3. Januar 2018, 06:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“In Leben bleiben wir auf Stand-by”

Cash. sprach mit Eberhard Sautter, Vorstandsvorsitzender der Hanse Merkur, über die Pläne seines Unternehmens für 2018, seine Erwartungen an eine neue Bundesregierung und Änderungsbedarf bei Solvency II.

In Leben bleiben wir auf Stand-by

“Die Antwort der europäischen Regulatorik auf das deutsche Versicherungswesen ist völlig überdimensioniert.”

Cash.: Wie fällt ihr Fazit für das Geschäftsjahr 2017 aus?

Sautter: Es war ein anspruchsvolles Jahr im Umfeld diverser Landtagswahlen und dem Urnengang zum Deutschen Bundestag. Da diese Abstimmungen sämtlich moderat ausgegangen sind und eine bürgerliche Mehrheit erbracht haben, erwarten wir mittelfristig Stabilität als Grundlage für unternehmerisches Handeln.

Die Hanse Merkur ist bei einer starken Entwicklung in den Sparten Kranken, Reise und Komposit weiter gewachsen. In der Lebensversicherung bleiben wir vertrieblich auf “Stand-by”, bis gesetzliche Änderungen ertragreiches Geschäft wieder möglich machen.

Welche Pläne hat Ihr Haus für 2018, auf welche Sparten setzen Sie besonders?

Wir setzen weiter auf unsere Hauptsparte Krankenversicherung, da für ihre Zukunft durch die Bundestagswahl Klarheit geschaffen wurde und die Bevölkerung mehrheitlich dem Einheitsmodell Bürgerversicherung eine Absage erteilt hat.

Auch in den touristischen Versicherungen werden wir als zweitgrößter deutscher Reiseversicherer zulegen, da die Reiselust der Deutschen ungebrochen ist. Dazu werden wir unseren Wachstumskurs in Komposit fortsetzen.

Für die Altersvorsorge finden wir dagegen kein gutes Umfeld vor. Zum einen fehlen neue gesetzliche Regelungen und Anreize. Zum anderen verunsichert das Niedrigzinsumfeld die Verbraucher.

Welche Erwartungen haben Sie an die künftige Bundesregierung?

Wer die nächste Bundesregierung stellt, muss sich im Bereich Gesundheit und Pflege dem Thema der Digitalisierung widmen. Ich bin überzeugt, dass die Möglichkeiten von E-Health den Gesundheitsmarkt revolutionieren und wirkliche Mehrwerte für Kunden und Versicherer generieren werden.

Nur bedarf es in Deutschland und auf EU-Ebene rechtskonformer Regelungen, wie mit personenbezogenen Gesundheitsdaten umzugehen ist. Hier muss die Politik dringend ein Zielbild definieren und die richtigen Weichen stellen. Auf diesen Konsens wartet die Gesundheitswirtschaft.

Seite zwei: “Europäische Regulatorik ist völlig überdimensioniert”

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

TÜV Rheinland: E-Kennzeichen auch für Hybridfahrzeuge

Elektromobilität ist auf dem Vormarsch: Wurden 2017 in Deutschland 25.000 Elektrofahrzeuge neu zugelassen, waren es allein im ersten Quartal 2019 immerhin schon 16.000. Besitzer von reinen E-Autos sowie Brennstoffzellen- und Hybridfahrzeugen können ein sogenanntes E-Kennzeichen beantragen – und künftig davon profitieren.

mehr ...

Immobilien

Das Runde muss ins Eckige: DFB-Pokal-Finalisten Leipzig und München im Immobilien-Match

Osten gegen Süden, so will es das diesjährige DFB-Pokal-Finale. Am 25. Mai 2019 treffen der RB Leipzig und der FC Bayern München im Berliner Olympiastadion aufeinander. Während schon die ersten Wetten auf Hochtouren laufen, wer die begehrte Trophäe nach Hause holen wird, hat der Full-Service Immobiliendienstleister McMakler die beiden Finalisten bereits vorab im Immobilien-Städte-Ranking gegeneinander antreten lassen.

mehr ...

Berater

Zusatzangebote im Internet sichern das Überleben der Vermittler

“Nur wer Drittanbieter ins Boot holt, kann gegen innovative InsurTechs und die großen Player wie Google und Amazon bestehen”, sagt Matthias Höhne, globaler Leiter Insurance bei BearingPoint. Ein aktuelles Paper der Management- und Technologieberatung zeigt, wie Versicherer ein solches hybrides Geschäftsmodell in die Praxis umsetzen können.

mehr ...

Sachwertanlagen

Primus Valor schließt Portfollio-Transaktion mit Swiss Life ab

Swiss Life AssetManagers hat mit Unterstützung von CORPUS SIREO Real Estate 93Liegenschaften des so genannten «AGORA» Immobilienportfolios veräußert. Die rund 1.800 Mieteinheiten, zu denen 1.500 W ohnun- gen mit einer Gesamtmietfläche von insgesamt zirka 123.000 Quadratmetern und 300 Gewerbeeinheiten zählen, wurden von zwei Fondsgesellschaften der Primus Valor Gruppe aus Mannheim erworben.

mehr ...

Recht

Vorsicht bei vorausfahrendem Fahrschulfahrzeug

Im Straßenverkehr müssen Autofahrer den Sicherheitsabstand stets so bemessen, dass sie auch bei plötzlichem Bremsen des Vorausfahrenden halten können. Besondere Vorsicht ist angesagt, wenn ein entsprechend gekennzeichnetes Fahrschulauto vorausfährt. Hier muss man auch damit rechnen, dass es ohne erkennbaren Grund abbremst. Die Württembergische Versicherung (W&W) weist auf ein Urteil des Landgerichts Saarbrücken (13 S 104/18) hin.

mehr ...