Sie können weder illiquide Assets ohne Einschränkungen in eine liquide Kapitalanlage verwandeln, was manche Vertriebe anscheinend erwarten, noch die Gesetze von Rendite und Risiko außer Kraft setzen. Anteilsrückgaben müssen also, je nach konkretem Konzept, bestimmten Einschränkungen unterliegen. Und die Ergebnisprognosen dürfen keine übertiebenen Erwartungen bei Vertrieb und Kunden erwecken, die später vielleicht enttäuscht werden. Zum zweiten Punkt sorgten zuletzt einzelne Akteure für Diskussionen.
So ging etwa ein Neobroker mit zwölf Prozent „Marktzielrendite“ in die breite Werbung für Private-Equity-ELTIFs und ein anderer Anbieter prognostiziert laut Basisinformationsblatt im „mittleren Szenario“ gar eine jährliche Durchschnittsrendite von sagenhaften 20,4 Prozent. Mit solchen Prognosen werden Erwartungen erweckt, die allenfalls mit viel Glück und hohen Risiken erreichbar sind. Zudem bleiben die Berechnungsgrundlagen und -methoden teilweise offen oder können zu Missverständnissen führen.
Nur wenige der vielen neuen Akteure verfahren so, und die Teilnehmer am Cash.-Roundtable formulierten ihre Kritik daran diplomatischer. Doch derlei produziert womöglich die Enttäuschungen von morgen und kann schon heute das gesamte Segment – zu Unrecht – in ein schlechtes Licht rücken. So rief vor allem die lautstarke Neobroker-Werbung auch breite Publikums-Medien wie „Tagesschau“, „Spiegel“ oder „Finanztest“ auf den Plan – einschließlich undifferenzierter Kritik am Vehikel ELTIF.
Also: Bitte auf dem Teppich bleiben. ELTIFs haben auch ohne übertriebene Renditeprognosen das Potenzial, eine neue Ära von guten und soliden Private-Market-Investments für Privatanleger einzuläuten.
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