr ...
22.03.2019

RWB Group wird 20

Recht

BFH kippt den Bauherrenerlass

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat eine uralte steuerliche Restriktion für geschlossene Fonds kassiert. Darauf weist die Beratungsgesellschaft Baker Tilly jetzt hin. Es gibt Vorteile für die heutigen Fonds, aber auch eine Fußangel.

mehr ...