Anzeige
11. Dezember 2012, 12:58
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Attraktivität von Lebensversicherungen: Verbraucherschützer contra Verband

Der Neuabschluss einer Kapitallebensversicherung ist laut „Finanztest“ nicht mehr attraktiv. Grund hierfür sei die künftig geringer ausfallende Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven. Die Versicherungswirtschaft hält dagegen.

Verbraucherschützer sprechen sich gegen die Kapitallebensversicherung aus

 

Der Garantiezins auf den Sparanteil betrage nur noch 1,75 Prozent, gerechnet auf den Gesamtbetrag könne das bei teuren Anbietern weniger als ein Prozent betragen, heißt es in der Januar-Ausgabe der Verbraucherzeitschrift. Außerdem müsse man damit rechnen, dass die Versicherer versuchten, über die Garantie hinausgehende Leistungen zu kürzen, wie jetzt bei den Bewertungsreserven geschehen, so die Verbraucherschützer.

Nach einem Beschluss des Bundestages soll sich die Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreserven ab dem 21. Dezember 2012 reduzieren, um die Lebensversicherer, die mit einer anhaltenden Niedrigzinsphase zu kämpfen haben, zu entlasten. Seit 2008 mussten die Lebensversicherer ihren Kunden, deren Verträge fällig werden, bei der Auszahlung mit 50 Prozent an ihren stillen Reserven beteiligen. Im Gespräch ist allerdings noch eine „Härtefallregelung“, die Ausnahmen ermöglichen könnte.

GDV widerspricht Verbraucherschützern

Beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) widerspricht man der Darstellung der Verbraucherschützer: „Lebensversicherungen lohnen sich selbstverständlich noch“, sagt GDV-Sprecher Hasso Suliak. Man dürfe nicht vergessen, dass Lebensversicherungen kein reines Sparprodukt seien, sondern dazu dienen eine lebenslange Altersvorsorge aufzubauen, ergänzt Suliak.

Der Verband sieht in der Reform der Bewertungsreserven einen wichtigen Schritt, damit das Produkt Lebensversicherung attraktiv bleibe: „Die derzeitige Regelung zu den Bewertungsreserven führt dazu, dass diese prozyklisch gerade dann ausgeschüttet werden müssen, wenn diese zur Sicherung der Risikotragfähigkeit dringend benötigt werden“, erklärt Suliak. Dadurch müssten die Versicherungsunternehmen systematisch Risikopuffer abbauen, obwohl diese für den Ausgleich der verminderten Zinseinnahmen dringend gebraucht würden. Laut des GDV-Sprechers gehen der Versichertengemeinschaft somit für die Zukunft fest eingeplante Zinserträge verloren. „Wird dieser Missstand nicht korrigiert, entstehen massive Benachteiligungen für das Versichertenkollektiv“, bekräftigt Suliak.

Gesamtverzinsung noch über vier Prozent

In der Versicherungswirtschaft wird zudem betont, dass die Versicherten zusätzlich zum Garantiezins eine jährlich neu festgesetzte variable Verzinsung auf ihre Verträge erhalten. Addiert mit dem Garantiezins ergibt sich die laufende Überschussbeteiligung. Im Durchschnitt lag diese im letzten Jahr bei 3,9 Prozent. Hinzu kommt der sogenannte Schlussüberschussanteil, so dass die Verträge eine durchschnittliche Gesamtverzinsung von zuletzt über vier Prozent aufweisen.

Dies dürfte auch ein Grund sein, warum die Verbraucherschützer von einer Kündigung von Verträgen abraten: Wer bereits eine Kapitallebensversicherung habe, sei meist besser beraten, den Vertrag durchzuhalten, denn eine Kündigung oder Beitragsfreistellung sei oft teuer, so Finanztest. (lk)

Foto: Shutterstock

Anzeige

5 Kommentare

  1. Selbst mit dieser Befürwortung werden immer noch Fragen auftauchen ob diese Art von Investition von Wert ist. Wenn Sie mich fragen… Ja. Ja, zu der Investition, aber nicht mit den jährlichen Zinsen.

    Kommentar von http://www.fondsgebundenelebensversicherung.biz/ — 28. Dezember 2012 @ 11:39

  2. wer schützt uns vor den Verbraucherschützer ????

    Einen Versicherung soll etwas versichern und nichts besparren, und das ist das Feld auf dem genügent zu tun ist. Sparen kann man sich so einiges, aber es sollte das richtige sein.

    Kommentar von Uwe Götze — 12. Dezember 2012 @ 09:14

  3. Die Versicherer sollten Risiken absichern und die Altersvorsorge den Profis überlassen. In der Kombination geht es doch nur um Provisionen für den Vermittler und sonst um gar nichts.

    Kommentar von experte_8 — 12. Dezember 2012 @ 08:26

  4. Lustig diese Diskussion, wie werden die Kommentatoren schreiben wenn wir wieder eine Hochzinsphase haben werden ? Es bleibt spannend. Liebe Grüße Nils Fischer

    Kommentar von Nils Fischer — 11. Dezember 2012 @ 19:27

  5. Vor allem sollte betont werden das der Zins nur auf den Sparantel gezahlt wird. Also kann das keine lohnende Investition sein.

    Kommentar von Jan Lanc — 11. Dezember 2012 @ 18:44

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Trumps Sieg in Rendite ummünzen - Themen, Produktangebote und Trends 2017 - Rentenreform - IDD

Ab dem 15. Dezember im Handel!

Cash. 12/2016

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Flaggschiff-Fonds – IDW S4-Standard – Crowdinvesting – Bankenwelt

Versicherungen

WIKR: Konsequenzen für die Darlehensvergabe der Assekuranz

Die Umsetzung der Wohnimmobilienkreditrichtlinie (WIKR) im März 2016 bedeutet für alle Beteiligten eine große Herausforderung. Auch das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) ist von der WIKR betroffen. In ihrer aktuellen Publikation stellt die Finanzaufsicht Bafin die Änderungen dar.

mehr ...

Immobilien

JLL: Hohe Zuwächse bei den Wohnungsmieten

Die Angebotsmieten für Wohnungen haben nach Angaben von Jones Lang LaSalle (JLL) in 2016 den höchsten Zuwachs der vergangenen Jahre verbucht. Der größte Anstieg wurde in Berlin registriert.

mehr ...

Investmentfonds

Source lanciert neuen Rohstoff-Fonds

Ein neues Rohstoff-Investment bereichert die Produktpalette der britischen Fondsgesellschaft Source, Anbieter von börsengehandelten Produkten.

mehr ...

Berater

Efonds führt Online-Zeichnung von Sachwertanlagen ein

Die Efonds Group aus München bietet einen neuen digitalen Service an. Privatanleger können Beteiligungen an Sachwertefonds ab sofort online zeichnen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Marke Brenneisen Capital wird veräußert

Manfred Brenneisen, Chef der Brenneisen Capital mit Sitz in Wiesloch, veräußert den Geschäftsbereich Spezialvertrieb für Sachwertanlagen samt Markennamen. Die persönliche Kontinuität für die Geschäftspartner soll gewahrt bleiben.

mehr ...

Recht

Onlinepolicenvermittlung: Gestaltung der rechtssicheren Maklerwebsite

Bei der Onlinevermittlung von Versicherungsverträgen gilt es einiges zu beachten. Rechtsanwalt Stephan Michaelis von der Kanzlei Michaelis hat die wichtigsten Punkte zusammengestellt und bietet Maklern einen Überblick über Pflichten und Risiken.

mehr ...