Die internationale Wirtschaftskanzlei CMS hat die fünfte Ausgabe ihrer European Private Equity Study veröffentlicht. Die Untersuchung analysiert mehr als 170 Private-Equity-Transaktionen, bei denen CMS im Jahr 2025 beraten hat, und vergleicht zentrale Vertragsklauseln mit Hunderten von Transaktionen aus den Vorjahren. Den Angaben zufolge beleuchtet die Studie außerdem Unterschiede zwischen Übernahmen durch Private-Equity-Investoren und strategische Käufer.
Der Analyse zufolge blieb die Transaktionsaktivität im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr stabil. Neuinvestitionen machten 72 Prozent aller untersuchten Transaktionen aus, während die Zahl der Exits zurückging. Damit lag der Fokus der Investoren weiterhin auf dem Einsatz vorhandenen Kapitals.
Zugleich entwickelten sich die Vertragsbedingungen zugunsten der Käufer. So stieg der Anteil von Kaufpreisanpassungsklauseln auf 45 Prozent. Auch sogenannte MAC-Klauseln, also Rücktrittsrechte bei nachteiligen Veränderungen bis zum Closing, kamen häufiger zum Einsatz, während Auktionen im Transaktionsprozess seltener wurden.
Vertragsgestaltung und Branchen im Wandel
Bei der Preisgestaltung setzten Marktteilnehmer weiterhin häufig auf Earn-out-Regelungen (vom späteren Unternehmenserfolg abhängige Kaufpreisbestandteile) und andere Mechanismen zur Kaufpreisermittlung. Der Mitteilung zufolge spiegelt dies anhaltende Unterschiede bei Unternehmensbewertungen sowie eine weiterhin zurückhaltende Transaktionspraxis wider.
Mit einem Anteil von 22 Prozent blieb der Technologiesektor die aktivste Branche. Gleichzeitig nahm die Zahl der Transaktionen in den Bereichen Immobilien und Industrie zu. Im Segment Energie und Klimawandel registrierte CMS dagegen einen Rückgang.
Dr. Jacob Siebert, Partner bei CMS und Co-Head der internationalen Private-Equity-Gruppe, sagt: „Der europäische Private-Equity-Markt zeigte sich im Jahr 2025 äußerst widerstandsfähig. Trotz anhaltender makroökonomischer Unsicherheit und eingeschränkter Ausstiegsmöglichkeiten blieb die Transaktionsaktivität stabil, wobei sich die Investoren weiterhin auf den Kapitaleinsatz und Neuinvestitionen konzentrierten. Gleichzeitig beobachten wir eine deutliche Weiterentwicklung der Marktpraxis, wobei der Schwerpunkt vermehrt auf einer disziplinierten Umsetzung, der Wertschöpfung innerhalb bestehender Portfolios und zunehmend strukturierten – und mitunter käuferfreundlicheren – Transaktionsbedingungen liegt.“
2026 weiterhin anspruchsvolles Marktumfeld
Für das laufende Jahr erwartet CMS ein weiterhin anspruchsvolles Marktumfeld. Anhaltende Bewertungsunterschiede, geopolitische Unsicherheiten und angespannte Finanzierungsbedingungen dürften Investoren weiterhin zu einer disziplinierten Preisgestaltung und strukturierten Transaktionen veranlassen.
Gleichzeitig rechnet die Kanzlei damit, dass Buy-out- und Add-on-Transaktionen an Bedeutung gewinnen. Unterstützt werden könnte diese Entwicklung durch eine Stabilisierung der Anleihemärkte, hohe Kapitalreserven sowie die zunehmende Bedeutung von Künstlicher Intelligenz und digitaler Transformation für Investitionsentscheidungen.
Narinder Jugpal, Partner bei CMS und Co-Head der internationalen Private-Equity-Gruppe, sagt: „Die europäische Private-Equity-Branche geht mit beträchtlichem Kapital in das Jahr 2026, doch ist es unwahrscheinlich, dass der Markt bloße Volumina an sich belohnen wird. Investoren müssen weiterhin diszipliniert und selektiv vorgehen, das gesamte Instrumentarium zur Umsetzung nutzen und sich dabei auf Geschäftsmodelle mit soliden Fundamentaldaten und nachweisbarem Wachstumspotenzial konzentrieren. Da KI und die digitale Transformation Investitionsstrategien zunehmend prägen, sind Investoren, die eine klare Vision für die Umsetzung und operative Verbesserung an den Tag legen, am besten aufgestellt, um Wertpotenziale zu erschließen und sich um hochwertige Investitionsmöglichkeiten zu bewerben.“











