9. Oktober 2019, 13:52
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10. MLP Gesundheitsreport: “Ein Herumdoktern im System reicht nicht mehr”

Zu lange Wartezeiten, Ärztemangel, vorenthaltene Leistungen aus Kostengründen, zuspitzende Personalengpässe in Krankenhäusern: Bevölkerung und Mediziner sind zunehmend unzufrieden mit Gesundheitspolitik. Auch die Digitalisierung stößt bei den Medizinern auf wenig Gegenliebe. Der 10. MLP Gesundheitsreport sieht für die Zukunft eine Zwei-Klassen-Medizin und steigende Beiträge. Ein Herumdoktern am Schwachstellen im System reicht nicht mehr.

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Dr. Uwe Schroeder-Wildberg, Vorstandsvorsitzender von MLP, fordert dringend verbesserte Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen.

 

Mit geschätzten 387 Milliarden Euro vermeldete das Statistische Bundesamt für 2018 einen neuen Höchstwert der Gesundheitsausgaben in Deutschland. Bereits im Jahr zuvor wurde die Marke von einer Milliarde Euro pro Tag erstmals überschritten.

Vor diesem Hintergrund nehmen Bevölkerung und Ärzte die Gesundheitsversorgung in Deutschland immer noch als sehr leistungsfähig wahr und viele Bürger haben in den vergangenen Jahren nochmals bessere Erfahrungen gemacht.

Vielfach bemängelt werden aber weiterhin lange Wartezeiten beim Arzt und vorenthaltene Leistungen aus Kostengründen. In den Krankenhäusern spitzt sich die Lage weiter zu: Hauptproblem hier ist Zeitmangel aufgrund der schwierigen Personalsituation und vieler „Nicht-Notfälle“ in der Notaufnahme.

Der 2016 noch verbesserte Eindruck der Bürger von der Gesundheitspolitik hat sich inzwischen wieder gedreht; bei den Ärzten zeigt sich nun sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit unzufrieden. Dabei hat die Politik in den letzten Jahren zahlreiche Reformmaßnahmen auf den Weg gebracht – doch mit einer Reihe davon sind die Bürger und Ärzte nicht zufrieden.

Verstärkt hat sich zudem der Ärztemangel – dieser wird für Ärzte und Bevölkerung insbesondere in Ostdeutschland immer sichtbarer. Weiterhin erwartet eine deutliche Ärztemehrheit eine Verschlechterung der Gesundheitsversorgung. Die Bevölkerung befürchtet für die Zukunft vor allem eine Zwei- Klassen-Medizin und steigende Beiträge.

Zu diesen Kernergebnissen kommt der 10. MLP Gesundheitsreport. Die repräsentative Bevölkerungs- und Ärztebefragung im Auftrag des Finanzdienstleisters MLP hat das Institut für Demoskopie Allensbach erstellt. Die Ergebnisse im Detail.

 

Seite 2: Zu lange Wartzeiten, immer mehr vorenthaltene Leistungen

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