Wer dauerhaft 100 Euro mehr im Monat zur Verfügung hätte, würde diesen Spielraum mehrheitlich für die private Altersvorsorge nutzen. Das ist das zentrale Ergebnis einer repräsentativen Befragung, die das Meinungsforschungsinstitut INSA Consulere im Auftrag des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) durchgeführt hat. Befragt wurden vom 31. Juli bis 3. August 2.004 Erwachsene in Deutschland.
In allen untersuchten Altersgruppen zwischen 18 und 59 Jahren gab eine absolute Mehrheit an, bei einem dauerhaft höheren monatlichen Budget erstmals privat fürs Alter vorzusorgen oder bestehende Vorsorge aufzustocken. Besonders ausgeprägt ist die Bereitschaft bei Jüngeren: 65 Prozent der 18- bis 29-Jährigen würden aktiv werden. Selbst bei den 50- bis 59-Jährigen sind es noch 53 Prozent.
„Die Bereitschaft zur privaten Altersvorsorge ist größer, als die Debatte bisweilen vermuten lässt. Was häufig fehlt, sind finanzieller Spielraum und Vertrauen in Vorsorgelösungen“, sagt DIA-Sprecher Dr. Peter Schwark.
Finanzielle Lücke das häufigste Hindernis
Über alle Befragten hinweg nennen 43 Prozent zu wenig finanziellen Spielraum als größtes Hindernis beim Aufbau einer ausreichenden privaten Altersvorsorge. Mit deutlichem Abstand folgt auf Rang zwei mangelndes Vertrauen in die langfristige Verlässlichkeit von Finanz- und Vorsorgeprodukten, das 29 Prozent der Befragten angeben. Fehlendes Wissen oder mangelnde Orientierung bei der Produktauswahl nennen zehn Prozent, fehlendes Interesse oder geringe Priorität lediglich acht Prozent.
Die Hindernisse verschieben sich jedoch deutlich mit dem Einkommen. Bei einem Haushaltsnettoeinkommen unter 1.000 Euro nennen 62 Prozent fehlenden finanziellen Spielraum als zentrales Problem. Mit steigendem Einkommen verliert dieser Faktor an Gewicht, während Misstrauen gegenüber Vorsorgeprodukten zunimmt. In der höchsten untersuchten Einkommensgruppe ab 4.000 Euro monatlich ist mangelndes Vertrauen mit 38 Prozent das meistgenannte Hindernis.
Jüngere kämpfen mit Vertrauen und Wissen
Ein differenziertes Bild zeigt sich auch beim Blick auf die Altersgruppen. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegen mangelndes Vertrauen in Vorsorgeprodukte (31 Prozent) und fehlender finanzieller Spielraum (30 Prozent) nahezu gleichauf. Zugleich spielen Wissenslücken bei Jüngeren eine größere Rolle: In den Altersgruppen der 18- bis 29-Jährigen und der 30- bis 39-Jährigen geben jeweils 18 Prozent fehlendes Wissen oder mangelnde Orientierung als Hindernis an. Bei den älteren Befragten sind es zwischen sechs und zehn Prozent.
Für DIA-Sprecher Schwark zeigen die Ergebnisse, wo die aktuelle Rentenpolitik ansetzen müsste: „Beim ersten Punkt kann die neue geförderte Altersvorsorge mit 50 Prozent Grund- und zusätzlichen Kinderzulagen zu einem Schub der privaten Altersvorsorge führen. Für mehr Vertrauen setzt die Alterssicherungskommission mit ihrer Empfehlung für eine lebensbegleitende Finanzbildungsstrategie an einem wichtigen Punkt an. Die aktuelle Reformdynamik sollte genutzt werden, um aus vorhandener Vorsorgebereitschaft auch tatsächliche Vorsorge zu machen.“













