7. März 2016, 11:51

Brexit: Ifo-Institut plädiert für “Norwegen-Modell”

Das ifo Institut in München hat vor einem Brexit, also dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union gewarnt.

London-Gewitter-750 in Brexit: Ifo-Institut plädiert für Norwegen-Modell

London: In Sachen Brexit droht Ungemach für UK, aber auch die EU

“Ein Austritt Großbritanniens hätte viele negative wirtschaftliche Folgen für das Land, aber auch für die EU und Deutschland”, sagte Gabriel Felbermayr, Leiter des ifo-Zentrums für Außenwirtschaft, am Montag in München. Im schlimmsten Fall würde der Freihandel gestoppt, die Binnenmarktregeln verfallen, Zollschranken würden wieder errichtet. “Der Handel würde dann richtig teuer – insbesondere für Großbritannien. Denn für die Briten ist der EU-Markt sehr viel wichtiger als Großbritannien für die allermeisten EU-Mitgliedstaaten. Auch auf BMW mit seiner Mini-Fabrik in Oxford würden höhere Kosten zukommen.”

“Deutschland würde wichtigen Partner verlieren”

Felbermayr fügte hinzu: “Deutschland würde auch einen wichtigen Partner verlieren. Großbritannien und Deutschland vertreten beide marktwirtschaftliche Prinzipien, anders es als Frankreich in vielen Fragen tut.” Obendrein fiele der britische Nettobeitrag an die EU weg, Deutschland müsste möglicherweise mehr zahlen. Handelshemmnise würden auch entstehen, wenn nach einem Austritt die Beziehungen zur EU so geregelt würden wie mit der Schweiz. Mit der Schweiz gibt es 120 Abkommen, die einen direkten Zugang zum EU-Binnenmarkt ermöglichen. “Es würde Jahre dauern, die Verträge für Großbritannien auszuhandeln”, fügte Felbermayr hinzu.

Die günstigste Regelung für den Handel wäre das Modell Norwegen: Großbritannien bliebe im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Wie Norwegen müsste auch Großbritannien etwas Geld in die Gemeinschaft einzahlen, hätte bei der Rechtssetzung der EU aber kein Mitspracherecht. (fm)

Foto: Shutterstock


Aktuelle Beiträge
Folgen Sie uns:
Aktuelle Beiträge aus dem Ressort Märkte


Topaktuelle Themen auf der Startseite


Cash.Aktuell

Cash. 8/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Global gewinnt - BU - Gewerbehaftpflicht - Private Equity - Wohnimmobilienmarkt Berlin- Hitliste der Vertriebe - Digitalisierung

Ab dem 14. Juli im Handel.

Cash. 07/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Income-Fonds  – Mr. Dax im Fonds-Gespräch – PKV - Ferienimmobilien - Recruiting

Ihre Meinung

Mehr Cash.

Versicherungen

Nach Unwettern: Elementarversicherung im Trend

Eine steigende Zahl von Hausbesitzern macht sich offensichtlich Sorgen um drohende Naturkatastrophen. Nach den schweren Unwettern im Juni melden Versicherungen einen sprunghaften Anstieg des Interesses an einer Elementarschadenversicherung.

mehr ...

Immobilien

Verschuldungsbereitschaft in Deutschland auf hohem Niveau

Auf der Suche nach einer sicheren Geldanlage investieren immer mehr Menschen in Immobilieneigentum. Dafür sind sie nach einer aktuellen Analyse von Immobilienscout24 bereit, sich immer höher zu verschulden.

mehr ...

Investmentfonds

Währungsfonds auf Absolute-Return-Basis lässt stabile Erträge erwarten

Der Währungsmarkt ist aufgrund seiner hohen Liquididät sehr beliebt und gewinnt immer neue Anhänger. Cash. sprach mit Andreas König, Manager des Fonds Pioneer Funds – Absolute Return Currencies, über das systematische Erzielen von Renditen auf dem Devisenmarkt.

mehr ...

Berater

Deutsche Makler Akademie kooperiert mit Wolters Kluwer

Die Deutsche Makler Akademie (DMA) hat eine Kooperation mit dem Wissens- und Informationsdienstleister Wolters Kluwer Deutschland vereinbart. DMA-Seminarteilnehmern stehen hierdurch demnach unter anderem rabattierte Fachbücher zur Verfügung.

mehr ...

Sachwertanlagen

Lacuna: EEG-Novelle mit Licht und Schatten

Beim Asset Manager Lacuna sieht man der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) mit gemischten Gefühlen entgegen. Insbesondere das nun beschlossene Ausschreibungsverfahren sei für kleinere Anbieter schwierig, so das Unternehmen in einer aktuellen Stellungnahme.

mehr ...

Recht

Verfassungsbeschwerde gegen Bestellerprinzip bei Maklern gescheitert

Zwei Immobilienmakler sind mit ihrer Verfassungsbeschwerde gegen das Bestellerprinzip bei Provisionen für Wohnungsvermittlungen gescheitert.

mehr ...