Anzeige
Anzeige
18. März 2010, 12:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Interview: „Das Beratungskonzept entscheidet“

Cash. sprach mit John Semler, Geschäftsführender Gesellschafter der ASG Baufi und Gründungsmitglied des Bundesverbands der Immobilienfinanzierer (BVDIF), über Branchentrends im Baufinanzierungssegment und erste Schritte des Verbands.

John-Semler-00311-128x150 in Interview: „Das Beratungskonzept entscheidet“Cash.: Welche Veränderungen haben Sie in den vergangenen zwölf Monaten am Baufinanzierungsmarkt beobachtet?

Semler: Generell hat unsere Branche stets mit Veränderungen zu leben. Betrachtet man die Zinsentwicklung und die Annahmepolitik der Banken wird deutlich, dass vor allem regionale Banken im vergangenen Jahr immens dazu gelernt haben. Das äußert sich zum Beispiel darin, dass Prozesse für Kunden wie auch für Vermittler besser und einfacher gestaltet wurden. Waren vor einem Jahr noch Direktbanken bei der Baufinanzierungsvermittlung führend, haben jetzt regionale Institute wie die PSD Bank deutlich Marktanteile gewinnen können. Diese Veränderungen eröffnen viele neue Chancen für die Berater und ihre Kunden.

Cash.: Kommt es für den Kunden in erster Linie auf den niedrigsten Zins an?

Semler: Sicherlich wird es immer die so genannten Zinsjäger geben. Aber wir sind fest überzeugt, dass mittel- und langfristig nur eine Beratung mit einem guten Konzept trägt. Die Beratungsqualität in der Baufinanzierungsbranche wird aktuell auch vom neu gegründeten Bundesverband der Immobilienfinanzierer e.V. unter die Lupe genommen. Der Verband erarbeitet derzeit eine Empfehlung für Berater und Kunden, die aufzeigt, welche Bestandteile eines Finanzierungskonzeptes unverzichtbar sind.

Cash.: Sie gehören zu den Gründungsmitgliedern des BVDIF. Warum braucht die Branche einen Verband?

Semler: Für die Beratung in der Versicherungswirtschaft gibt es beispielsweise explizite Qualifikationsanforderungen und Kontrollmechanismen durch das Versicherungsvertragsgesetz. Bei der Finanzierungsberatung für Immobilien gibt es das nicht. Ein Gewerbeschein nach Paragraf 34c Gewerbeordnung reicht aus, um als Berater in diesem Bereich tätig zu sein. Wenn man bedenkt, dass eine Finanzierung den Kunden bis zu 30 Jahre seines Lebens begleitet und weitreichende Konsequenzen für ihn haben kann, ist das zu wenig an Anforderung. Hinzu kommt, dass es bislang keine Interessenvertretung der Marktteilnehmer gab, die Initiativen zur Verbesserung der Beratungsqualität hätte durchsetzen können. Diese Lücke schließt sich mit der Gründung des BVDIF.

Cash.: Wie sind die angekündigten Maßnahmen zur Umsetzung ihrer Ziele angelaufen?

Semler: Der erste Schritt als Verband bestand für uns darin, gemeinsam mit der HK Hamburg ein Ausbildungsangebot auf die Beine zu stellen. Im laufenden Jahr warten viele weitere Aufgaben auf uns: Wir bereiten gemeinsam mit der FH München eine Verbraucher-Studie vor, führen erste Gespräche mit der Politik in Bezug auf mögliche gesetzliche Regelungen und werden gemeinsam mit den Verbandsmitgliedern einen verbindlichen Ehren- und Verhaltenskodex entwickeln.

Cash.: Wie werden sich der Markt und die Position der Baufinanzierungsbroker weiter entwickeln?

Semler: Ich bin sicher, dass wir in den nächsten zwölf bis achtzehn Monaten mit einer starken Veränderung im Brokermarkt rechnen können. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass ein persönlicher Ansprechpartner bei der Bank für den Finanzierungsberater genauso wichtig ist, wie für den Endkunden. Das klassische Plattform-Geschäft wird aus diesem Grund wohl eher stagnieren. Die Bedeutung regionaler Bankangebote steigt. Die Zukunft des Baufinanzierungsmarktes liegt meines Erachtens in der Kombination beider Möglichkeiten mit entsprechendem Internetangeboten.


Interview: Barbara Kösling

Mehr zum Thema Baufinanzierung lesen Sie in Cash. 4/2010

Foto: ASG Baufi

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Münchener Verein baut Eigenkapitalbasis aus

Die Münchener Verein Versicherungsgruppe konnte im Geschäftsjahr 2016 ein Ergebnis nach Steuern in Höhe von 99,6 Millionen Euro erzielen. Das entspricht einer Steigerung von 5,1 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr.

mehr ...

Immobilien

Die Top Sechs der teuersten und günstigsten Studentenstädte

Nicht alle Studenten leben gerne in WGs, in einigen Hochschulstädten ist das Leben ohne Mitbewohner aber besonders teuer. Immowelt hat untersucht, wo Studenten am teuersten wohnen und in welchen Städten die Mieten besonders niedrig sind.

mehr ...

Investmentfonds

Banken leihen sich von EZB 233,5 Milliarden Euro

Die europäischen Kreditinstitute haben vorerst die letzte Gelegenheit sehr stark genutzt, um sich zum Nullzins Kredite von der EZB zu besorgen. Auch in der Eurozone verdichten sich mittlerweile die Anzeichen für einen strafferen Notenbankkurs.

mehr ...

Berater

Sparkassen im Norden forcieren Online-Banking

Trotz wachsender Belastungen durch die Niedrigzinsen haben die Sparkassen in Schleswig-Holstein 2016 ihren Jahresüberschuss nach Steuern auf 143,2 Millionen Euro steigern können. Das teilt der Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein mit. Um sinkenden Erträgen entgegenzuwirken, wollen die Sparkassen ihr digitales Angebots ausbauen.

mehr ...

Sachwertanlagen

US-Justiz ermittelt gegen Hapag-Lloyd und Møller-Maersk

Sprechen die großen Reedereien im Hinterzimmer ihre Preise ab? US-Behörden haben eine Untersuchung gegen die Branche eingeleitet. Stellung nehmen soll auch der deutsche Container-Riese Hapag Lloyd.

mehr ...

Recht

LV-Vertrag: Bei Änderung Steuerlast wie bei Neuabschluss

Wird ein Lebensversicherungsvertrag (LV-Vertrag) vor Ablauf der Vertragslaufzeit geändert, ohne dass die Modifikation von vornherein vertraglich vereinbart worden ist, liegt hinsichtlich der Änderungen aus ertragsteuerlicher Perspektive ein neuer Vertrag vor. Dies entschied der Bundesfinanzhof.

mehr ...