Immobilienmarkt: Logistik überholt Wohnen bei institutionellen Investoren

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Hände sortieren Baupläne einer Logistikhalle und eines Wohnblocks neben einem Tablet mit Trendlinie.
KI-generiertes Bild (OpenAI).
Fondsanbieter reagieren auf die veränderten Präferenzen, indem sie ihre Immobilienportfolios stärker auf Logistik ausrichten (KI-Symbolbild).

Laut einer Intreal-Umfrage unter 48 institutionellen Investoren bleibt Infrastruktur im Portfolio gefragt, während sich die Prioritäten in Bezug auf den gesamten Immobilienmarkt neu sortieren: Logistik verdrängt Wohnen erstmals von Platz eins.

Institutionelle Investoren aus Deutschland halten einer aktuellen Intreal-Umfrage zufolge an ihrer Infrastrukturquote fest. Auf dem Immobilienmarkt verschieben sich ihre Präferenzen dagegen deutlich: Logistikimmobilien liegen erstmals vor Wohnimmobilien auf Platz eins der beliebtesten Nutzungsarten.

Für die Erhebung „Welche Real-Asset-(Fonds) überzeugen im Jahr 2027?“ beantworteten 48 institutionelle Investoren insgesamt 21 Fragen der Service-Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG). Sie betrafen die Anlageklassen Immobilien, Infrastruktur und Private Debt. Zu den Befragten zählen unter anderem Banken, Pensionskassen, Versicherungen, Sparkassen, Stiftungen, Versorgungswerke und Family Offices.

Investoren halten an ihrer Infrastrukturquote fest

Rund 67 Prozent der Befragten wollen ihre Infrastrukturquote 2027 unverändert lassen, knapp 30 Prozent planen sogar eine Aufstockung. Nur drei Prozent wollen ihre Quote senken. „Infrastruktur ist zu einem festen Bestandteil vieler Investmentportfolios geworden“, sagt Andreas Ertle, Geschäftsführer der Intreal. „Für einige Investoren steht nun die Frage im Mittelpunkt, in welche Infrastruktursegmente und Märkte sie ihr Kapital lenken.“

Bei den einzelnen Segmenten innerhalb des Bereichs Infrastruktur liegen erneuerbare Energien und digitale Infrastruktur mit jeweils rund 62 Prozent gleichauf vorn. Dazu zählen Rechenzentren und Kommunikationsinfrastruktur. Die Versorgung halten 42 Prozent der Befragten für attraktiv. Transport und Verkehr kommen hingegen auf 38 Prozent und damit auf zehn Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Regional bevorzugen die Investoren bei Infrastrukturinvestments etablierte europäische Märkte: 85 Prozent nennen Europa, 59 Prozent speziell Deutschland. Auf die USA entfallen dagegen nur noch sieben Prozent. Als Anlagevehikel führen klassische Fonds mit 64 Prozent, gefolgt von Private-Equity-Fonds mit 36 Prozent und Infrastruktur-Debt-Fonds mit 32 Prozent.

Logistik führt erstmals das Ranking im Immobilienmarkt an

Innerhalb des Immobilienmarkts insgesamt ordnen die Investoren ihre Prioritäten ebenfalls neu. Mit 59 Prozent steht Logistik erstmals an der Spitze der attraktivsten Nutzungsarten. Wohnimmobilien folgen mit 56 Prozent auf Platz zwei. Besonders auffällig entwickelt sich das Segment Hotels und Serviced Apartments. Der Anteil der Investoren, die es für attraktiv halten, steigt von sieben auf 22 Prozent. Nahversorgungsimmobilien kommen auf 29 Prozent.

„Die Ergebnisse sprechen für eine deutlich selektivere Betrachtung des Immobilienmarktes“, sagt Jan Ferdinand, Executive Director Sales der Intreal. „Investoren unterscheiden heute viel stärker danach, welche Nutzungsarten unter den aktuellen Marktbedingungen überzeugen.“ Die größere Vorsicht zeigt sich zudem bei den Allokationsplänen. 56 Prozent der Investoren wollen ihre Immobilienquote 2027 verringern, 29 Prozent planen mit einer konstanten Allokation. Nur 15 Prozent streben eine Erhöhung an.

Gleichzeitig sind die Renditeerwartungen gestiegen. Bei neuen Immobilienfonds gehen etwa 27 Prozent der Teilnehmer von einer anfänglichen Ausschüttungsrendite über fünf Prozent aus - damit stellt diese Gruppe den größten Anteil. Auf einen Wert zwischen 4,1 und 4,5 Prozent setzen 34 Prozent der Befragten. Lediglich zwölf Prozent kalkulieren mit einer Spanne von 3,5 bis 4,0 Prozent. Im Vorjahr waren es dagegen noch 40 Prozent.


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Immobilienmarkt: Investoren setzen auf Europa und Deutschland

Bei Immobilieninvestments insgesamt dominieren etablierte europäische Märkte: 70 Prozent der Befragten nennen Europa als Ziel, 68 Prozent Deutschland. Die USA spielen mit lediglich drei Prozent kaum noch eine Rolle.

Innerhalb Europas führt die DACH-Region mit 83 Prozent das Feld an. Besonders stark legt die Benelux-Region zu: 61 Prozent der Investoren führen sie als favorisiertes Ziel an - im Vorjahr waren es noch 40 Prozent. Für Skandinavien votieren 43 Prozent.

Herausforderungen für den Immobilienmarkt 2027

Trotz der stärkeren Differenzierung bleibt das Umfeld aus Sicht der Investoren anspruchsvoll. Für 68 Prozent stellen potenzielle Rückgänge bei Preisen und Werten die größte Herausforderung für den Immobilienmarkt im kommenden Jahr dar.

55 Prozent verweisen zudem auf das hohe Preisniveau beziehungsweise geringe Anfangsrenditen, 40 Prozent auf die Verfügbarkeit von Finanzierungen. Als zentrale Einflussgrößen nennen die Befragten das Zinsumfeld, die konjunkturelle Lage und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.

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