Biontech-Aktie: Kurs im Fokus vor Abschied der Gründer Sahin und Türeci

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Logo-Schriftzug von Biontech an der Glas- und Metallfassade der Unternehmenszentrale, fotografiert aus der Froschperspektive vor blauem Himmel.
Der bevorstehende Rückzug der Gründer fällt in eine Phase, in der Biontech zugleich Standorte schließt und auf Onkologie-Forschung setzt.

Biontech hat das dritte Quartal 2026 mit einem Nettogewinn von 184,5 Millionen Euro abgeschlossen, nach einem Verlust im Vorjahr. Wenige Wochen vor dem Abschied der Gründer Sahin und Türeci rückt die Biontech-Aktie in den Blick der Anleger. Offen ist, ob Rechte des Mainzer Unternehmens in die neue Firma Arife einfließen.

Biontech meldet für das dritte Quartal 2026 einen Nettogewinn von 184,5 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum stand noch ein Minus von 28,7 Millionen Euro in den Büchern. Die Mitteilung kommt wenige Wochen vor dem angekündigten Abschied der Mitgründer Ugur Sahin und Özlem Türeci aus dem Mainzer Unternehmen. Kurs und Kennzahlen der Biontech-Aktie dürften deshalb in den kommenden Wochen besonders im Fokus der Anleger stehen.

In den ersten neun Monaten 2026 fiel bei dem Mainzer Pharma- und Impfstoffhersteller dennoch ein Verlust von 1,17 Milliarden Euro an. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 831,1 Millionen Euro. Der Quartalsgewinn reicht demnach nicht aus, um die Bilanz des bisherigen Jahres ins Plus zu drehen.

Forschung in der Onkologie treibt die Kosten

Ein wesentlicher Grund für den Verlust über neun Monate liegt in den hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung, vor allem bei Krebstherapien. Gleichzeitig ist das Geschäft mit Covid-19-Impfstoffen deutlich zurückgegangen. Um gegenzusteuern, kündigte Biontech in diesem Jahr an, die Standorte Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen zu schließen.

Laut Mitteilung von Ende September soll der Standort Tübingen Ende 2027 schließen. Marburg folgt Anfang 2028, Idar-Oberstein Ende 2028. Von den Schließungen sind rund 1.800 Beschäftigte betroffen.

Erlöse sinken ohne Sonderzahlung von Bristol Myers Squibb

Im dritten Quartal erzielte Biontech Erlöse von 1,29 Milliarden Euro, nach 1,52 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Der Rückgang hängt auch damit zusammen, dass Biontech im Vorjahresquartal von einer Zahlung des US-Pharmakonzerns Bristol Myers Squibb profitierte. Beide Unternehmen entwickeln und vermarkten gemeinsam den Wirkstoffkandidaten Pumitamig. Dafür zahlte Bristol Myers Squibb seinerzeit eine größere Summe an Biontech.


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Biontech Aktie Kurs im Blick: Umsatzprognose 2026 eingegrenzt

Finanzvorstand Ramón Zapata verweist laut Mitteilung auf die Entwicklung im dritten Quartal. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr lasse sich dadurch nun im oberen Bereich der bisherigen Spanne einordnen. Biontech rechnet demnach für 2026 mit Erlösen zwischen 1,7 und 1,9 Milliarden Euro. Zuvor lag die Prognose bei 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro.

Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Kennzahlen von Biontech im Überblick:

KennzahlDrittes Quartal 2026Vergleichswert
Nettoergebnis Q3184,5 Millionen Euro Gewinn28,7 Millionen Euro Verlust (Q3 2025)
Erlöse Q31,29 Milliarden Euro1,52 Milliarden Euro (Q3 2025)
Verlust nach neun Monaten1,17 Milliarden Euro831,1 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum)
Umsatzprognose 20261,7 bis 1,9 Milliarden Euro1,6 bis 1,9 Milliarden Euro (frühere Prognose)
Quelle: Biontech

Sahin und Türeci wechseln zu neuem Unternehmen Arife

Ugur Sahin und Özlem Türeci zählen zu den bekanntesten Gesichtern von Biontech. Bekannt machten sie das Unternehmen während der Corona-Pandemie. Spätestens bis Ende des Jahres verlassen beide den Konzern und wechseln in ihr neues Unternehmen namens Arife. Auch Arife soll seinen Sitz in Mainz haben und sich der Erforschung, Entwicklung, Herstellung und Vermarktung pharmazeutischer Produkte widmen.

Zuvor war von Plänen die Rede, wonach Biontech Rechte und mRNA-Technologien in das neue Unternehmen einbringen könnte. Im Gegenzug sollte der Konzern eine Minderheitsbeteiligung an Arife sowie Lizenzgebühren erhalten. Nach Angaben von Biontech steht eine solche bindende Vereinbarung derzeit aber noch nicht fest. Die Gespräche dazu liefen demnach weiter, eine Einigung sei für beide Seiten freiwillig.

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