Anzeige
13. Juni 2018, 09:32
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Streit um Lebensversicherungen vor dem BGH

Die Zinsflaute trifft Lebensversicherungskunden hart – die Verzinsung des Altersvorsorgeklassikers sinkt. Für Verbraucherärger sorgen Einschnitte durch eine Reform. Nun werden sie überprüft.

Streit um Lebensversicherungen vor dem BGH

Vor dem BGH geht es um die Frage, wie viel Geld den Versicherten am Laufzeit-Ende aus den sogenannten Bewertungsreserven zusteht.

Viele Jahre eingezahlt, jetzt wird die Lebensversicherung fällig – und dann die Enttäuschung: Die Summe fällt seit einiger Zeit häufig kleiner aus als von den ausscheidenden Kunden erhofft.

Der Bund der Versicherten (BdV) will das nicht hinnehmen. Vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe streitet er nun für ein Grundsatz-Urteil.

Worum geht es?

Um die Frage, wie viel Geld den Versicherten am Laufzeit-Ende aus den sogenannten Bewertungsreserven zusteht. Versicherer legen die Kundengelder am Kapitalmarkt an, größtenteils in festverzinslichen Papieren wie Staatsanleihen. Bewertungsreserven entstehen, vereinfacht gesagt, wenn der aktuelle Marktpreis der Kapitalanlagen höher ist als der Kaufpreis.

Das ist bei festverzinslichen Papieren der Fall, wenn die Zinsen sinken – dann steigt der Wert älterer Papiere mit höherem Zins in der Bilanz.

Ausscheidende Kunden waren bis zu einer Gesetzesänderung 2014 an diesen Buchgewinnen in jedem Fall anteilig zur Hälfte zu beteiligen. Entsprechend hoch fielen in der Niedrigzins-Phase die Ausschüttungen aus.

Was ist das Problem?

Klassische Renten- und Lebensversicherungen leiden selbst unter der Zinsflaute: Die Versicherer können die hohen Garantieversprechen der Vergangenheit kaum noch am Kapitalmarkt erwirtschaften. Die Leidtragenden sind die vielen Versicherten, deren Verträge noch länger laufen.

Wenn die Assekuranzen hochprozentige Papiere jetzt verkaufen müssen, um scheidende Kunden an den üppigen Reserven zu beteiligen, geht das in der Zukunft zu ihren Lasten. Um die Branche zu stabilisieren, hat 2014 der Gesetzgeber eingegriffen.

Mit welchen Folgen?

Die Assekuranzen dürfen Kursgewinne aus festverzinslichen Wertpapieren nur noch in dem Maße ausschütten, wie Garantiezusagen für die restlichen Versicherten sicher sind.

Für Aktien und Immobilien gilt diese gesetzlich verordnete Kappung nicht. Den größten Teil der Kundengelder legen Versicherer allerdings in festverzinslichen Papieren an.

Im Fall des Versicherten, den der BdV vor Gericht vertritt, bedeutete das: Kurz vor Inkrafttreten der Änderungen hatte ihm die zum Ergo-Konzern gehörende Victoria Lebensversicherung unter Vorbehalt eine Beteiligung an den Bewertungsreserven von 2821,35 Euro in Aussicht gestellt. Tatsächlich bekam er wenig später nur 148,95 Euro.

Seite zwei: Wie stehen die Chancen vor Gericht?

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

BKA: Kfz-Diebstähle gehen zurück

Die Zahl der dauerhaft gestohlenen Kraftfahrzeuge ist in Deutschland leicht zurückgegangen. Dies geht aus der vom Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichten Kfz-Kriminalitätstatistik 2017 hervor.

mehr ...

Immobilien

Studie: Immobilienfondsmanager wachsen 2017 stark

Im vergangenen Jahr haben die durschnittlichen Assets under Management (AuM) von Immobilienfondsanbietern deutlich zugenommen. Das ist ein Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des europäischen Fondsverbandes für ungelistete Immobilien-Vehikel (INREV).

mehr ...

Investmentfonds

Branchentreff der Asset Manager: die funds excellence 2018

Zum siebten Mal trifft sich das Who is Who der Anbieter vermögensverwaltender Fonds zum jährlichen Austausch im Rahmen der funds excellence 2018 in Frankfurt.

mehr ...

Berater

Bürgerschaft soll Drei-Milliarden-Kredit für HSH Nordbank bewilligen

Der Hamburger Senat hat am Dienstag wie angekündigt eine Kreditermächtigung über 2,95 Milliarden Euro beantragt, um seine Garantieverpflichtungen gegenüber der HSH Nordbank abzulösen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Publity kauft weiteres Objekt für ihren Fonds Nr. 6

Die Leipziger Publity AG hat für ihren geschlossenen Publikums-AIF “Publity Performance Fonds Nr. 6” ein etwa 4.500 Quadratmeter großes und vollständig vermietetes Bürogebäude in Büdelsdorf, Schleswig-Holstein, erworben.

mehr ...

Recht

Immobilienvermögen: Was Erben wissen müssen

Ein großer Teil des in Deutschland vererbten Vermögens entfällt auf Immobilien. Wer ein solches Erbe erwartet, sollte sich daher mit den wichtigsten Aspekten rund um Freibeträge und Erbfolge auseinandersetzen. Die Immobilienexperten von McMakler haben die wichtigsten Punkte zum Thema zusammengetragen.

mehr ...