30. April 2014, 08:17

“Erfolgreiche Frauen müssen sichtbar werden”

Sabine Brunotte ist Inhaberin der Beratungs- und Kommunikationsagentur Brunotte Konzept und beschäftigt sich regelmäßig mit dem Thema Frauen in der Versicherungsbranche. Im Interview erläutert sie, wie die Branche mehr Frauen gewinnen kann.

Frauen in der Versicherungsbranche: Erfolgreiche Frauen müssen sichtbar werden

Sabine Brunotte: “Das Nachwuchsproblem ist nur zu lösen, wenn gezielt Frauen rekrutiert werden.”

Cash.: Wie hoch ist aktuell der Frauenanteil in Vertrieb und Innendienst?

Brunotte: Auf den ersten Blick scheint das Verhältnis der Geschlechter ausgewogen: In der Versicherungswirtschaft ist knapp die Hälfte aller Beschäftigten weiblich. Aber der größte Teil arbeitet im Innendienst. Im angestellten Außendienst besetzen Frauen nur jede fünfte Stelle. Noch dünner wird die Luft für Frauen auf der Führungsebene. Nur 4,1 Prozent der leitenden Angestellten im Vertrieb sind weiblich.

Haben Männer und Frauen die gleichen Chancen im Vertrieb Karriere zu machen?

Ja und nein. Frauen gelten als kompetent, kundenorientiert und zuverlässig. Sie suchen Verbundenheit, Vertrauenssysteme und gründliche Problembearbeitung, sind hellhörig, zugewandt, sozial wachsam, kommunikationsstark und flexibel. Gerade diese Eigenschaften prädestinieren sie für den Vertrieb.

Ob aber Frauen die gleichen Chancen erhalten wie ihre Kollegen, entscheidet meist nur einer: der direkte Vorgesetzte. Leider mangelt es gerade männlichen Chefs noch an Mut, exponierte Positionen mit einer Frau zu besetzen, sei es eine Führungsaufgabe oder eine Stelle im Vertrieb. Je objektiver das Auswahlverfahren, umso größer werden die Chancen für Frauen.

Warum sind Frauen im Vertrieb immer noch in der Minderheit?

Bislang sind die Instrumente zur Gewinnung von Frauen für den Vertrieb nur gering entwickelt. Während es schon viele Projekte zur Steigerung des Frauenanteils in Führungspositionen gibt, spielen Frauen im Außendienst noch eine untergeordnete Rolle.

Gerade hier fehlen Rollenvorbilder, an denen sich Frauen orientieren können. Die Vertriebskultur ist zudem noch stark männlich geprägt. Sie setzt auf Wettbewerb und bietet Anreize, die Frauen weniger ansprechen als ihre männlichen Kollegen. Imagedefizite der Versicherungswirtschaft spielen ebenfalls eine Rolle.

Frauen messen der sozialen Akzeptanz ihrer beruflichen Tätigkeit mehr Bedeutung bei als Männer und schrecken deshalb vor einer Tätigkeit im Vertrieb zurück. Frauen legen zudem mehr Wert auf ein sicheres Einkommen. Die erfolgsabhängige und damit volatile Vergütung im Außendienst scheint für viele zumindest auf den ersten Blick nicht attraktiv zu sein.

Seite zwei: Frauen für Vertrieb und Führung gewinnen


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Berater


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

Ab dem 16. Juni im Handel.

Cash. 06/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Aktiv versus passiv  –Versicherungen für Immobilien –Luftfahrtmarkt – Marktreport Anlageimmobilien

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Standard Life über Brexit: “Derzeitige Bedingungen haben unverändert Bestand”

Wie der britische Versicherer Standard Life aus Edinburgh mit dem Brexit umgeht und welche Folgen das EU-Referendum für die Kunden in Deutschland und Österreich hat, erläutert Martin Clements, CEO von Standard Life Deutschland, in einem Statement.

mehr ...

Immobilien

Brexit könnte deutschen Immobilienmarkt weiter anheizen

Marktteilnehmer der deutschen Immobilienbranche erwarten, dass die Entscheidung Großbritanniens, die Europäische Union zu verlassen, zu vorübergehender Unsicherheit an den Immobilienmärkten führt. Die Investorennachfrage könnte sich zum Teil nach Deutschland verlagern.

mehr ...

Investmentfonds

No Exit after Brexit – nicht in die Panik verkaufen

Nachdem kurz vor dem Referendum der Verbleib Großbritanniens in der EU wahrscheinlicher als der Brexit erschien, war die Erschütterung der Finanzmärkte über die knappe Austrittsentscheidung extrem heftig.

mehr ...

Berater

Deutsche Bank dünnt Filialnetz aus und streicht 3.000 Stellen

Weniger Standorte, trotzdem mehr Beratung – so verkauft die Deutsche Bank die Einschnitte in ihrem Filialnetz. Nach langen Verhandlungen stehen erste Zahlen fest. Das Management hält den Sparkurs für alternativlos.

mehr ...

Sachwertanlagen

Ein Nachrang kann auch ein Vorzug sein

Nachrangdarlehen gewinnen an Marktbedeutung. Sie haben ein schlechtes Image. Doch das ist nicht in jedem Fall gerechtfertigt. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

BVG billigt EZB-Krisenkurs unter Auflagen

Mitten in der Eurokrise beruhigte die EZB mit einem weitreichenden Versprechen die Märkte. Nach jahrelangem Streit billigt Karlsruhe den riskanten Alleingang der Notenbank – aber nicht bedingungslos.

mehr ...