Das soziale Miteinander in Deutschland verschlechtert sich aus Sicht vieler Bürgerinnen und Bürger. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit bewerten 67 Prozent der Befragten den gesellschaftlichen Zusammenhalt als schlecht oder sehr schlecht. 77 Prozent sehen in den vergangenen drei Jahren eine negative Entwicklung.
Besonders deutlich wird dies im Alltag: 86 Prozent derjenigen, die eine Verschlechterung wahrnehmen, berichten von mehr Respektlosigkeit, Beleidigungen und Aggressivität. Auch Egoismus, Intoleranz und Ausgrenzung nehmen aus Sicht vieler Menschen zu. „Das soziale Miteinander in Deutschland gerät zunehmend in eine Schieflage“, sagt DAK-Vorstandschef Andreas Storm. „Wenn die Mehrheit der Menschen in ihrem Alltag mehr Beleidigungen oder Aggressionen erleben, dann braucht es darauf eine Antwort der Gesellschaft. Unser Wettbewerb sucht deshalb bundesweit Gesichter, die durch ihr ehrenamtliches Engagement das soziale Miteinander stärken und so auch die Gesundheit der Beteiligten fördern.“
Wahrnehmung verschlechtert sich in vielen Lebensbereichen
Die negativen Entwicklungen zeigen sich laut Umfrage besonders im öffentlichen Raum. 87 Prozent der Befragten nehmen dort eine Verschlechterung wahr, etwa beim Einkaufen oder im Straßenverkehr. Auch im digitalen Umfeld beobachten 83 Prozent einen raueren Umgangston in sozialen Netzwerken und Kommentarspalten.
Zudem berichten 42 Prozent von einem schlechteren Miteinander an Schulen, Hochschulen und am Arbeitsplatz. Mehr als die Hälfte sieht insbesondere jüngere Menschen unter 40 Jahren von dieser Entwicklung betroffen. Für die Erhebung wurden rund 1.000 Menschen ab 18 Jahren bundesweit befragt. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Stimmung weiter eingetrübt: Der Anteil derjenigen, die das soziale Miteinander negativ bewerten, ist um sechs Prozentpunkte gestiegen.
Engagementbereitschaft bleibt hoch
Trotz der kritischen Einschätzung zeigen sich viele Menschen bereit, aktiv gegenzusteuern. 78 Prozent sind überzeugt, dass ein besseres soziales Miteinander positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann. 58 Prozent engagieren sich bereits, weitere 23 Prozent sind grundsätzlich dazu bereit. „Diese Zahlen zeigen: die Menschen nehmen die negativen Entwicklungen nicht einfach hin, sondern sind bereit, sich aktiv einzubringen“, sagt Storm. „Diese Bereitschaft wollen wir honorieren und fördern.“
Vor diesem Hintergrund setzt die DAK-Gesundheit ihren Wettbewerb „Gesichter für ein gesundes Miteinander“ im Jahr 2026 fort. Bereits zum sechsten Mal werden Projekte aus den Bereichen Gesundheitsförderung, Prävention und Pflege ausgezeichnet.
Wettbewerb sucht Projekte aus ganz Deutschland
Bundesfamilienministerin Karin Prien übernimmt die Schirmherrschaft. „Gesundheit ist kein Thema nur für eine alternde Gesellschaft – sie betrifft uns alle, ob jung oder alt. Sie bedeutet weit mehr, als einfach nicht krank zu sein. Gesundheit heißt: sich körperlich wohlfühlen, mental im Gleichgewicht bleiben und ein soziales Netz haben, das trägt. Sie lebt von Prävention, guter Pflege und verlässlicher Versorgung“, sagt Prien.
„Wenn wir als Gesellschaft wieder enger zusammenstehen und uns gegenseitig unterstützen, profitieren wir alle. Darum freue ich mich, dass die DAK-Gesundheit mit diesem Wettbewerb Projekte auszeichnet, in denen Menschen sich genau dafür einsetzen – für ein gesundes Miteinander in jeder Lebensphase. Gerne habe ich deshalb die Schirmherrschaft darüber übernommen. Ich wünsche dem Wettbewerb viel Aufmerksamkeit und Erfolg.“
Teilnehmen können Vereine, Initiativen, Unternehmen und Organisationen mit Projekten, die das soziale Miteinander fördern. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 15. September 2026. Insgesamt werden Preisgelder von knapp 40.000 Euro vergeben.
















