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20. November 2008, 00:00
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Proteste bei Ergo und Deutscher Ring

Rund zehntausend Mitarbeiter der Düsseldorfer Ergo-Versicherungsgruppe protestieren gegen geplante Kostensenkungen und damit verbundene Einschnitte beim Personal. Auch beim Hamburger Versicherungskonzern Deutscher Ring gibt es Widerstand, Mitarbeiter wehren sich gegen geplante Umstrukturierungen, die der Schweizer Mutterkonzern Bâloise durchsetzen will.

Bundesweiter Aufruf zum Warnstreik

Bis zuletzt hatte die Ergo-Konzernführung versucht, einen Warnstreik der Belegschaft zu verhindern – vergeblich. In München, wo der Aufsichtsrat des Unternehmens tagt, werden Betriebsräte dem Management heute eine Protestnote übergeben. In Berlin treffen sich Mitarbeiter zu einem Demonstrationszug vor dem Haus der zur Ergo-Gruppe gehörenden Victoria Versicherung.

Hintergrund des Widerstands sind Wachstums- und Kostenziele, in deren Rahmen die Prämien bis 2012 von 18 auf 23 Milliarden Euro und der Gewinn von 300 auf 900 Millionen gesteigert werden sollen. 1.800 Stellen werden deshalb bundesweit gestrichen, damit ist die Ergo-Führung zwar von ihrem ursprünglichen Einsparziel von 1.930 Arbeitsplätzen abgewichen. Dennoch rechnen die Betriebsräte angesichts der ambitionierten Pläne mit weiteren Kostensenkungen und entsprechenden Konsequenzen für die Mitarbeiter.

Widerstand in Hamburg gegen Bâloise-Pläne

In Hamburg protestierten unterdessen gestern rund 300 Mitarbeiter des Deutschen Rings gegen Umstrukturierungspläne, die eine Zusammenlegung der DR-Leben- und Sachversicherer mit den Basler Versicherungen vorsehen, die ebenfalls zur Bâloise gehören.

Dagegen wehrt sich die als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit rechtlich selbstständige und damit außerhalb der Kontrolle der Bâloise agierende DR-Krankensparte. Letzte Woche hatte sich bereits deren Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Dietmar Jllert gegenüber cash-online beschwert, die Schweizer hätten ihre Pläne bis dahin nicht gegenüber dem Kontrollgremium kommuniziert.

Die Arbeitnehmervertreter in den Aufsichtsräten der DR-Gesellschaften teilten indes mit, die Abberufung des Vorstands um Wolfgang Fauter nicht mitzutragen und übten scharfe Kritik an den Vorhaben der Schweizer Konzernmutter. “Die von der Bâloise verfolgten effizienteren und klareren Strukturen werden auf diesem Wege nicht erreicht – im Gegenteil”, erklärte Helga Reichow, Aufsichtsratsmitglied der DR-Leben.

Laut Informationen der Zeitung “Handelsblatt” signalisiert die Bâloise allerdings inzwischen Gesprächsbereitschaft. (hb)

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