Die Gartenbau-Versicherung VVaG und die Vereinigte Hagelversicherung VVaG wollen ihre Kräfte bündeln und künftig gemeinsam auftreten. Beide Gesellschaften arbeiten bereits seit mehr als 30 Jahren unter der Marke Agrorisk eng zusammen. Nun soll aus der Kooperation ein Zusammenschluss werden.
Die Gartenbau-Versicherung wurde vor knapp 180 Jahren von Gärtnern gegründet, die Wurzeln der Vereinigten Hagel reichen bis zu einem Zusammenschluss von Landwirten vor mehr als 200 Jahren zurück. Beiden Gründungen liegt das Prinzip zugrunde, Risiken gemeinsam zu tragen. Heute zählen beide Häuser zu den Spezialversicherern ihrer jeweiligen Branche in Europa.
„Uns verbinden die gleichen Werte, eine ähnliche Unternehmenskultur und das gemeinsame Ziel, unseren Mitgliedern auch künftig verlässlich zur Seite zu stehen“, sagt Christian Senft, Vorstandsvorsitzender der Gartenbau-Versicherung. „Die Nähe zu unseren Mitgliedern und ihre Mitbestimmungsrechte prägen unsere Versicherungsvereine.“
Klimawandel und Regulatorik als Treiber
Die Rahmenbedingungen für Landwirtschaft und Gartenbau verändern sich. Wetterextreme und die Folgen des Klimawandels erhöhen die Anforderungen an Risikobewertung und Risikotragfähigkeit. Hinzu kommen veränderte Marktbedingungen, steigende regulatorische Pflichten sowie ein tiefgreifender technologischer und digitaler Wandel.
Vor diesem Hintergrund wollen die beiden Vereine Erfahrungen und Kompetenzen bündeln und gleichzeitig ihre branchenspezifische Expertise, Kundennähe und Identität erhalten. Der angestrebte Zusammenschluss erfolge aus einer Position der Stärke beider Unternehmen, heißt es. Durch die Bündelung von Kräften ließen sich Versicherungsangebote weiterentwickeln und wachsenden Anforderungen im Markt begegnen.
„Unser Ziel ist es, gemeinsam ein starkes und unabhängiges Versicherungsunternehmen zu gestalten, das den Bedürfnissen von Landwirtschaft und Gartenbau verpflichtet bleibt. Wachstum verstehen wir nicht als Selbstzweck. Es schafft vielmehr die Grundlage dafür, den Gegenseitigkeitsgedanken, der beide Unternehmen seit Generationen trägt, langfristig zu bewahren“, betont Dr. Philipp Schönbach, Vorstandssprecher der Vereinigten Hagel.
Zeitplan und Bedingungen des Zusammenschlusses
Die Gespräche zwischen beiden Häusern finden nach eigenen Angaben auf Augenhöhe statt. Grundlegende Voraussetzung sei, dass bestehende Verträge und Vereinbarungen im Fall eines Zusammenschlusses ihre Gültigkeit behalten, die Standorte Gießen und Wiesbaden fortbestehen und die Rechtsform eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit gewahrt bleibt.
Der Abschluss der Gespräche ist für 2027 geplant. Für die Umsetzung ist die Zustimmung der Mitgliedervertreterversammlungen beider Unternehmen erforderlich, ebenso die Genehmigung der zuständigen Aufsichtsbehörden.
Die beiden Unternehmen im Überblick
Die Gartenbau-Versicherung ist auf den europäischen Gartenbau spezialisiert. Über 13.000 Mitgliedsbetriebe aus neun europäischen Ländern vertrauen ihr Vermögenswerte und versicherte Erträge im Wert von mehr als 85 Milliarden Euro an. Versichert werden Unternehmen entlang der gesamten gärtnerischen Wertschöpfungskette, von Produktionsbetrieben über Baumschulen bis zu Gartencentern und Floristen.
Die Vereinigte Hagel ist auf den Pflanzenbau spezialisiert und versichert landwirtschaftliche Betriebe gegen witterungsbedingte Risiken wie Hagel, Sturm, Starkregen, Frost oder Dürre. Europaweit lassen über 110.000 Landwirte, Obst- und Gemüseproduzenten sowie Winzer ihre Ernte bei der Vereinigten Hagel versichern. Das Unternehmen verfügt über 2.500 Agenturen vor Ort und rund 1.000 Sachverständige.













