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5. Februar 2015, 16:17
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BdV will mehr Klarheit zur finanziellen Lage der Lebensversicherer

Angesichts widersprüchlicher Markteinschätzungen zur finanziellen Lage der Lebensversicherer fordert der Bund der Versicherten (BdV) Aufklärung durch die Finanzaufsicht Bafin. Während Ratingagenturen die Situation eher negativ beurteilen, meinen Verbrauchermedien: Der Branche geht es eher gut.

BdV will mehr Klarheit zur finanziellen Lage der Lebensversicherer

Wie schlecht ist es um die Branche bestellt? “Die Aussage, wonach einige deutsche Lebensversicherer vor dem Zusammenbruch stünden, ist falsch”, kommentiert ein GDV-Sprecher jüngste Medienberichte, wonach Moody’s vor dem Zusammenbruch deutscher Lebensversicherer warnt.

“Einerseits geben die Zahlen der öffentlichen Bilanzen Entwarnung, andererseits machen die Bewertungen der Ratingagenturen Angst vor Pleiten”, sagt Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des BdV. “Das ist ein Giftcocktail, der Märkte und Kunden nachhaltig verunsichert.”

Damit verweist Kleinlein auf einen Bericht des Verbrauchermagazins “Öko-Test”, der nach Auswertung von Zahlen aus den Geschäftsberichten der Gesellschaften zu dem Ergebnis kam, dass es der Branche “eher gut” gehe. Aus Sicht der Ratingagenturen Moody’s und Standard & Poor’s leide die Branche hingegen erheblich unter der Niedrigzinsphase und erwarte eine verschlechterte Zukunftslage, ergänzt der BdV.

BdV fordert “nachhaltige Aufklärung der Aufsichtsbehörde”

“Wir fordern eine nachhaltige Aufklärung der Aufsichtsbehörde über die tatsächliche Lage der deutschen Lebensversicherer”, so Kleinlein. “Die Kakofonie aus Beschwichtigung einerseits und Panikmache andererseits hilft nicht weiter.”

Das Wirken der Ratingagenturen verfolgt der BdV-Chef mit Skepsis: “Ein ungutes Zusammenspiel der Märkte mit den Ratingagenturen war bereits 2008 ein wichtiger Auslöser der Finanzkrise.”

Alarmismus der Ratingagenturen bringt Unruhe in die Branche

Für den Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) ist die jüngste Medienoffensive der Ratingagenturen eine zweischneidige Sache. Zwar tragen Berichte über die schädlichen Auswirkungen der Niedrigzinsphase dazu bei, dass die Branche beispielsweise in der Politik eher Gehör findet, wie nicht zuletzt das im Sommer 2014 verabschiedete Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) zeigt.

Andererseits bringt der öffentlichkeitswirksame Alarmismus der Rating-Spezialisten neue Unruhe in eine Branche, die wie kaum eine andere vom Nimbus der Stabilität zehrt.

GDV: Kein Zusammenbruch zu befürchten

“Die Aussage, wonach einige deutsche Lebensversicherer vor dem Zusammenbruch stünden, ist falsch”, kommentiert ein GDV-Sprecher jüngste Medienberichte, wonach Moody’s vor dem Zusammenbruch deutscher Lebensversicherer warnt.

Die Vollerhebung der Bafin zu Solvency II habe gezeigt, so der Sprecher, dass die deutsche Lebensversicherungsbranche “den Einstieg in dieses künftige Aufsichtsregime bewältigen wird”.

Angesichts der fortdauernden Niedrigzinspolitik bewerteten einige Ratingagenturen derzeit die zukünftige Lage der Lebensversicherer anhand der sogenannten Zinszusatzreserve, verlautbart der GDV. “Die Zinszusatzreserve ist ein Instrument, um in Zeiten niedriger Zinsen die langfristigen Garantien zusätzlich abzusichern. Sie wurde in einem völlig anderen Zinsumfeld konzipiert.”

Seite zwei: Zinszusatzreserve in der Kritik

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