Biontech im Wandel: Gründerabgang, Stellenabbau und Milliarden für Onkologie

Biontech
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BioNTech im Umbau: Gründerabgang, Stellenabbau und starke Onkologie-Pipeline als neuer Wachstumstreiber.

Biontech steckt mitten in einem tiefgreifenden Umbau. Die Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci verlassen das Unternehmen bis Ende 2026, 1.860 Stellen wurden gestrichen – und dennoch verfügt der Mainzer Konzern über Barreserven von 16,8 Milliarden Euro für den Aufbau der Onkologie. Was das für Anleger bedeutet.

Biontech befindet sich in einer Phase des radikalen Wandels. Das Mainzer Biotechunternehmen, das mit dem mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 weltweite Bekanntheit erlangte, transformiert sich konsequent zum Onkologieunternehmen. Gleichzeitig steht der Konzern vor einem Führungswechsel, der eine Ära beendet.

Die Quartalszahlen zum ersten Quartal 2026 spiegeln den Rückgang des Impfstoffgeschäfts deutlich wider. Bei Erlösen von 118,1 Millionen Euro – nach 182,8 Millionen Euro im Vorjahresquartal – verzeichnete Biontech einen Nettoverlust von 531,9 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet der Konzern Erlöse zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro – weit entfernt von den über 18 Milliarden Euro, die Biontech im Spitzenjahr 2021 erzielte.


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Im Zuge des Umbaus strich Biontech 1.860 Stellen in der Produktion und schloss vier Standorte in Deutschland und Singapur. Trotz der laufenden Verluste verfügt das Unternehmen über Barreserven von 16,8 Milliarden Euro – Kapital, das gezielt für den Aufbau der Onkologie-Pipeline eingesetzt werden soll.

Gründer verlassen das Unternehmen

Das größte Signal des Wandels kommt von der Spitze: CEO Ugur Sahin und Chief Medical Officer Özlem Türeci, die Biontech 2008 gegründet haben, verlassen das Unternehmen bis Ende 2026. Das Gründerpaar plant, sich einem neuen mRNA-Unternehmen zu widmen, an dem sich Biontech beteiligen will. Großaktionäre bleiben Sahin und Türeci mit einem Anteil von rund 15 Prozent.

Der Aufsichtsrat sucht derzeit Nachfolger für beide Positionen, mit einem verstärkten Blick in Richtung USA. Parallel dazu soll das Kontrollgremium von sechs auf acht Mitglieder erweitert werden. Mit Dr. Susanne Schaffert und Prof. Dr. Iris Loew-Friedrich stehen zwei ausgewiesene Onkologie-Expertinnen als neue Mitglieder zur Wahl.

An der Börse wurde die Ankündigung mit deutlichen Kursverlusten quittiert. Die Biontech-Aktie verlor zeitweise rund 18 Prozent – ein Zeichen dafür, wie eng der Marktwert des Unternehmens noch immer mit dem Vertrauen in das Gründerduo verknüpft ist.

Onkologie als neues Fundament

Strategisch setzt Biontech klar auf Krebstherapien. Derzeit laufen neun Phase-3-Studien in der Onkologie; 2026 sollen sechs weitere hinzukommen. Insgesamt führt das Unternehmen mehr als 25 klinische Studien in Phase 2 und Phase 3 durch, darunter 13 pivotale Studien. Ende Mai präsentiert Biontech beim Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology in Chicago neue Daten aus der Spätphasenpipeline.

Vielversprechende Ergebnisse liefert der Wirkstoff Pumitamig bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs. Daten aus der Phase-2/3-Studie ROSETTA Lung-02 zeigen in Kombination mit Chemotherapie ermutigende Antitumoraktivität – die Ergebnisse reihen sich als drittes globales Datensatz konsistent in bisherige Erkenntnisse ein.

Ebenfalls im Fokus steht Gotistobart bei platinresistentem Eierstockkrebs. Die Phase-2-Studie PRESERVE-004 dokumentiert in Kombination mit Pembrolizumab dauerhafte Antitumoraktivität sowie klinisch relevante Gesamtüberlebensdaten bei stark vorbehandelten Patientinnen – mit einem handhabbaren Sicherheitsprofil und dem Potenzial einer chemotherapiefreien Behandlungsoption.

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