Anzeige
23. Dezember 2010, 12:04
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Versicherer noch ohne Einheitstarife für Frauen und Männer in der Schublade

Einer Umfrage des Verbraucher- und Finanzportals Financescout 24 zufolge hat bislang kaum ein Versicherer bereits sogenannte Unisex-Tarife entwickelt. Stattdessen überwiegt die Hoffnung, dass der Europäische Gerichtshof (EuGH) geschlechtsspezifische Tarife weiter für zulässig erklärt.

Gender-127x150 in Versicherer noch ohne Einheitstarife für Frauen und Männer in der SchubladeDas neue Jahr könnte für Deutschlands Versicherer eine Neuerung bringen, die sie am liebsten vermeiden würden: Derzeit prüft nämlich der EuGH , ob die Assekuranz die Prämien von Frauen und Männern angleichen muss, um dem Antidiskriminierungsgebot gerecht zu werden. Versicherer wie Huk Coburg, DEVK oder Admiral Direkt betonten im Rahmen der Befragung unisono, dass nicht das Geschlecht, sondern das vom Kunden ausgehende Risiko ausschlaggebend für die Berechnung der Tarife sei und diese Vorgehensweise sehr wohl ihre Berechtigung habe.

Männer bezahlten deshalb höhere Beiträge in der Autoversicherung, weil sie häufiger als Frauen schwere Unfälle verursachen. Dafür seien zum Beispiel private Rentenversicherungen für Frauen teurer, weil sie im Schnitt fünf Jahre länger lebten als Männer. Für Financescou t24-Geschäftsführer Dr. Errit Schlossberger ist diese Kalkulation nachvollziehbar: “Wer mehr kostet, muss mehr bezahlen. Die Versicherer berechnen die Prämien auf Basis von Statistiken – und die sind so objektiv wie eindeutig.”

Laut einem Sprecher der Huk Coburg: Die Differenzierung der Tarife nach dem Geschlecht verstoße keineswegs gegen das Gleichbehandlungsgebot, sondern entspreche diesem sogar explizit: Demnach müssten gleiche Risiken gleich und ungleiche Risiken ungleich behandelt werden. Unisextarife zwängen die Gesellschaften dazu, ungleiche Risiken gleich zu behandeln. Schlossberger fürchtet gar, dass Einheitstarife zu einem generellen Prämienanstieg führen könnten: In der privaten Rentenversicherung würden die Prämien für Männer steigen, damit Frauen nicht länger vermeintlich diskriminiert werden. Als Konsequenz käme es zu Kündigungen von Männern, die diese Anpassung nicht mittragen wollen. Weil die Zahl der Versicherten sänke und es bei den Assekuranzen zu Beitragsabflüssen käme, würden diese die Tarife generell erhöhen – auch diejenigen der Frauen. “Am Ende würde niemand mehr vermeintlich diskriminiert. Aber alle müssten höhere Beiträge zahlen”, kritisiert der Financescout 24-Chef.

Seite 2: Verbraucherschützer pochen EU-weit auf Unisex-Tarife

Weiter lesen: 1 2

1 Kommentar

  1. […] kaum ein Versicherer bereits sogenannte Unisex-Tarife entwickelt. Stattdessen überwiegt […] Cash.Online: News- und Serviceportal für Finanzdienstleistungen Share and […]

    Pingback von Versicherer noch ohne Einheitstarife für Frauen und Männer in der Schublade | Mein besster Geldtipp — 26. Dezember 2010 @ 04:03

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 4/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Tech-Aktien – Fondspolicen – Baufinanzierung – Frauen in der Finanzberatung

Ab dem 16. März im Handel.

Cash. 3/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Pflegevorsorge - Small Caps - Zinshäuser - Digitalisierung - Honorarberatung - Leadsgewinnung - Nachfolge-Planung

Versicherungen

Generali: Alternativen zur Klassik legen zu

Die Generali in Deutschland konnte ihr operatives Ergebnis im Geschäftsjahr 2016 auf 847 Millionen Euro erhöhen, ein Plus von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Gesamtkosten sanken um 117 Millionen Euro auf 1,3 Milliarden Euro.

mehr ...

Immobilien

WIKR: Präzisierungen bei Immobilienkrediten

Die umstrittenen strengen Vorgaben für die Vergabe von Immobilienkrediten werden nachgebessert. Der Bundestag beschloss am Donnerstag Präzisierungen zu der seit einem Jahr geltenden “Wohnimmobilienkreditrichtlinie”.

mehr ...

Investmentfonds

Brexit: Luxemburg beansprucht Sitz der Europäischen Bankenaufsicht

Luxemburg will nach dem Brexit Sitz der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) werden. Nach Ansicht von Premierminister Xavier Bettel hat das Großherzogtum ein Anrecht auf den Umzug der EBA nach Luxemburg.

mehr ...

Berater

“Als ich anfing, war es geradezu exotisch, sich mit Frauen zu beschäftigen”

Heide Härtel-Herrmann ist seit über 30 Jahren als Beraterin tätig. Mit Cash. hat sie über ihren Werdegang, Frauen in der Finanz- und Versicherungsbranche und die Bedürfnisse weiblicher und männlicher Kunden gesprochen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Ratingwissen-Tag: “Plausibilitätsprüfung nicht erforderlich”

Plausibilitätsprüfung und Vertriebsregulierung durch die EU-Richtlinie MiFID II zählten zu den Themen auf dem „15. Fondsrating-Tag/3. Assetmanagement-Tag“ des Veranstalters Ratingwissen am Mittwoch – mit einigen überraschenden Statements.

mehr ...

Recht

BGH stärkt prozessualen Rechtsschutz von Versicherungsnehmern

Klagt ein Versicherungsnehmer gegen einen Versicherer mit Sitz im Ausland, gilt die für den Versicherungsnehmer vorteilhafte Regelung des Gerichtsstandes in dessen Bezirk – auch wenn es sich um Ansprüche aus “Altverträgen” handelt, die vor Inkrafttreten des reformierten VVG geschlossen wurden.

mehr ...