Heizungsgesetz: ZIA sieht Fortschritte – warnt aber vor neuer Bürokratie

Iris Schöberl, ZIA
Foto: ZIA/Laurence Chaperon
Iris Schöberl, ZIA.

Der Referentenentwurf zum Gebäudemodernisierungsgesetz sorgt in der Immobilienwirtschaft für gemischte Reaktionen. Während mehr Klarheit für Investitionen begrüßt wird, sieht der ZIA an zentralen Punkten Nachbesserungsbedarf. Entscheidend bleibt nun die schnelle Umsetzung.

Der Zentrale Immobilien Ausschuss (ZIA) begrüßt grundsätzlich den Referentenentwurf zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), auch als neues Heizungsgesetz bekannt, den das Wirtschaftsministerium gestern vorgelegt hat. Damit würden die grundsätzlichen Rahmenbedingungen für Investitionen klarer. 

Die professionelle Immobilienwirtschaft ist der Mitteilung des Verbands zufolge bereits auf dem Weg zur Dekarbonisierung ihrer Portfolios und setzen diese konsequent um. „Die Öffnung des Gesetzes für fossile Heizungsoptionen ist daher von geringer Relevanz für die Branche“, heißt es vom ZIA.

Soll heißen: Neubauten werden ohnehin zum größten Teil mit Wärmepumpen ausgestattet. Die vielfach im Vordergrund stehende Kritik an der Verlängerung der Fristen für Heizungen mit fossiler Energie ist übertrieben und spielt für die Praxis keine große Rolle.


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Die spezifischen Änderungen im Bereich der Gewerbeimmobilien haben dem ZIA zufolge „Licht und Schatten“: Zu begrüßen sind demnach die pauschalen Erfüllungsoptionen der Renovierungsanforderungen für bestehende Nichtwohngebäude (Gebäudealter, Fernwärmeanschluss oder Wärmepumpe). Eigentümer von Immobilien brauchen solche flexiblen und praxistauglichen Lösungen, die sich am jeweiligen Gebäude sowie an Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit orientieren, so der Verband. 

Kritisch sieht der ZIA die behördlichen Kontrollen von Inspektionsberichten von Klima- und Lüftungsanlagen sowie neuen Energieausweisen. „Das klingt nach staatlichem Bürokratismus und bringt uns keine Mehrwerte für Klimaschutz oder die Gebäudeperformance“, betont ZIA-Präsidentin Iris Schöberl.

Unsicherheit bei Verfügbarkeit und Kosten

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das Fehlen belastbare Berechnungen zur künftigen Verfügbarkeit sowie zu den zu erwartenden Kosten für klimaneutrale Gase und Öle. „Ohne diese Grundlagen bleiben große Unsicherheiten,“ so Schöberl weiter. 

Grundsätzlich sei nun eine zügige Verabschiedung wichtig, damit endlich Rechtssicherheit für Gebäudeeigentümer herrscht und die Rahmenbedingungen so ausgestaltet sind, dass die notwendigen Investitionen in den klimaneutralen Gebäudebestand getätigt werden können. Zentrale Forderung der ZIA-Präsidentin: „Die Rahmenbedingungen des Gebäudemodernisierungsgesetzes müssen jetzt langfristig stabil bleiben.“

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