Anzeige
12. Juli 2010, 14:36
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Studie: Honorarberatung löst Altersvorsorgeproblem nicht

Führt Honorarberatung zu großen Lücken in der Risiko- und Altersvorsorge der Deutschen? Diese erstaunliche These soll eine aktuelle Studie des Hamburger IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung im Auftrag von fünf Versicherern stützen.

Honorar-Beratung-Geld in Studie: Honorarberatung löst Altersvorsorgeproblem nicht

Ein Vergleich der unterschiedlichen Vergütungsmodelle wirkt sich der Studie zufolge kaum auf die Absicherungsqualität der Bundesbürger zunächst aus. Sorgen mache dagegen ein ganz anderer Befund: Die Menschen, die sich überhaupt nicht beraten lassen, offenbaren in allen Bereichen der Risiko- und Altersabsicherung große Lücken. Der Fokus der Verantwortlichen sollte sich darauf konzentrieren, die Bürger erst einmal von der Notwendigkeit einer Beratung zu überzeugen, so die Studie, für die 2.088 Bundesbüger befragt wurden.

Trotz der kaum spürbaren Auswirkung auf das Absicherungsverhalten der Bundesbürger sei der Umfrage zufolge die Honorarberatung für dieses Ziel nicht geeignet. Rund 85 Prozent der befragten Deutschen sind gar nicht bereit, für eine Beratungsleistung Honorar zu bezahlen. Sollten also Honorarmodelle weiter forciert werden, dürften damit in Zukunft immer weniger Bürger bereit sein, sich über ihre Risiko- und Vorsorgelücken beraten zu lassen, so die These.

Wichtigster Grund für diese Haltung: Die Bürger stehen der Idee grundsätzlich negativ gegenüber, für eine Beratungsleistung Geld auszugeben. Rund 40 Prozent halten dieses Modell für zu teuer. Das Preisargument spielt dabei nicht nur für die Gruppe der strikten Honorargegner eine wichtige Rolle. Auch die Bürger, die zumindest bei dem Angebot einer ganzheitlichen Finanzberatung ein Honorar in Erwägung ziehen, sehen den finanziellen Aufwand dafür in engen Grenzen. Jeder zweite spricht sich dafür aus, maximal 100 Euro zu investieren.

Auf der Ebene des Basisschutzes sind die Kunden sowohl bei der Provisionsberatung als auch der Honorarberatung auf einem nahezu identischen Niveau. So werden Versicherungsleistungen bei der Sach- und Vermögensabsicherung von den Befragten beider Vergütungsansätze etwa gleich stark in Anspruch genommen. Dazu zählen beispielsweise die private Haftpflicht-, Hausrat-, oder Kfz-Kaskoversicherung. Für diese Leistungen liegen die Abschlussquoten bei den Gruppen beider Vergütungsmodelle bei rund 70 Prozent oder deutlich höher.

Seite 2: Wie viele Bürger Versorgungsdefizite haben

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

2 Kommentare

  1. Die Bürger bezahlen doch sowieso! Es wäre eine Chance für Honorarberater bei der Akquisition von Aufträgen darauf hinzuweisen. Unverprovisionierte Produkte bieten dem Klienten eine bessere Rendite. Das ist schlicht eine Frage der Mathematik. Die Kostenlos-Illusion kommt den Kunden im Endeffekt teuer zu stehen.

    Kommentar von ACF | SalesBooks.de — 13. Juli 2010 @ 18:27

  2. klingt logisch, je mehr Provisionen die Versicherungen kassieren, desto besser ist die Altersvorsorge der Versicherten…

    Kommentar von Guttling — 13. Juli 2010 @ 08:51

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Absolute-Return – Insurtechs – Robo Advisors – Denkmalimmobilien


Ab dem 26. Januar im Handel.

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform

Versicherungen

Die besten Rechtsschutzanbieter

Das Hannoveraner Analysehaus Franke und Bornberg hat zum ersten Mal private Rechtschutzversicherungen getestet – mit einem erfreulichen Ergebnis: Rund 30 Prozent der analysierten 141 Tarife wurden mit der Höchstnote ausgezeichnet.

mehr ...

Immobilien

Immobilienfinanzierung wird digitaler

Die Digitalisierung nimmt in der Immobilienfinanzierung einen immer höheren Stellenwert ein. Der Gesamtmarkt für Immobilienfinanzierungen ist im Jahr 2016 unter dem Vorjahr geblieben. Nach eigenen Angaben konnte der Marktplatz Europace dennoch wachsen.

mehr ...

Investmentfonds

Universal platziert faktorbasierten Aktienfonds

Die Fondsgesellschaft Universal Investment hat zusammen mit Velten Asset Management einen neuen faktorbasierten Fonds für deutsche Aktien aufgelegt.

mehr ...

Berater

Knip, Clark & Co.: Neue Bedrohung für die Maklerbestände

Das Geschäftsmodell von Insurtechs ist faktisch tot. Das ist ein gut gehütetes, aber dem Grunde nach trotzdem offenes Geheimnis. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass die App-Anbieter dies erkannt und ihre Strategie modifiziert haben. Deren Sprengkraft ist noch bedrohlicher.

Die Pradetto-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

ZBI baut Geschäftsfeld Projektentwicklung aus

Die ZBI Zentral Boden Immobilien Gruppe hat 2016 im Geschäftsfeld Projektentwicklung/Bauträger etwa 460 Wohneinheiten für insgesamt rund 90 Millionen Euro verkauft (Vorjahr 80 Millionen Euro) und die Projektpipeline um ein Drittel ausgebaut.

mehr ...

Recht

Berufshaftpflichtschutz verloren: Architekt versus Anwalt

Aufgrund einer Pflichtverletzung aus dem Anwaltsvertrag verlor ein Architekt in einem Haftpflichtverfahren seinen Versicherungsschutz. Daraufhin klagte er gegen seinen Anwalt auf Zahlung von Schadensersatz. Doch kam ihm die Verjährung in die Quere.

mehr ...