Der Immobilieninvestmentmanager AEW rechnet damit, dass sich der europäische Markt ab 2026 weiter stabilisiert. Im Basisszenario prognostiziert das Unternehmen für Spitzenimmobilien über 20 Länder hinweg durchschnittliche Gesamtrenditen von 8,4 Prozent pro Jahr bis 2030. Das Bruttoinlandsprodukt Europas soll in diesem Zeitraum mit 1,7 Prozent jährlich wachsen und damit auf dem Niveau früherer Prognosen bleiben. Großbritannien dürfte mit erwarteten 10,3 Prozent jährlich die höchsten Renditen erzielen.
Hans Vrensen, Head of Research & Strategy Europe bei AEW, sagt: „Der europäische Immobilienmarkt zeigt weiterhin Anzeichen einer Erholung, wobei die Spitzenrenditen in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich leicht um 30 Basispunkte sinken werden – trotz Prognosen, die aufgrund makroökonomischer Belastungen von steigenden Anleiherenditen ausgehen.“ Er verweist auf solide Fundamentaldaten, eine verbesserte Managerstimmung und weiterhin vorteilhafte Finanzierungskonditionen. Der Renditeabstand von 160 Basispunkten gegenüber Staatsanleihen soll sich laut AEW auf dem historischen Durchschnitt vor der Phase der quantitativen Lockerung stabilisieren.
Die Leerstandsquoten entwickeln sich ebenfalls positiv. Während der Rückgang im Jahr 2025 in vielen Sektoren anhielt, erwartet AEW bei Büroimmobilien einen Höhepunkt von 8,1 Prozent Ende 2025 und einen Rückgang auf 6,3 Prozent bis 2030. Im Logistikbereich stieg der Leerstand nach dem Rekordtief von 2022 zwar an, soll bis 2030 jedoch wieder auf 4,1 Prozent sinken.
Für den Zeitraum 2026 bis 2030 geht AEW sektorübergreifend von Spitzenmietzuwächsen von 2,2 Prozent jährlich aus. Wohnimmobilien sollen mit 3,2 Prozent pro Jahr den stärksten Anstieg verzeichnen, gefolgt von Büroimmobilien mit 2,6 Prozent und Logistik mit 2,0 Prozent. High Street und Einkaufszentren dürften mit 1,6 beziehungsweise 1,2 Prozent darunter liegen. Rückläufige Neubauaktivitäten könnten dazu beitragen, die Kluft zwischen zentralen und peripheren Bürolagen zu verringern.
Auch die Finanzierung bleibt attraktiv. Die Fremdkapitalkosten in der Eurozone liegen mit 3,9 Prozent weiterhin unter den Spitzenrenditen von 5,2 Prozent. Kreditfonds und Back-Leverage-Strukturen tragen zu einem breiteren Finanzierungsangebot bei. Gleichzeitig hat sich die europäische Kreditfinanzierungslücke entspannt und wird für 2024 bis 2026 auf 74 Milliarden Euro geschätzt.
Die Stimmung in Büro- und Einzelhandelsmärkten verbessert sich und nähert sich der stabilen Einschätzung von Wohnen und Logistik an. AEW erwartet Transaktionsvolumina von 200 Milliarden Euro für 2025 und 220 Milliarden Euro für 2026, unter anderem aufgrund geringerer Differenzen in der Preisfindung. Alternative Immobiliensegmente steigerten ihren Anteil am Transaktionsvolumen zuletzt auf zwanzig Prozent.
Die Renditekompression hat bereits eingesetzt. Seit dem zweiten Quartal 2024 sind die Spitzenrenditen um bis zu 15 Basispunkte gesunken. Bis 2030 rechnet AEW in allen Sektoren mit weiteren Rückgängen von etwas mehr als 30 Basispunkten. Büroimmobilien könnten dabei um 45 Basispunkte nachgeben, gefolgt von Einkaufszentren und Logistik mit 35 beziehungsweise 30 Basispunkten.
Im europäischen Vergleich bieten Spitzenbüros und Einkaufszentren laut Studie die höchsten sektoralen Renditen. Büroimmobilien sollen im Zeitraum 2026 bis 2030 durchschnittlich 9,3 Prozent erzielen. Einkaufszentren folgen mit 8,6 Prozent, begünstigt durch verbesserte Mietprognosen und eine erwartete weitere Renditeverengung. Neben Großbritannien mit 10,3 Prozent Jahresrendite zählen auch Märkte in Mittel- und Osteuropa sowie Spanien zu den Regionen mit überdurchschnittlichen Erwartungen.













