Die Moderna-Aktie schoss vorbörslich zeitweise um mehr als 100 Prozent nach oben, bevor erste Gewinnmitnahmen einen Teil der Kursgewinne wieder abschmolzen.
Auslöser ist ein potenzieller Wendepunkt für Moderna. Erstmals hat eine personalisierte, mRNA-basierte Krebstherapie eine entscheidende Phase-3-Studie erfolgreich abgeschlossen. In Kombination mit Mercks Immuntherapie Keytruda erreichte der Impfstoff das primäre Studienziel bei Patienten mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs (Melanom).
Für Moderna ist das mehr als der Erfolg eines einzelnen Medikaments. Die Studie liefert einen wichtigen Proof of Concept für die gesamte mRNA-Onkologieplattform. Gelingt der Ansatz auch bei Lungenkrebs oder anderen Tumorarten, könnte sich der adressierbare Markt erheblich vergrößern.
Der Weg von einer erfolgreichen Studie zu einem profitablen Produkt bleibt allerdings lang. Jede Impfung wird individuell anhand der Tumormutationen eines Patienten hergestellt und benötigt derzeit etwa sechs Wochen Produktionszeit. Personalisierung ist damit medizinisch ein Vorteil, wirtschaftlich aber zugleich eine Herausforderung.
Auch die Aktie des US-Pharmakonzerns Merck legte vorbörslich zu, allerdings deutlich weniger stark als Moderna.
Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.











