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15. August 2013, 11:15
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“Geringer Zins ist krisenbedingt gerechtfertigt”

Professor Dr. Henning Vöpel vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) erklärt, warum er der Niedrigzinspolitik auch positive Seiten abgewinnen kann und spricht über den umstrittenen Weg, Sparer am Abbau von Staatsschulden indirekt zu beteiligen.

Geldpolitik

“Die Verwerfungen in der Eurozone erreichen Deutschland.”

Cash.: Deutschland wird vielfach als eine „Insel im Sturm“ wahrgenommen. Wie lange kann die Bundesrepublik den Verwerfungen in der Eurozone noch standhalten?

Ganz abgekoppelt hat sich Deutschland schon bisher nicht. Das Wachstum ist seit dem zweiten Quartal 2012 relativ gering, die Reallöhne sind sogar seit längerer Zeit gesunken. Als Folge zeigte sich der Arbeitsmarkt zwar sehr robust, die Verwerfungen in der Eurozone werden aber jetzt zunehmend auch den Arbeitsmarkt erreichen.

Bislang hat Deutschland durch die höhere Wettbewerbsfähigkeit die Nachfrage aus den europäischen Nachbarn auf sich gelenkt. Dieser Effekt läuft nun aus, sodass auch Deutschland über die Exporte verstärkt die Eurokrise spüren dürfte.

Mit einem Marktzins unterhalb der Inflationsrate werden die Sparer durch eine Realentwertung der Geldvermögen an der Lösung der Staatsschuldenkrise beteiligt. Wie bewerten Sie diesen Weg – ist dieser „schleichende“ Ansatz volkswirtschaftlich betrachtet vielleicht sogar der schonendere?

Die Inflationsrate ist nach wie vor unter der Zielinflationsrate von zwei Prozent. Insoweit gibt es keine unerwartete Inflation; nur die würde zu einer Umverteilung von den Schuldnern zu den Gläubigern führen.

Dass der Marktzins aktuell so niedrig ist, liegt dran, dass die Anleger in Zeiten großer Unsicherheit eine hohe Liquiditätsprämie zu zahlen bereit sind. Die Geldpolitik hat ja gerade große Schwierigkeiten, die Zinsen am langen Ende des Marktes zu drücken.

Grundsätzlich besteht aber natürlich die Möglichkeit, über höhere Inflation die Lasten der Eurokrise breiter und insoweit “schleichender” zu verteilen. Diese Möglichkeit ist sicher für die Politik bequemer, als den Steuerzahler und damit den Wähler über Steuererhöhungen direkt spürbar zu belasten.

Eine offene Frage ist, ob die sehr expansive Geldpolitik mittelfristig nicht doch die Inflation erhöhen könnte und so indirekt zur Finanzierung der Staatsschulden beiträgt.

Seite zwei: Geringer Zins ist konjunkturell gerechtfertigt

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