Die Devk bereitet sich auf die Reform der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge vor. Ab dem 1. Januar 2027 will der Kölner Versicherer zunächst ein Standarddepot auf ETF-Basis einführen, im zweiten Quartal 2027 soll ein weiteres gefördertes Produkt folgen – eine fondsgebundene Rentenversicherung mit verschiedenen Garantievarianten. Beide Angebote richten sich an alle Kundengruppen, ausdrücklich auch an Inhaber bestehender Riester-Verträge.
Das geplante Standarddepot kommt ohne Kapitalgarantie aus und setzt auf kostengünstige ETF-Investments. Die Kosten will der Versicherer deutlich unterhalb der gesetzlich vorgesehenen Obergrenze von einem Prozent pro Jahr halten. Der Abschluss soll online oder über Devk-Geschäftsstellen möglich sein. Das zweite geförderte Produkt basiert auf der bestehenden fondsgebundenen Rentenversicherung Devk-Rente ZukunftPlus und bietet flexible Optionen für Zuzahlungen oder Beitragspausen. Dieses Produkt setzt auf eine qualifizierte Beratung beim Abschluss.
Die stärkere Kapitalmarktorientierung des Reformvorschlags der Bundesregierung bewertet der Versicherer positiv. „Dies entspricht unserem Fokus auf moderne Hybridprodukte aus Garantien und Fondsanlagen, besonders mit kosteneffizienten ETF-Konzepten“, sagt Dr. Michael Zons, Vorstand für die Bereiche Leben und Komposit bei der Devk.
Lebenslange Rente als Argument gegen Bankenlösungen
Beide neuen Produkte sehen entweder eine lebenslange Rentenzahlung oder einen Auszahlungsplan vor, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr läuft. Letzteres hält Zons für kritisch: „Wer heute 25 Jahre alt ist, hat statistisch gesehen eine Lebenserwartung von rund 90 Jahren. Umso kritischer sehen wir daher Auszahlungspläne, die bereits mit 85 Jahren enden. Wer länger lebt – und das werden viele Menschen –, läuft Gefahr, im hohen Alter ohne zusätzliche, private Rentenzahlungen dazustehen.“
Die lebenslange Rente sieht Zons als entscheidendes Differenzierungsmerkmal gegenüber Wettbewerbern außerhalb der Versicherungsbranche: „Die lebenslange Rente ist ein klares Alleinstellungsmerkmal der Versicherer gegenüber Banken, Fondsanbietern, Neobrokern oder staatlichen Standardlösungen.“
Kritisch äußert sich Zons auch zur fehlenden Beratungspflicht im Reformkonzept: „Die Politik verzichtet auf eine verpflichtende Beratung. Dadurch besteht das Risiko, dass Kundinnen und Kunden die Folgen ihrer Entscheidung bei Vertragsabschluss nicht vollständig überblicken. Wir halten deshalb eine lebenslange Rente in Kombination mit qualifizierter Beratung für den besseren Weg, um Menschen dauerhaft vor Versorgungslücken im Alter zu schützen.“
Online-Rechner für 120.000 Riester-Kunden
Parallel zur Produktentwicklung informiert die Devk ihre rund 120.000 Riester-Versicherten über die geplante Reform. Dazu stellt der Versicherer in Kürze einen Online-Vergleichsrechner im Kundenportal „meineDEVK“ bereit. Damit können Versicherte berechnen, welche Förderzulagen sie bislang erhalten haben und wie hoch die Zulage im neuen Fördersystem ausfallen würde.
Ein pauschaler Wechsel zum neuen Förderprodukt empfiehlt sich aus Sicht der Kölner jedoch nicht. Ältere Riester-Verträge bieten häufig Garantieniveaus, die unter den aktuellen Marktbedingungen nicht mehr reproduzierbar sind. Vor dem Hintergrund will die Devk ihre Kunden deshalb dabei unterstützen und individuell prüfen, ob ein Wechsel sinnvoll ist oder der bestehende Vertrag die bessere Wahl bleibt.






