BMW hat die Zahlen zum dritten Quartal vorgelegt. Nach Steuern verdiente der Münchner Autobauer 1,45 Milliarden Euro - fast 15 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen mitteilt. Als Hauptgrund gilt das schwache China-Geschäft. Für Anleger, die auf die BMW-Aktie setzen, verschlechtert sich zugleich der Ausblick aufs laufende vierte Quartal.
China bleibt für BMW ein Problemfall. Der wichtigste Automobilmarkt der Welt schrumpft insgesamt, während Wettbewerb und Preiskämpfe zunehmen. Darunter leiden alle deutschen Hersteller - auch der BMW-Absatz in China brach um rund 25 Prozent ein.
Allerdings hängt BMW weniger stark von China ab als etwa Audi. Zuwächse in Europa und den USA fingen einen Teil der Verluste auf, sodass der weltweite Absatz insgesamt nur um 6,3 Prozent sank. Der Umsatz gab mit 5,8 Prozent minimal langsamer nach und lag bei 30,5 Milliarden Euro.
Gewinnwarnung kam bereits am Vorabend
Schon am Vorabend der Quartalszahlen hatte eine Gewinnwarnung Anleger der BMW-Aktie überrascht - die zweite des laufenden Jahres und binnen 13 Monaten bereits die dritte. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern nun eine Ebit-Marge im Automobilgeschäft zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent. Bisher lag die Prognose bei ein bis drei Prozent. Im Kerngeschäft drohen BMW damit sogar Verluste.
Ausgerechnet der Erfolg des eigenen Sparprogramms drückt zusätzlich auf die Profitabilität. Dessen Kosten belasten das Ergebnis neben anderen Effekten.
Sparprogramm wird teurer als geplant
Das im Sommer angekündigte Sparprogramm startete Anfang Oktober. Bereits nach knapp drei Wochen schloss der Konzern es wieder. Der Grund: Überraschend viele Mitarbeiter wollten das Unternehmen gegen eine oft sechsstellige Abfindung verlassen. Nach früheren Angaben rechnet BMW dadurch mit gut einer Milliarde Euro an Kosten. Zusätzliche Belastungen entstehen, weil ältere Modelle früher als geplant auslaufen.
Finanzchef Walter Mertl bezeichnet die Mehrkosten als Investition in die Zukunft. „Geschwindigkeit ist bei unserer geplanten Neuausrichtung ein Erfolgsfaktor. Deshalb intensivieren wir noch in diesem Jahr die Maßnahmen für mehr Effizienz und schlankere Strukturen“, sagt er. Damit wolle BMW die künftigen Margen stärken.
Konzernchef Milan Nedeljkovic betont ebenfalls das Tempo der Umstrukturierung: „Die Entwicklung in unserer Industrie erfordert konsequente Entscheidungen und schnelle Umsetzung. Wir werden daher strukturelle Maßnahmen gezielt intensivieren und beschleunigen“, sagt er.
BMW senkt auch die Absatzprognose
Neben der Gewinnprognose hat BMW zudem den erwarteten Absatz nach unten korrigiert. Der Konzern rechnet nun mit einem moderaten Rückgang von fünf bis 9,9 Prozent. Bisher war lediglich ein leichter Rückgang von einem bis 4,9 Prozent vorgesehen.
Unverändert bleibt dagegen die Prognose für den Gewinn vor Steuern. Schon seit der ersten Gewinnwarnung im Frühsommer rechnet der Konzern hier mit einem deutlichen Rückgang von mehr als 15 Prozent. Für Anleger der BMW-Aktie ergibt sich daraus folgendes Bild:
| Kennzahl | Bisherige Prognose | Neue Prognose |
|---|---|---|
| Ebit-Marge Automobilgeschäft | ein bis drei Prozent | minus 0,5 bis plus 0,5 Prozent |
| Absatzentwicklung | leichter Rückgang (ein bis 4,9 Prozent) | moderater Rückgang (fünf bis 9,9 Prozent) |
| Gewinn vor Steuern | deutlicher Rückgang (mehr als 15 Prozent) | unverändert: deutlicher Rückgang (mehr als 15 Prozent) |
BMW-Aktie im Vergleich zu Mercedes, Audi und Volkswagen
Im Vergleich mit der Konkurrenz schneidet BMW im dritten Quartal nur minimal schlechter ab als Mercedes, das auf einen Gewinn von 1,52 Milliarden Euro kam. Deutlich besser steht BMW dagegen gegenüber Audi und Volkswagen da, die laut Mitteilung noch stärker unter der Branchenkrise leiden.














