Anzeige
27. April 2009, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Falschberatung: Gericht gewährt entgangenen Gewinn

Das Landgericht Frankfurt hat mit Urteil vom 17. April 2009 (Az.: 2 31 O 235/08) die vermittelnde Commerzbank erstmals dazu verurteilt, einem Anleger des VIP Medienfonds 3 nicht nur Schadensersatz in Höhe seiner Einlage und entstandener Steuerschäden zu leisten, sondern auch den entgangenen Gewinn zu ersetzen, den er durch eine anderweitige Anlage hätte erzielen können.

Wörtlich erklärten die Richter in ihrem Urteil: ?Der Kläger hat dargetan, dass er das eingesetzte Kapital von 52.500,00 ?anderenfalls gewinnbringend mit einem Zinssatz von 4 % p. a. angelegt hätte und erhat dabei als Zinsbeginn auf den Tag der Zahlung an den Treuhänder abgestellt. Diesist nach Auffassung des Gerichts für die Darlegung entgangenen Gewinnsausreichend.?Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht Jens-Peter Gieschen von der Hamburger Kanzlei KWAG misst der Entscheidung grundsätzliche Wirkung für die betroffenen Anleger bei:?Im Übrigen hat das Landgericht Frankfurt sein Urteil nicht nur alleine auf die jüngste?Kick-Back? Entscheidung des BGH gestützt, sondern insgesamt einBeratungsverschulden der Commerzbank bei der Vermittlung des VIP Medienfonds3 festgestellt. Das Gericht stützt seine Entscheidung im Wesentlichen darauf, dassdie Commerzbank bei der Beratung des Klägers nicht darauf hingewiesen hat, dassbei dem VIP Medienfonds 3 auch ein Totalverlust drohen kann und dass derBankberater die angebliche Sicherheit der steuerlichen Anerkennungsmöglichkeitfalsch dargestellt hat.?Eigenen Angaben zufolge vertritt die Kanzlei rund 1.300 VIP-Fonds Anleger und hat seit dem Jahr 2006 bei zahlreichen Landgerichten Schadensersatzklagen gegen die Commerzbank eingereicht. ?Um eine unnötige Tournee mit jeweils einer handvoll Kläger durch die Landgerichte derRepublik zu vermeiden, hat KWAG eine Vereinbarung mit den Prozessbevollmächtigten der Commerzbank dahingehendgetroffen , dass neu einzureichende Klagen hälftig zwischen den Landgerichten Frankfurtund Hamburg aufgeteilt werden. Auch an diesen beiden Gerichten sind inzwischen jeweilsmehr als 300 Klagen anhängig? so Gieschen. Ziel sei es auch, den Richtern, die mittlerweile über ein Expertenwissen in dem Fall verfügten, die Arbeit zu erleichtern. (af)

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

VZBV: “Restschuldversicherungen sind maßlos überteuert”

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) fordert, dass Restschuldversicherungen künftig nur noch separat und nicht gekoppelt an Kreditverträge vermittelt werden dürfen. Das sollte nach dem Willen der Verbraucherschützer im Umsetzungsgesetz der EU-Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verankert werden.

mehr ...

Immobilien

Bauhauptgewerbe verzeichnet besten Jahresstart seit 1996

Das Bauhauptgewerbe startet erfolgreich in 2017, es verzeichnete zuletzt vor über 20 Jahren mehr Auftragseingänge zu Beginn eines Jahres. Im Vergleich zum Vormonat Dezember sind die Aufträge jedoch leicht gesunken.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Börse tritt auf Kostenbremse

Die Deutsche Börse plant kurzfristig Einsparungen in mindestens zweistelliger Millionenhöhe. Zudem gilt zunächst ein Einstellungsstopp für fast alle Bereiche. Der Konzern reagiert damit auf sinkende Umsätze und das erwartete Scheitern der Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

mehr ...

Berater

Patientenverfügung: BGH präzisiert Anforderungen

Im Einzelfall kann sich die erforderliche Konkretisierung in einer Patientenverfügung auch durch Bezugnahme auf ausreichend spezifizierte Krankheiten oder Behandlungssituationen ergeben – ohne detaillierte Benennung bestimmter ärztlicher Maßnahmen. Das geht aus einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor.

mehr ...

Sachwertanlagen

Weitere Ausschüttung für Anleger der Deutschen Finance

Die Geschäftsführung des PPP Privilege Private Partners Fund des Asset Managers Deutsche Finance aus München wird den Anlegern nach einer erfolgreichen Zielfonds-Transaktion für das Geschäftsjahr 2017 eine Vorabausschüttung in Höhe von 15 Prozent vorschlagen.

mehr ...
24.03.2017

Lacuna goes Canada

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...