Der Onlinehändler Galaxus verzeichnet für die ersten acht Monate des Jahres 2026 einen Anstieg der Verkäufe von Elektroauto-Ladestationen um 97 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. In den Jahren zuvor lagen die Wachstumsraten jeweils nur zwischen 20 und 30 Prozent.
Der deutsche Automobilclub ADAC beziffert den Anstieg der E-Auto-Neuzulassungen im August auf 75,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bereits im Juli hatte das Portal blick.ch von einem „Benzinpreis-Schock“ als Treiber des Elektroauto-Booms berichtet.
„Sowohl in der Schweiz als auch in der EU konnten wir den Absatz mit Elektroauto-Ladestationen deutlich steigern“, sagt Anthony Gullo, der bei Galaxus als Category Business Manager für Elektroauto-Ladestationen und Zubehör zuständig ist.
Benzinpreise als Treiber, Sortiment als Verstärker
„Die hohen Benzinpreise führen dazu, dass sich auch Leute für ein Elektroauto entscheiden, die vor ein oder zwei Jahren noch keinen Kauf geplant hatten. Gleichzeitig konnten wir die direkte Zusammenarbeit mit Herstellern weiter ausbauen und dadurch unserer Kundschaft attraktivere Preise sowie eine bessere Verfügbarkeit ermöglichen“, sagt Gullo.
„Das Wachstum ist deshalb teilweise auf den Ausbau unseres Sortiments zurückzuführen. Der weitaus grössere Teil ist jedoch dem allgemeinen Wachstum des Marktes zu verdanken“, ergänzt er.

Bei den Herstellern verschieben sich die Gewichte. Juice Technology und Easee kamen 2022 bei Galaxus und Digitec zusammen auf mehr als die Hälfte aller Verkäufe, nämlich 52 Prozent. 2026 liegt ihr gemeinsamer Anteil nur noch bei 23 Prozent – wobei beide Marken in absoluten Zahlen mehr Geräte verkaufen als vor vier Jahren.
Marken: Juice Technology und Easee verlieren Anteile
Die neun umsatzstärksten Marken vereinten 2022 noch acht von zehn Verkäufen auf sich. 2026 sind es nur noch fünf von zehn Geräten, weil zunehmend mehr Marken den Markt bedienen. Am gefragtesten sind Ladestationen mit einer maximalen Ladeleistung von elf beziehungsweise 22 Kilowatt: Auf sie entfallen neun von zehn verkauften Elektroauto-Ladestationen.
Wallboxen bis elf Kilowatt sind sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz meldepflichtig, Modelle mit 22 Kilowatt genehmigungspflichtig.
Worauf Käufer bei der Wallbox achten sollten
Vor dem Kauf empfiehlt sich ein Blick auf die maximale Ladeleistung: Für die meisten Elektroautos reicht eine Elf-Kilowatt-Wallbox aus, der Akku ist damit über Nacht vollständig geladen. Installiert werden sollte die Station in jedem Fall von einer Elektrofachperson, da ein normaler Haushaltsanschluss dafür nicht ausreicht.
Wer die Wallbox künftig mit einer Solaranlage koppeln oder per App steuern möchte, sollte gezielt nach smarten Modellen mit Lastmanagement suchen.














