Vonovia: Zinsanstieg bremst Verkauf von Wohnungen

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Foto: Vonovia / Simon Bierwald
Unternehmenszentrale von Vonovia.

Der Immobilienkonzern Vonovia hat in den ersten neun Monaten von steigenden Mieteinnahmen profitiert, doch gestiegene Zinsen bremsen Wohnungsverkäufe und Neubaugeschäft deutlich. CFO Philip Grosse kündigt zudem seinen Abschied an.

Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern Vonovia hat in den ersten neun Monaten weiterhin von höheren Mieteinnahmen profitiert. Zudem entwickelte sich das Geschäft mit Zusatzdienstleistungen deutlich besser, wie der Dax-Konzern am Mittwoch bei der Vorlage von endgültigen Zahlen mitteilte. Weniger gut lief es für die Bochumer hingegen beim Verkauf von Wohnungen und im Neubaugeschäft. Dort wirkten sich die in den letzten Monaten gestiegenen Zinsen aus.

„Die Nachfrage nach bezahlbaren und modernisierten Wohnungen ist unverändert hoch“, sagt Unternehmenschef Luka Mucic laut Mitteilung. Für die Vertriebssegmente bleibe das Umfeld jedoch schwierig. Höhere Finanzierungskosten bremsten den Fortschritt bei den Verkäufen. Das wirke sich auch auf die Ergebnisse in diesen Segmenten aus.

Verkaufsprozesse dauern länger

In den ersten neun Monaten habe Vonovia Immobilien im Wert von rund 900 Millionen Euro verkauft, teilte der Konzern weiter mit. Die Bedingungen für Finanzierungen hätten sich seit Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten deutlich verschlechtert und seit Anfang September seien die Zinsen nochmals spürbar gestiegen. Marktteilnehmer blieben deshalb beim Kauf von Immobilien zurückhaltend und Verkaufsprozesse würden entsprechend länger dauern.

Vonovia gehörten Ende September 527.488 Wohnungen in Deutschland, Schweden und Österreich. Das waren gut 5.000 Wohnungen weniger als im Vorjahreszeitraum.


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Derweil profitiert Vonovia weiterhin wie alle Vermieter von einer hohen Nachfrage nach Wohnraum in den Ballungsgebieten. Die monatliche Miete stieg in den ersten neun Monaten bis Ende September im Jahresvergleich auf im Schnitt 8,57 Euro pro Quadratmeter. Das waren 3,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Mieten betrugen in Deutschland im Schnitt 8,41 Euro pro Quadratmeter - ein Plus von 1,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Finanzchef Philip Grosse verlängert Vertrag nicht

Vonovia hatte bereits vor einer Woche Eckdaten vorgelegt und sich wegen der gestiegenen Zinsen für das laufende Jahr und 2028 vorsichtiger gezeigt. Zudem hatte der Konzern einen ersten Ausblick auf das kommende Jahr gegeben. Die Zahlen und Prognosen bestätigten die Bochumer nun.

Derweil will Finanzchef Philip Grosse seinen Ende 2027 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. Dieser habe den Aufsichtsrat über seine Entscheidung informiert, wie Vonovia weiter mitteilte. Mit seiner frühzeitigen Entscheidung schaffe er ausreichend Zeit, die Nachfolge zu regeln. Vonovia sei zuversichtlich, in Kürze eine Nachfolge bekanntzugeben. (dpa-AFX)

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