Vermögensanlagen: Marktwächter kritisiert die Informationen der Anbieter

Fehlende Warnhinweise, schwammige Formulierungen bei der Beschreibung von Anlageobjekt und Prognosen, Mängel bei der Darstellung der Kosten: Das sind die Ergebnisse einer Untersuchung des Marktwächter-Teams der Verbraucherzentrale Hessen zur Transparenz von Vermögensanlagen. In mehr als der Hälfte der untersuchten Fälle informierten Anbieter zudem nicht, in welche Anlageobjekte Verbraucher genau ihr Geld investierten, da es sich um Blindpools handelte.


Vermögensanlagen in Form von Beteiligungen, Nachrangdarlehen oder Direktinvestments bergen Risiken bis zum Totalverlust. Sie gehören zum Grauen Kapitalmarkt, in dem die Produkte weniger stark reguliert sind.

„Häufig in der rechtlichen Ausgestaltung schwer abschätzen“

„Dieses Segment ist aus Verbrauchersicht grundsätzlich problematisch. Verbraucher können Chancen und Risiken wegen der häufig komplexen rechtlichen Ausgestaltung schwer abschätzen“, sagt Wolf Brandes, Teamleiter Grauer Kapitalmarkt beim Marktwächter Finanzen der Verbraucherzentrale Hessen. „Sie sind deshalb erst recht auf zuverlässige und transparente Informationen durch die Anbieter angewiesen.“

Die Marktwächter-Experten prüften deshalb Werbung und Unterlagen von 36 Vermögensanlagen, die im Herbst 2018 öffentlich angeboten wurden. Die Kriterien wurden auf Basis gesetzlicher Vorgaben (VermAnlG und Kommentierungen) von den Marktwächter-Experten entwickelt.[1]

Blindpools: Beispielhaft undurchsichtig

In mehr als zwei Drittel der Fälle (26 von 36) beschrieben die Anbieter die Anlageobjekte nicht angemessen. Anhand der Angaben im dreiseitigen Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB) wurde nicht klar, worin genau Verbraucher ihr Geld investierten.

Als Kriterien für eine transparente Darstellung prüften die Verbraucherschützer hier zum Beispiel bei Containern Angaben zu Alter, Größe und Vermietungsstatus, bei Infrastrukturprojekten Informationen zu Umfang, Lage und Leistung, bei Projekten mit regenerativen Energien Informationen zur Anbindung dieser Anlagen an Netze.

Mit allein 21 Angeboten dominierten Blindpools oder Semi-Blindpools die Stichprobe. „Man wird wenigstens erwarten dürfen, dass Blindpool draufsteht, wenn Blindpool drin ist – aber nicht einmal das ist immer der Fall“, kritisiert Brandes.

 

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