Debeka-Auswertung: Psyche als Hauptursache für Berufsunfähigkeit auf Rekordniveau

Foto: Debeka
Thomas Brahm, Vorstandsvorsitzender der Debeka: "Der massive Anstieg psychischer Erkrankungen, der sich zunehmend auch bei der Berufsunfähigkeit bemerkbar macht, ist ein Alarmsignal in einer sich wandelnden Gesellschaft. Hier sieht man: Themen wie Work-Life-Balance und mehr Ausgleich bei mentalen Belastungen werden immer wichtiger. Gleichzeitig müssen diese Zahlen uns alle wachrütteln."

Eine aktuelle Analyse von Deutschlands größtem privaten Krankenversicherer Debeka zeigt, dass sich die Zahl der Fälle wegen Corona vervierfacht hat. Fast die Hälfte aller neuen Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeitsversicherung im Jahr 2022 entfällt inzwischen auf psychische Erkrankungen.

Eine aktuelle Auswertung von Deutschlands größtem privaten Krankenversicherer Debeka zeigt, dass fast die Hälfte aller neuen Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeitsversicherung im Jahr 2022 auf psychische Erkrankungen entfiel. Immer mehr Versicherte könnten wegen einer psychischen Störung und deren Folgen dauerhaft nicht mehr ihrer beruflichen Tätigkeit nachkommen und erhalten vom Versicherer dafür eine Invalidenrente. Die Psyche ist mit großem Abstand Ursache Nummer eins – mit steigender Tendenz, betont die Debeka.

Für die aktuelle Analyse hat der viertgrößte Lebensversicherer in Deutschland seinen Bestand von etwa 426.000 gegen Berufsunfähigkeit Versicherten für das Jahr 2022 ausgewertet. Berücksichtigt wurden dabei die 1.075 neu eingetretenen Leistungsfälle. Die drei Hauptgründe: Für 47,5 Prozent waren psychische Erkrankungen Grund für die Berufsunfähigkeit.

Als zweiten Grund führt die Debeka mit 15,3 Prozent Neubildungen, etwa Krebserkrankungen an. Mit 10,6 Prozent war der Bewegungsapparat, also Rücken oder Gelenke, der drittgrößte Anlass, nicht mehr arbeiten zu können. Während körperliche Beschwerden lange Zeit die Berufsunfähigkeitsstatistiken prägten, hat zwischenzeitlich eine deutliche Verschiebung hin zu psychischen Erkrankungen stattgefunden. 

Anteil der Psyche erreicht Höchststand 

Der Anteil psychischer Erkrankungen als Hauptursache für Berufsunfähigkeit schwankte viele Jahre zwischen 40 und 45 Prozent. 2022 verzeichnete die Debeka ein Rekordniveau von 47,5 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil der Psyche als Berufsunfähigkeits-Grund im Jahr 2022 um 2,6 Prozentpunkte.

„Der massive Anstieg psychischer Erkrankungen, der sich zunehmend auch bei der Berufsunfähigkeit bemerkbar macht, ist ein Alarmsignal in einer sich wandelnden Gesellschaft. Hier sieht man: Themen wie Work-Life-Balance und mehr Ausgleich bei mentalen Belastungen werden immer wichtiger. Gleichzeitig müssen diese Zahlen uns alle wachrütteln. Wir sollten mit psychischen Erkrankungen gesellschaftlich offener umgehen und dieses komplexe Krankheitsbild endlich aus der Stigmatisierung herausholen“, sagt Thomas Brahm, Vorstandsvorsitzender der Debeka.

Corona als Ursache nimmt zu

Auch die Corona-Pandemie schlägt sich in der Berufsunfähigkeitsstatistik das zweite Jahr in Folge nieder – wenn auch auf bisher niedrigem Niveau: In 26 Fällen war eine Covid-19-Erkrankung und deren Folgen Grund für eine Berufsunfähigkeit. Das macht bei den neu eingetretenen Leistungsfällen im Jahr 2022 etwa 2,4 Prozent aus – das ist aber bereits eine Vervierfachung im Vergleich zum Vorjahr. Damals waren es sechs Fälle.

Andere Hauptursachen

Laut Debeka ist der Anteil des Bewegungsapparates als Ursache für Berufsunfähigkeit im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozentpunkte – von 2021 insgesamt 11,9 Prozent – auf 10,6 Prozent gesunken. Neubildungen – also bösartige und gutartige Tumore – als Grund sind mit 15,3 Prozent nahezu gleichgeblieben. 2021 lag der Anteil bei 15,4 Prozent. 

Mehr Rente an mehr Empfänger gezahlt

Rund 69,1 Millionen Euro Rente – Vorjahr: 67,2 Millionen Euro – zahlte die Debeka im Jahr 2022 insgesamt an Menschen, die Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung beziehen. Die Zahl der Empfänger stieg von 7.648 auf 7.931 Personen, die aus gesundheitlichen Gründen ihre Arbeit nicht mehr – oder nur noch eingeschränkt – verrichten konnten. Laut Debeka-Auswertung waren davon 7.067 Vollinvalide – 2021: 6.815 – und 864 Teilinvalide (Vorjahr: 833).

Quelle: Debeka

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