Die Aktie von Delta Air Lines ist seit dem März-Tief um 68 Prozent gestiegen. Der S&P 500 kommt im gleichen Zeitraum lediglich auf 18 Prozent. Damit hat Delta den breiten Markt fast um das Vierfache outperformt und notiert inzwischen auf einem neuen Rekordhoch. Genau darin liegt aber auch das Problem. Die Messlatte für die Quartalszahlen am Freitag vorbörslich liegt hoch. Nach einer solchen Rally sind bereits viele Vorschusslorbeeren eingepreist. Deshalb dürfte weniger das zweite Quartal selbst als vielmehr der Ausblick auf das zweite Halbjahr über die Kursreaktion entscheiden. Schon kleine Warnsignale für eine nachlassende Nachfrage im Herbst könnten Gewinnmitnahmen auslösen.
Obwohl Kerosin einer der größten Kostenfaktoren einer Airline und zugleich der wichtigste variable Kostenblock ist, wird der Ölpreis allein die Kursreaktion kaum bestimmen. Die Entlastung durch das Juni-Abkommen kommt für das abgelaufene zweite Quartal zu spät, um die Bilanz rückwirkend zu verbessern. Für den Ausblick auf das zweite Halbjahr ist sie dagegen von entscheidender Bedeutung. Da die Lage im Nahen Osten weiterhin fragil bleibt, könnten die Ölpreise auch zukünftig stark schwanken. Die zukünftigen Margen hängen deshalb maßgeblich davon ab, ob das Management mit dauerhaft niedrigeren Treibstoffpreisen kalkuliert oder sich gegen neue Preissprünge absichern muss.
Das Sommergeschäft sorgt traditionell für voll besetzte Flugzeuge. Umso wichtiger wird im Management-Call der Ausblick auf das Nach-Sommer-Geschäft ab September. Sollten Verbraucher bei Urlaubsreisen sparen und insbesondere die Nachfrage im Economy-Bereich nachlassen, dürfte sich das in einer vorsichtigeren Umsatzprognose für das Herbstquartal widerspiegeln.
Autor Maximilian Wienke ist Marktanalyst bei eToro.














