48 Gesetzliche Krankenkassen erhöhen Beiträge

Geldscheine und Gesundheitskarte
Foto: Picture Alliance
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einem Einkommen ab der Beitragsbemessungsgrenze zahlen bis zu 347 Euro zusätzlich im Jahr.

40,9 Millionen Versicherte sind von Beitragserhöhungen der gesetzlichen Krankenkassen betroffen. Von den aktuell 97 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland haben bisher 48 Krankenkassen ihre Beiträge erhöht.

Die Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung steigen 2023 für Versicherte. Die Beitragsbemessungsgrenze steigt von 58.050 auf 59.850 Euro und der durchschnittliche Zusatzbeitrag erhöht sich von 1,3 auf 1,6 Prozent. Nach einer aktuellen Berechnung von Check24 steigt der durchschnittliche Zusatzbeitrag bislang nur auf 1,5 Prozent.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet dies jedoch keine Entwarnung, denn am Ende entscheidet jede Kasse selbst über ihren individuellen Zusatzbeitrag. Von den aktuell 97 gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland haben bisher 48 Krankenkassen für 40,9 Millionen Mitglieder Beitragserhöhungen angekündigt. Diese liegen zwischen 0,10 und 0,70 Prozentpunkten.

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit einem Einkommen ab der Beitragsbemessungsgrenze zahlen bis zu 347 Euro zusätzlich im Jahr. Selbständige, die sowohl den Arbeitnehmer- als auch den Arbeitgeberanteil tragen, haben zusätzliche Belastungen von bis zu 693 Euro jährlich.

Wann über Wechsel nachdenken

„Wie hoch die zusätzlichen Kosten am Ende sind, hängt davon ab, wie stark die eigene Krankenkasse den Zusatzbeitrag anhebt“, sagt Dr. Daniel Güssow, Managing Director gesetzliche Krankenkassen bei Check24. „Bereits kleine Beitragsanpassungen können zu empfindlichen Mehrkosten für Versicherte führen. Der einzige Weg, höhere Beitragszahlungen zu vermeiden, ist der Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse.“

20 der 97 gesetzlichen Krankenkassen werden ihren Zusatzbeitrag 2023 konstant halten. Hiervon profitieren 26,0 Millionen Mitglieder. Nur drei Krankenkassen senken ihren Beitrag für ihre 85.000 Mitglieder. Durch eine Fusion wird die Anzahl der gesetzlichen Krankenkassen zum Jahreswechsel auf 96 Kassen fallen.

Sonderkündigungsrecht

Erhöht eine Krankenkasse ihren Zusatzbeitrag zum Januar 2023, dann haben Verbraucher bis zum 31. Januar ein Sonderkündigungsrecht. Mit den bereits bekannten Beitragssätzen zum neuen Jahr sind durch einen Wechsel der Krankenkasse Ersparnisse von bis zu 299 Euro jährlich für Arbeitnehmer möglich – für Selbständige sogar 598 Euro.

Versicherte können eine neue Kasse wählen und den Wechsel auch online beantragen. Die Abmeldung bei der bisherigen Kasse übernimmt die neue Versicherung. Eine Ablehnung von der neuen Krankenkasse ist nicht möglich, da der Gesetzgeber dies ausschließt. Es gibt kein Wechselrisiko.

Kassen müssen nicht mehr informieren

Bisher mussten die gesetzlichen Krankenkassen ihre Versicherten persönlich per Brief über eine Beitragserhöhung informieren. Diese Informationspflicht ist bis Ende Juni 2023 ausgesetzt. Verbraucher*innen sollten zum Jahreswechsel den Beitrag ihrer Krankenkasse prüfen.

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