Apple übertrifft Prognosen beim Gewinn je Aktie, Ausblick bremst die Aktie

Google Cash. bei Google als bevorzugte Quelle markieren
Beleuchtetes Apple-Logo in einem Apple Store
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Wie es bei Apple weitergeht

Apple hat Umsatz- und Gewinnerwartungen im vierten Quartal übertroffen, doch ein schwächerer Margen- und Serviceausblick ließ die Aktie nachbörslich fallen. Analystin Violeta Todorova von Leverage Shares und Income Shares erklärt, warum der Ausblick für Anleger schwerer wiegt als die Rekordzahlen.

Frankfurt, 4. November 2026 - Apple hat ein starkes Quartal vorgelegt, über das der Markt jedoch hinweggesehen hat. Die Gründe dafür verraten Anlegern mehr als die reinen Schlagzeilenzahlen. Der Gewinn je Aktie (EPS) lag mit 2,10 US-Dollar über den erwarteten 1,99 US-Dollar, und der Umsatz erreichte 114,48 Milliarden US-Dollar gegenüber den erwarteten 113,39 Milliarden US-Dollar. Dies krönte das bislang beste Geschäftsjahr in der Geschichte von Apple mit einem Gesamtumsatz von 478,8 Milliarden US-Dollar (+15 Prozent) und einem Rekord-Jahresgewinn je Aktie von 8,98 US-Dollar (+20 Prozent). Dennoch gaben die Aktien im nachbörslichen Handel um etwa drei Prozent nach, da Investoren bereits das nächste Quartal einpreisten und nicht das vergangene.

iPhone bleibt der Motor des Konzerns.

Der iPhone-Umsatz belief sich auf 57,6 Milliarden US-Dollar - ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr -, während der Mac-Umsatz trotz Lieferengpässen um 24 Prozent zulegte. Was diese Ergebnisse noch eindrucksvoller macht, ist das Timing: Das Quartal enthielt nur acht Verkaufstage des iPhone 18 Pro, und das neue iPhone Duo kam erst nach Ende des Berichtszeitraums in die Geschäfte. Schwächere Bereiche waren das iPad (minus 10,4 Prozent) und die Sparte Wearables (minus 7,9 Prozent). Der Dienstleistungsbereich (Services), der profitabelste Teil des Geschäfts, wuchs um 9,8 Prozent - ein langsameres Tempo, als Anleger es gewohnt sind.

Der aufschlussreichste Teil des Berichts ist der Ausblick. Der Umsatz ist dabei nicht das Problem. Apple erwartet für das Dezember-Quartal Verkäufe von 153,8 bis 158,1 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von sieben bis zehn Prozent, liegt deutlich über den von Analysten erwarteten rund sechs Prozent und reicht aus, um es trotz begrenztem Angebot zum besten Quartal der Firmengeschichte zu machen. Sorgen bereitet hingegen die Profitabilität. Die Bruttomarge wird bei 45 bis 46 Prozent prognostiziert, was unter den vorherigen 47,9 Prozent und den von Analysten veranschlagten rund 47 Prozent liegt. Zudem soll sich das Dienstleistungswachstum auf acht bis neun Prozent verlangsamen und damit die erwarteten zehn Prozent verfehlen. Das Management verwies auf den Speicherchip-Markt als Hauptbelastungsfaktor sowie auf die Kosten für den Rollout von Siri AI. Es wird zudem erwartet, dass Speicherengpässe das Angebot an Macs und iPads begrenzen, da die Nachfrage die Planungen übertroffen hat.

Dies ist angesichts der hohen Erwartungen im Vorfeld von Bedeutung. Die Aktie hatte 2026 um etwa 24 Prozent zugelegt und damit andere große Technologie-Werte übertroffen, da der Markt den starken Cashflow und die im Vergleich zur Konkurrenz deutlich geringeren KI-Ausgaben belohnte. Dieser Bewertungssaufschlag lässt wenig Raum für Enttäuschungen, da die Aktie mit dem 36-Fachen des erwarteten Gewinns für das nächste Jahr gehandelt wird - bei einem erwarteten Gewinnwachstum von nur einem Prozent. Wenn ein Unternehmen als „sicherer Hafen“ eingepreist ist, wiegt ein Margendruck schwerer als das Übertreffen der Umsatzerwartungen.


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Gesunde Nachfrage und Weihnachtsquartal könnte Rekord bringen

Insgesamt bestätigen die Ergebnisse, dass die Nachfrage nach Apple-Produkten gesund ist und das Weihnachtsquartal einen Rekord bringen könnte. Der Test für die kommenden Monate wird sein, ob die Preisgestaltung und der Produktmix - angeführt vom Premium-Modell iPhone Duo - die steigenden Speicherkosten und die Ausgaben für den Ausbau von Siri AI ausgleichen können. Anleger sollten die Bruttomarge, das Dienstleistungswachstum und das Tempo der Angebotsanpassung an die Nachfrage genau beobachten. Stabilisieren sich die Margen, wirkt der aktuelle Rücksetzer wie eine kurze Atempause. Steigen die Speicherkosten weiter, wird die Bewertung trotz Rekordumsätzen schwerer zu rechtfertigen sein.

Kurzfristig dürfte die Marktreaktion begrenzt bleiben. Die Aktien fielen im nachbörslichen Handel um drei Prozent und blieben damit weitgehend innerhalb der Schwankung von 4,25 Prozent, die die Optionsmärkte im Vorfeld des Berichts eingepreist hatten. Ein Rücksetzer dieser Größenordnung sieht eher nach Gewinnmitnahmen als nach einem grundlegenden Stimmungswechsel aus. Die Aktie hatte 2026 stark zugelegt, sodass eine gewisse Enttäuschung bei den Margen zwangsläufig abgestraft werden musste. Gleichzeitig dürfte eine Weihnachtsprognose, die die Erwartungen übertroffen hat, das Abwärtsrisiko begrenzen und Anleger, die weiterhin Zuflucht vor dem Ausverkauf im Tech-Sektor suchen, könnten den Rücksetzer als Kaufgelegenheit sehen.

Langfristig wird die Entwicklung des Apple-Aktienkurses stärker von der Profitabilität abhängen. Die Nachfrage wirkt gesund - mit Lieferzeiten für das iPhone Duo von rund 79 Tagen, was auf einen starken Upgrade-Zyklus bis ins nächste Jahr hinein hindeutet. Die Herausforderung bleibt die Bewertung. Bei etwa dem 36-Fachen des erwarteten Gewinns für das nächste Jahr benötigt die Aktie den Nachweis, dass höhere Preise und ein hochwertigerer Produktmix die steigenden Speicherkosten sowie die Ausgaben für den Aufbau von Siri AI kompensieren können. Wenn sich die Margen in den kommenden Quartalen stabilisieren, kann Apple seinen Bewertungssaufschlag als eines der wenigen großen Technologieunternehmen behaupten, die von KI profitieren, ohne die schwerste Kostenlast zu tragen. Rutschen die Margen weiter ab, wird sich die Aktie trotz Rekordumsätzen eher seitwärts als nach oben bewegen.

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