F&B-Cyber-Rating 2026: Nur Debeka erreicht Bestnote

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Michael Franke
Foto: Franke und Bornberg
Michael Franke: "Der Markt für eigenständige Cyber-Versicherungen bewegt sich kaum."

Franke und Bornberg hat 20 private Cyber-Tarife von 13 Versicherern bewertet. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur Debeka erreicht die Höchstnote FFF+. Zugleich hat das hannoversche Ratinghaus seine Kriteriengewichtung angepasst.

Rund 96 Prozent aller Firmen wurden im vergangenen Jahr Opfer von Cyberangriffen, so der Bundesverband Bitkom. Auf der privaten Ebene sieht es etwas anders aus: Hier wurden elf Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer in Deutschland 2025 Opfer einer Straftat im Internet. Das zeigt der Cybersicherheitsmonitor 2026, den das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeinsam mit der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes im Mai 2026 veröffentlicht hat. Betrug beim Onlineshopping ist mit 22 Prozent der meistgenannte Cybervorfall des Jahres, gefolgt von Datenverlust und Betrug beim Onlinebanking.


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Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser Zahlen bleibt das Angebot an eigenständigen privaten Cyber-Versicherungen überschaubar. Franke und Bornberg hat für das Cyber-Rating Privat 2026 insgesamt 20 Tarife von 13 Versicherern geprüft – ein Tarif und ein Versicherer weniger als im Vorjahr. Die leicht rückläufige Zahl gilt den Hannoverschen Analysten als Indiz für die anhaltende Zurückhaltung der Versicherer in diesem Segment.

Ernüchternd: Nur ein einziger Tarif erreicht die Höchstnote FFF+ hervorragend: die Debeka, die ihren Tarif zuletzt überarbeitet hat. Fünf Tarife erhalten die Note FFF sehr gut, neun die Note FF+ gut. Am unteren Ende des Notenspiegels ist die Lage weniger erfreulich: 20 Prozent der geprüften Tarife erzielen lediglich die Note F+ ausreichend oder schlechter, darunter drei mit der Note F- ungenügend.

Debeka als einziger Spitzenreiter im Cyber-Markt

„Dass in diesem Jahr nur ein einziger Tarif unsere Bestnote FFF+ erreicht, zeigt: Guter Cyber-Schutz ist noch immer keine Selbstverständlichkeit. Der Markt für eigenständige Cyber-Versicherungen bewegt sich kaum, obwohl der Bedarf spürbar steigt“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer der Franke und Bornberg GmbH.

Das Rating bewertet eigenständige Cyber-Tarife für Privatpersonen anhand von 69 Detailkriterien in 13 Kategorien; maximal sind 6.725 Punkte erreichbar. Neben der Gesamtpunktzahl entscheiden Mindeststandards über die Vergabe der oberen Ratingklassen FFF und FFF+. Neu hinzugekommen ist ein Mindeststandard zur Jahreshöchstentschädigung: Für die Topnote FFF+ müssen Tarife mindestens 40.000 Euro jährliche Gesamtleistung garantieren.

Im Rating unterscheidet Franke und Bornberg nicht zwischen eigenständigen Cyber-Versicherungen, Rechtsschutzversicherungen mit Fokus auf Internetrisiken und sogenannten Schutzbriefen. Eine trennscharfe Abgrenzung sei kaum möglich, und für Verbraucher spiele die Produktbezeichnung im Zweifel keine Rolle. Schutzbriefe schneiden im Rating jedoch tendenziell schwächer ab, weil sie überwiegend Unterstützungsleistungen bieten und finanzielle Eigenschäden häufig nicht abdecken.

Neue Kriteriengewichtung: Konto- und Zahlungsmissbrauch stärker im Fokus

Für das aktuelle Rating hat Franke und Bornberg die Gewichtung einzelner Kriterien überarbeitet. Stärker als bisher fließt der Schutz vor Missbrauch von Online-Kundenkonten und Bezahlsystemen in die Bewertung ein – ein Bereich, der mit der wachsenden Nutzung digitaler Zahlungsdienste an Bedeutung gewonnen hat. Umgekehrt werden psychologische Betreuung nach Cyber-Mobbing sowie Cyber-Haftpflicht und Cyber-Rechtsschutz niedriger gewichtet. Mobbing-Risiken träfen vor allem junge Zielgruppen, Haftpflicht- und Rechtsschutzschäden seien zudem häufig nur in kostenpflichtigen Zusatzbausteinen enthalten.

„Wir haben die Gewichte im Rating angepasst, weil Konto- und Zahlungsmissbrauch für Verbraucher im digitalen Alltag zu den größten Risiken zählt. Ob ein Produkt Cyber-Versicherung oder Schutzbrief heißt, ist im Ernstfall zweitrangig: Entscheidend ist die tatsächliche Leistung dahinter“, erläutert Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und Private Risiken bei Franke und Bornberg.

Weil andere Kriterien abgewertet wurden, gewinnt die Absicherung finanzieller Eigenschäden – etwa bei Interneteinkäufen und -verkäufen – im Gesamtsystem an relativem Gewicht. Auch die Jahreshöchstentschädigung, also die maximale Gesamtleistung für alle Schadensfälle eines Versicherungsjahres, wird erstmals eigenständig im Rating berücksichtigt.

Cyberkriminalität wächst, das Angebot an Cyber-Policen kaum

Das Risikobild, das der Cybersicherheitsmonitor 2026 zeichnet, hat sich verbreitert: Die Zahl gemeldeter Deepfake-Vorfälle stieg von einem auf fünf Prozent der Befragten, rund zehn Prozent berichten von Identitätsdiebstahl. Datenverlust (18 Prozent) und Betrug beim Onlinebanking (13 Prozent) zählen ebenfalls zu den häufig genannten Vorfällen des Jahres 2025.

Die Versicherer reagieren auf dieses breitere Risikobild bislang kaum mit eigenständigen Produkten. Die meisten bündeln Cyber-Schutz weiterhin in Bausteinen zu Hausrat-, Haftpflicht- oder Rechtsschutzverträgen, statt gezielte Cyber-Policen zu entwickeln.

Franke und Bornberg stellt die Ergebnisse des Cyber-Ratings Privat 2026 sowie die Bewertungsgrundlagen kostenlos bereit; die Übersicht wird laufend aktualisiert und um neue Tarife ergänzt.


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