7. März 2016, 13:46

Wohnatlas 2016: Wo die Bevölkerung noch wächst

Die Postbank hat die Bevölkerungsentwicklung der 36 bundes- und landesweit größten Städten untersucht. Die Ergebnisse wurden im „Wohnatlas 2016 – Leben in der Stadt“ veröffentlicht.

Finum-Wachstum in Wohnatlas 2016: Wo die Bevölkerung noch wächst

Bevölkerungswachstum zieht steigende Immobilienpreise nach sich.

Die Bevölkerungsentwicklungeiner Stadt und die Preise für Immobilien hängen engen zusammen, wie die Studie der Postbank zeigt. So lasse ein Bevölkerungsanstieg um ein Prozent die Preise für Eigentumswohnungen im Schnitt um 3,5 Prozent steigen, bei Einfamilienhäusern um 1,9 Prozent. Bis 2030 würden allerdings nur noch zwei von fünf Städten wachsen, ohne den Zuzug von Flüchtlingen wäre es nur ein Drittel der Städte.

Zuwanderung mildert demographische Entwicklung

Vor allem der Osten könne durch den Zuzug von Flüchtlingen profitieren, während Engpässe auf dem Immobilienmarkt in prosperierenden Städten noch verstärkt würden. Die Studie lege zugrunde, dass bis 2030 insgesamt eine Million Menschen zuwandern, das entspricht der Zahl der Flüchtlinge, die 2015 nach Deutschland kamen. Die gegenwärtige Verteilung auf die Bundesländer nach dem Königsteiner Schlüssel bleibt bestehen. Innerhalb der Länder werde eine Aufteilung nach Bevölkerungsanteilen angenommen.

Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken

Postbank Studie Wohnatlas 2016 Demografie Maerz 20161 in Wohnatlas 2016: Wo die Bevölkerung noch wächst

Berlin könne um 4,7 Prozent bis 2030 wachsen und stehe damit an der Spitze, gefolgt von Potsdam (plus 4,5 Prozent) und Hamburg (plus 4,4 Prozent). Bremen, Leipzig und Köln entgingen aufgrund der Flüchtlingsintegration knapp einer negativen Bevölkerungsentwicklung. Die Preise für Eigentumswohnungen in Berlin werden laut Studie um 14,5 Prozent zulegen, sechs Prozent stärker als ohne den Zuzug zu erwarten gewesen wäre. In Hamburg sei mit Preissteigerungen von 13,9 Prozent zu rechnen.

Steigender Wohnflächenbedarf

“Der Flüchtlingszuzug hat keinen unmittelbaren Einfluss auf den Kaufpreis von Immobilien, aber er ruft sogenannte Kaskadeneffekte hervor”, so Dieter Pfeiffenberger Bereichsvorstand Immobilienfinanzierung bei der Postbank. So führe der höhere Bedarf an preisgünstigem Wohnraum zu Engpässen im Bereich der geförderten Wohnungen. Das wiederum ziehe Ausweicheffekte nach sich: Die Nachfrage nach teureren Mietwohnungen steige, das Mietniveau ziehe an und mit ihm auch die Nachfrage nach Eigentumswohnungen und Häusern.

Immobilienpreise der schrumpfenden Städte würden zusätzlich durch den steigenden Wohnflächenbedarf gestützt. In allen 36 untersuchten Städten seien die Immobiliengrößen pro Haushalten in den vergangenen zehn Jahren gestiegen. Bis 2030 werde die Wohnflächennachfrage in drei Viertel der Städte weiter steigen. Grund dafür sei die steigende Anzahl von Single-Haushalten und der Wunsch nach mehr Wohnraum.

Wohneigentum bleibt lohnendes Investment

Laut Einschätzung der Studie halten Preissteigerungen in Wachstumsstädten an, wenn auch mit abnehmenden Wachstumsraten. “Wohneigentum in Wachstumsstädten und ihrem Umland ist daher nach wie vor ein lohnendes Investment”, so Pfeiffenberger. Auch in Städten, deren Bevölkerung zurückgeht, müsse nicht auf Wohneigentum verzichtet werden. Gut geschnittenen und ausgestatteten Immobilien in attraktiven Lagen drohe auch hier kein Wertverlust. In diesen Städten könnte es demnächst sogar attraktive Schnäppchen geben. (kl)

Foto: Shutterstock


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Immobilien


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 8/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Global gewinnt - BU - Gewerbehaftpflicht - Private Equity - Wohnimmobilienmarkt Berlin- Hitliste der Vertriebe - Digitalisierung

Ab dem 14. Juli im Handel.

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Outsourcing: Kostendruck zwingt Versicherer zum Handeln

Investitionen für Outsourcing-Aktivitäten der Versicherer haben bislang noch einen bescheidenen Umfang. Das wird sich langfristig ändern, wenn sich einige Parameter verändern, sagt eine aktuelle Studie. 

mehr ...

Immobilien

Kündigungswelle bei Bauspar-Altverträgen geht weiter

Die Bausparkassen setzen im Streit um relativ hoch verzinste Verträge ihren Kurs fort. Wie bereits im vergangenen Jahr werde man auch 2016 Altverträge kündigen, die seit Langem zuteilungsreif sind und nur als Guthaben genutzt werden, teilten zahlreiche Bausparkassen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit.

mehr ...

Investmentfonds

Deutsche Bank überzeugt Investoren mit Halbjahreszahlen nicht

In den vergangenen Monaten sackte der Kurs der Aktie der Deutschen Bank dramatisch ab. Die Investoren waren auch zuletzt skeptisch bei der Gewinnentwicklung. Diese Befürchtungen stellten sich mit der Vorlage der Halbjahreszahlen als nicht ungerechtfertigt heraus.

mehr ...

Berater

Commerzbank-Gewinn sackt um ein Drittel ab

Die niedrigen Zinsen und die Unruhe an den Kapitalmärkten machen den Banken zu schaffen. Bei der Commerzbank schmelzen die Gewinne dahin. Im zweiten Quartal sackte der Überschuss auf 209 Millionen Euro ab.

mehr ...

Sachwertanlagen

BVT: Produktoffensive im Herbst

Die BVT Unternehmensgruppe konnte 2016 bisher 60 Millionen Euro Eigenkapital platzieren. Das sind bereits 53 Prozent mehr als im Gesamtjahr 2015, teilte das Unternehmen mit. Für den Herbst sind gleich mehrere neue AIFs geplant.

mehr ...

Recht

Verfassungsbeschwerde gegen Bestellerprinzip bei Maklern gescheitert

Zwei Immobilienmakler sind mit ihrer Verfassungsbeschwerde gegen das Bestellerprinzip bei Provisionen für Wohnungsvermittlungen gescheitert.

mehr ...